Core Scientific, ein Unternehmen für Bitcoin-Mining, hat diese Woche angekündigt, fast alle seine Bitcoin zu verkaufen. Mit dem Erlös möchte das Unternehmen künftig stärker auf künstliche Intelligenz (KI) und leistungsstarke Computer setzen.
Dieser Schritt zeigt einen allgemeinen Trend im Bereich des Bitcoin-Minings. Allerdings gibt es auch Fragen, warum Unternehmen überhaupt noch größere Bitcoin-Bestände halten sollten, besonders in Zeiten, in denen der Markt schwächer ist.
Core verkauft Bestand für Wachstum
Am Montag hat Core Scientific erklärt, dass die Firma den Erlös aus den Bitcoin-Verkäufen nutzen will, um das Wachstum ihrer Rechenzentren zu finanzieren. Laut ihrem aktuellen 10-K-Bericht hat das Unternehmen zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 1.924 Bitcoin verkauft und damit fast 176 Mio. USD eingenommen.
Laut Bitcoin Treasuries hat Core Scientific aktuell 613 Bitcoin, die etwa 42 Millionen USD wert sind.
Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass es seine Anlage in Pecos, Texas, von Bitcoin-Mining auf Colocation-Dienstleistungen umstellt. Das passt zu der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Die Änderung zeigt, dass viele Miner nach neuen, besseren Geschäftsmodellen suchen. Zudem belasten niedrigere Bitcoin-Kurse und steigende Energiekosten die Arbeit der Miner.
Im Dezember hat BeInCrypto berichtet, dass Bitcoin-Mining Ende 2025 so wenig Gewinn abgeworfen hat wie nie zuvor. Bereits 70 Prozent der zehn größten Mining-Firmen verdienten zu dieser Zeit schon Geld mit Infrastruktur-Dienstleistungen.
Core Scientific ist das neueste Unternehmen, das diesen Weg geht. Zu den anderen Firmen gehören CleanSpark, Riot Platforms und IREN.
Allerdings zeigt der aktuelle Schritt von Core Scientific nicht nur eine Umstrukturierung, sondern auch einen Trend weg vom Akkumulieren von Bitcoin.
BTC-Stagnation: Was bedeutet das für DATs?
Die Bitcoin-Bestände von Core Scientific waren vor dem aktuellen Verkauf nicht die größten Bestände in der Branche. Bitcoin Treasuries listet das Unternehmen auf Platz 59 der Top 100 öffentlichen Bitcoin-Treasury-Firmen.
Doch gerade wegen der Menge an verkauften Bitcoin wird nun gefragt, ob große digitale Reservebestände (DATs) noch viel Gewinn bringen können.
Zudem hat MARA Holdings entschieden, seine Treasury-Richtlinien zu ändern. Das Unternehmen kann jetzt Bitcoin direkt aus der eigenen Bilanz verkaufen.
Diese Ankündigung zeigt eine deutliche Veränderung beim zweitgrößten Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Zuvor galt dort noch ein striktes „HODL-Prinzip“. Zudem wird jetzt erwartet, dass andere DATs eventuell auch bald ihre Strategie ändern.
Weil der Bitcoin-Kurs in letzter Zeit nicht mehr gestiegen ist, gibt es Sorgen. Zurzeit liegt der Kurs bei 68.000 USD. In den letzten vier Wochen ging der Kurs jedoch um 11 Prozent zurück, in den letzten drei Monaten sogar um 27 Prozent.
Viele halten es nun für unwahrscheinlich, dass Bitcoin wieder an seinen früheren Rekordwert von 126.000 USD kommt.
Andererseits hält Strategy (früher MicroStrategy), der größte Bitcoin-Treasury-Halter, weiter an Bitcoin fest. Der Gründer Michael Saylor schrieb am Dienstag auf X: „Ich kaufe gerade Bitcoin. Und du?“
Allerdings sorgt die Schwankung der Aktie von Strategy (MSTR) für Unsicherheit bei einigen Investoren.
Im November hatte der Vorstandsvorsitzende Phong Le eingeräumt, dass das Unternehmen Bitcoin möglicherweise verkaufen muss, falls eine Krise eintritt.