Die letzten Quartalszahlen von Coinbase haben Investoren verunsichert und eine heftige Diskussion in der Krypto-Community ausgelöst, nachdem die Börse einen überraschenden Verlust meldete und die Erwartungen der Wall Street verfehlte.
Dennoch betonen die Führungskräfte, dass langfristige Wachstumszahlen stark sind und sie bei der Diversifizierung Fortschritte machen.
Coinbase Quartalszahlen Q4 2025
Das Unternehmen veröffentlichte am 12. Februar 2025 die Ergebnisse für das vierte Quartal. Der Umsatz lag etwa bei 1,78 Mrd. USD. Der GAAP-Nettoverlust betrug ungefähr 667 Mio. USD. Das Ergebnis pro Aktie lag bei minus 2,49 USD.
SponsoredDie meisten Analysten hatten erwartet, dass Coinbase weiter profitabel bleibt. Der Fehlschlag war daher besonders auffällig.
Die enttäuschenden Zahlen standen im starken Gegensatz zu den positiven Prognosen, die noch zu Beginn des Quartals im Umlauf waren. Dies zeigt, wie schwer der Krypto-Markt vorherzusagen ist, da er starke Zyklen hat.
Handelsflaute und Buchverluste belasten Ergebnisse
Ein wichtiger Grund für das schwache Quartal war die sinkende Handelsaktivität. Sogar Hyperliquid konnte Coinbase bei den Handelsvolumina überholen.
Die Transaktionsgebühren, lange das Kerngeschäft von Coinbase, sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Grund waren unter anderem fallende Krypto-Kurse und weniger Handel bei Einzelpersonen.
Auch das Umfeld am Markt hat sich ausgewirkt. Bitcoin und andere große Token verloren im vierten Quartal stark an Wert. Dies zwang Börsen und Handelsplattformen dazu, ihre Aktivitäten und Einnahmen an das niedrigere Niveau anzupassen.
Allerdings liegen nicht alle Probleme bei Coinbase selbst. Ein großer Teil des Verlustes stammt aus nicht realisierten Verlusten auf das eigene Krypto-Investment-Portfolio und strategische Unternehmensbeteiligungen. Diese mussten abgewertet werden, als die Kurse vieler Coins gefallen sind.
Sponsored Sponsored„Warum war der GAAP-Verlust so hoch? Der Nettoverlust von minus 667 Mio. USD wurde vor allem durch buchhalterische Verluste beeinflusst: 718 Mio. USD nicht realisierter Verlust auf das Krypto-Investment-Portfolio von Coinbase (wegen stark gefallener Kurse von Bitcoin und anderen Token im vierten Quartal). Hinzu kamen weitere Verluste aus strategischen Investments, zum Beispiel den Anteil an Circle, der etwa 40 Prozent gegenüber dem Vorquartal fiel”, kommentierte Makro-Analyst Marty Party.
Diese Verluste auf dem Papier erhöhen den Gesamtverlust, bedeuten aber nicht unbedingt, dass auch tatsächlich so viel Geld ausgegeben wurde oder das Kerngeschäft schlechter läuft.
Ohne diese buchhalterischen Anpassungen wären die Zahlen zwar immer noch schwächer als erwartet, aber weniger dramatisch.
Management setzt auf langfristigen Wandel
Trotz der schlechten Schlagzeilen zeigte sich CEO Brian Armstrong zuversichtlich. Er betonte, dass das Unternehmen wichtige Fortschritte gemacht hat.
„2025 war ein starkes Jahr für Coinbase. Wir haben eine solide Grundlage für weiteres Wachstum im Jahr 2026 gelegt. Unsere Ansicht ist ganz einfach: Krypto erneuert alle Finanzdienstleistungen und wir sind bestens aufgestellt, um von dieser Entwicklung zu profitieren”, sagte Armstrong und hob dabei mehrere Meilensteine hervor.
Laut dem Unternehmen stieg das gesamte Handelsvolumen im Jahresvergleich deutlich. Zudem gewann Coinbase mehr Marktanteile und mehrere Produkte bringen inzwischen jährlich über 100 Mio. USD Umsatz ein.
Auch das auf der Plattform verwahrte Vermögen ist in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen.
SponsoredDiese Zahlen zeigen, dass Coinbase seine Strategie umsetzt, das Geschäft über den reinen Spothandel hinaus zu erweitern, zum Beispiel mit Verwahrung, Derivaten, Abos und Infrastruktur-Dienstleistungen.
Diversifikations-Strategie liefert gemischte Signale
Ein besonders beachteter Bereich, der Umsatz mit Abonnements und Dienstleistungen, erwies sich im Vergleich zu den Handelsgebühren als recht stabil.
Stetige Einnahmen aus Stablecoins, Verwahrung und Premium-Services machen inzwischen einen wachsenden Anteil am Geschäft von Coinbase aus.
Dieser Wandel ist wichtig, um weniger abhängig von den schwankenden Handelszyklen der Kunden zu sein, die lange als Schwachstelle von Coinbase galten.
Dennoch bleiben Kritiker skeptisch. Sie verweisen auf sinkende Einnahmen aus Transaktionen im Privatkundenbereich und einen schwachen Ausblick beim Handelsvolumen. Das zeigt laut ihnen, dass Coinbase weiterhin stark von den Zyklen des Krypto-Marktes abhängt.
Branchenprobleme: So reagieren Investorinnen und Investoren
Coinbase präsentiert diese Ergebnisse in einer Zeit, in der die gesamte Krypto-Branche unter Druck steht. In den vergangenen Wochen haben mehrere Börsen und Handelsplattformen sinkende Einnahmen, Entlassungen oder Veränderungen in der Führungsebene gemeldet. Das liegt unter anderem an der geringeren Marktaktivität.
Die Stimmung unter den Investoren ist gemischt. Einige Analysten sehen das schwache Ergebnis als Zeichen, dass Unternehmen mit Bezug zu Krypto sehr anfällig für Marktrückgänge sind.
Andere argumentieren jedoch, das Ergebnis sei vor allem durch vorübergehende wirtschaftliche und Marktbedingungen geprägt – und keine grundlegende Schwächung des Geschäftsmodells von Coinbase.
Zusätzlich zur negativen Stimmung sorgten kurzfristige Handelsprobleme bei einigen Nutzern vor der Veröffentlichung der Zahlen für Kritik und Unsicherheit am Markt.
Zum Zeitpunkt dieses Artikels lag der COIN-Kurs bei 140,97 USD. Damit ist die Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 45 Prozent gefallen.