Coinbase, die größte Krypto-Handelsplattform in den USA, führt Berichten zufolge erste Gespräche mit Bybit über eine strategische Partnerschaft. Bybit ist laut CoinGecko-Daten aktuell die drittgrößte Krypto-Derivateplattform mit mehr als 10 Milliarden USD Open Interest.
Bei der möglichen Zusammenarbeit geht es um Gespräche über eine Investition sowie eine operative Kooperation, bislang existiert aber noch keine endgültige Vereinbarung. Coinbase und Bybit haben zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen öffentlichen Kommentar abgegeben.
Warum erwägt Coinbase eine Partnerschaft mit Bybit?
Eine größere Partnerschaft zwischen beiden Plattformen würde es ihnen ermöglichen, künftig effektiver gegen Binance zu konkurrieren, die Krypto-Börse mit dem höchsten Handelsvolumen.
Zudem merken Branchenexperten an, dass das gemeldete Vorhaben die aktuelle Richtung des Kryptowährungsmarktes bestätigt.
„Wenn das stimmt, ist es positiv für die Branche. Höhere Standards, weniger regulatorische Schlupflöcher”, sagte Star Xu, Geschäftsführer von OKX.
Für Bybit würde die Partnerschaft einen sehr gefragten Zugang zum regulierten US-Markt bedeuten.
Allerdings käme eine mögliche Vereinbarung rund ein Jahr nach einem schweren Angriff, bei dem Kryptowährungen im Wert von 1,5 Milliarden USD gestohlen wurden.
Seit diesem Vorfall hat sich die Plattform mit der Einführung neuer Produktfunktionen als eine der stärksten Handelsplattformen der Branche etabliert.
Auf der anderen Seite passt die Partnerschaft zur breiteren Unternehmensstrategie von Coinbase, ein umfassendes globales Finanzunternehmen zu werden.
Dafür hat das Unternehmen mehrere Zukäufe getätigt, unter anderem im Mai 2025 die Übernahme der Krypto-Optionsplattform Deribit für 2,9 Milliarden USD. Die von Brian Armstrong geführte Plattform erwarb zudem Echo für etwa 375 Millionen USD. Echo bietet Investoren Zugang zu privaten Tokenverkäufen, die für Kapitalaufnahmen auf der Chain konzipiert sind.
Das Unternehmen hat auch eine bedeutende Investition in die indische Kryptobörse CoinDCX getätigt, um seine Präsenz außerhalb der USA weiter auszubauen.
Außerdem spiegelt die mögliche Vereinbarung einen zunehmenden Trend wider, dass US-regulierte Unternehmen die Verbindung zu externen Liquiditätszentren suchen.
Anfang Juni gab Intercontinental Exchange, die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, eine Investition in die konkurrierende Offshore-Börse OKX bekannt bei einer Bewertung von 25 Milliarden USD. Diese Vereinbarung konzentrierte sich auf gemeinsame Abwicklung, Risikomanagement und institutionellen Zugang.