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Quanten-Computer stellen Krypto auf die Probe – nur wenige Chains bereiten sich vor

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Phil Haunhorst

28 Januar 2026 07:00 CET
  • Coinbase, Ethereum und Optimism planen aktiv Post-Quanten-Updates – dezentrale Bitcoin-Governance bremst Umsetzung
  • Institutionelle Anleger berücksichtigen jetzt Quantum-Risiken und setzen verstärkt auf flexible Chains
  • Das nächste Jahrzehnt entscheidet, ob Krypto-Netzwerke rechtzeitig auf quantensichere Sicherheit umstellen.
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Quantencomputer sind nicht mehr nur ein theoretisches Problem in weiter Ferne. Heute beeinflussen sie, wie die Krypto-Branche ihre Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte plant.

Coinbase, Ethereum und das Ethereum Layer-2-Netzwerk Optimism zeigen der Öffentlichkeit Zeitpläne, Entscheidungsstrukturen und Migrationspläne, um sich auf eine Zeit nach Quantencomputern vorzubereiten. Das steht im klaren Gegensatz zu Bitcoin, das wegen seines dezentralen Koordinationsmodells eingeschränkt bleibt.

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Countdown läuft: Welche Blockchain überlebt den Angriff der Zukunft?

Coinbase-Chef Brian Armstrong hat die Gründung eines unabhängigen Beirats für Quantencomputing und Blockchain-Sicherheit angekündigt.

Der Beirat bringt führende Forscher für Kryptografie, Konsens und Quantencomputing zusammen. Dazu gehören Dan Boneh von der Stanford University, Scott Aaronson von der UT Austin, Justin Drake von der Ethereum Foundation und Sreeram Kannan von EigenLayer.

„Sich auf zukünftige Bedrohungen vorzubereiten, auch wenn sie erst in vielen Jahren auftreten, ist für unsere Branche sehr wichtig”, erklärte Armstrong. Damit zeigt er, dass Coinbase die Quanten-Resistenz als strategische Aufgabe betrachtet und nicht als reine Spekulation.

Ethereum sieht den Schutz vor Quantencomputern als technische Herausforderung und als Aufgabe für die Migration. Das Ökosystem behandelt die Sicherheit nach Quantencomputern als konkretes Problem, das mit Zeitplänen, geplanten Netzwerkänderungen (Hard Forks) und neuen Kontotypen gelöst werden soll.

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Der Plan für das Netzwerk nach Quantencomputern sieht vor, in den nächsten zehn Jahren ECDSA-basierte normale Konten (EOAs) in der kompletten Superchain bis zum Jahr 2036 auszutauschen.

Mit diesem Plan sollen EOAs die Schlüsselverwaltung an post-quanten-sichere Smart-Contract-Konten übergeben. Das ermöglicht die Umstellung, ohne dass Nutzer ihre bisherigen Adressen oder Guthaben aufgeben müssen.

Ethereum betont zudem, dass eine Konsensfindung widerstandsfähig gegen Quantencomputer nicht verhandelbar ist. Upgrades werden bereits auf Protokoll- und Validator-Ebene abgestimmt.

Optimism, die auf dem OP Stack läuft, folgt derselben Strategie. Hier wird auch die Bedeutung von Vorbereitung, Abstimmung und Anpassungsfähigkeit hervorgehoben.

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„Große Quantencomputer gibt es noch nicht – aber wenn sie entstehen und wir nicht vorbereitet sind, kann die Kern-Kryptografie von Ethereum und der Superchain gefährdet sein“, stellte das Netzwerk in einer Ankündigung fest.

Der OP Stack ist so gebaut, dass neue nach-Quanten-Signaturverfahren eingebaut werden können. So sorgen geplante Änderungen am Netzwerk – keine überhasteten Notmaßnahmen – für Sicherheit im ganzen Ökosystem.

Großinvestoren reagieren: Bitcoin steht vor neuer Koordinations-Herausforderung durch Quanten-Technologie

Die institutionelle Investment-Community reagiert bereits auf diese Entwicklungen. BeInCrypto berichtete, dass Jefferies-Experte Christopher Wood eine Bitcoin-Quote von zehn Prozent aus seinem Haupt-Portfolio gestrichen hat. Nun wird das Kapital in Gold und Mining-Aktien umgeschichtet, weil es Sorge gibt, dass Quantencomputer Bitcoins ECDSA-Schlüssel knacken könnten.

Durch die dezentrale Steuerung ist es bei Bitcoin schwierig, Änderungen umzusetzen. Es gibt im Gegensatz zu Ethereum oder Coinbase keine zentrale Instanz, die eine Umstellung auf Schutz vor Quantencomputern steuern kann.

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Dadurch trägt Bitcoin langfristig nun ein existenzielles Risiko. Die Entscheidung, wie man investiert, hängt nun stärker davon ab, wie gut vorbereitet das Netzwerk ist – nicht mehr nur von Wahrscheinlichkeiten.

Die Frage ist nicht mehr einfach „Krypto gegen traditionelle Finanzwelt”. Jetzt geht es um Anpassungsfähigkeit: Ketten, die sich aktiv auf Quantenbedrohungen vorbereiten, stehen denen gegenüber, die wegen dezentraler Steuerung und langsameren Entscheidungswegen eingeschränkt sind.

Coinbase, Ethereum und Optimism bestimmen die Roadmap der Branche, während Bitcoin vor einer Koordinationsaufgabe steht. Wie diese Aufgabe gelöst wird, könnte den Fluss von Kapital und die Sicherheit in den nächsten Jahrzehnten prägen.

Da Quantencomputing immer schneller besser wird, läuft die Zeit. Die nächsten zehn Jahre zeigen, ob Krypto eine nach-quanten-sichere Zukunft bauen kann – oder ob die wertvollsten digitalen Güter der Welt verwundbar bleiben.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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