Beim Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos wurde Krypto nicht mehr als eigenes Finanzsystem gesehen. Jetzt gilt es als neue institutionelle Infrastruktur – reguliert, in Betrieb und mehr durch Gesetze, Marktstrukturen und echte Zeitpläne für die Umsetzung geprägt.
Sowohl im CNBC House als auch im Bloomberg House ging es kaum noch um Hype. Der Fokus lag nun auf Umsetzung: Was kann 2026 wirklich eingeführt werden, unter welchen Regeln und mit welchem Gewinn?
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Davos ist weniger für Ankündigungen bekannt, sondern eher für Zusammenarbeit zwischen Institutionen. Das diesjährige Thema, „Eine Haltung des Dialogs“, zeigte den Wandel von Krypto – weg von Idealen hin zu Verhandlungen zwischen Aufsichtsbehörden, Marktteilnehmern und etablierten Unternehmen.
Krypto war oft Thema bei Debatten rund um die Modernisierung von Finanzsystemen, schnelleren Abwicklungen, der Tokenisierung regulierter Vermögenswerte und der Stärke von Märkten. Die Botschaft war deutlich: Jetzt zählen Regeltreue, gute Führung und messbare Ergebnisse, nicht mehr nur Geschichten oder Zukunftsvisionen.
CNBC House: Stablecoins und Tokenisierung im Fokus
Das CNBC House öffnete 2026 zum ersten Mal als Ort für Führungskräfte- und Politikgespräche. Dort gab es einen praktischen Ansatz. Im Gespräch mit Binance-Co-CEO Richard Teng und Ripple-CEO Brad Garlinghouse sahen beide 2026 als ein Jahr der Umsetzung – und nicht als Zeit für Spekulationen.
Stablecoins erwiesen sich als der Bereich, der am schnellsten umgesetzt werden kann. Hier stimmen der Wunsch der Institutionen, die technische Bereitschaft und das Interesse der Behörden bereits überein. Die Tokenisierung wurde hingegen nicht als riesiger Umbruch dargestellt, sondern als gezielte Verbesserung: schnellere Abwicklungen, flexiblere Sicherheiten, weniger Risiko im Betrieb und mehr Nachvollziehbarkeit.
In Davos musste Krypto um Aufmerksamkeit kämpfen. Es konkurriert immer mehr direkt mit KI, Cybersicherheit und dem Thema Resilienz, wenn es um Investitionen auf höchster Ebene geht. Im Jahr 2026 zählt vor allem der Gewinn.
Bloomberg House: Gesetzgebung wird zum Engpass
Das CNBC House zeigte die Ziele, das Bloomberg House die Hürden auf.
Sponsored SponsoredBrian Armstrong, CEO von Coinbase, konzentrierte sich auf die Gesetze in den USA, vor allem auf das festgefahrene Klarheitsgesetz. Anfang 2026 zog Coinbase seine Unterstützung für das Gesetz zur Marktstruktur im Senat zurück. Sie argumentierten, der aktuelle Entwurf könnte Token-Aktien, DeFi und Stablecoin-Belohnungen einschränken – und so Krypto-Firmen gegenüber Banken benachteiligen.
Sein Widerstand verzögerte die Diskussion des Gesetzes und machte klar: Die Details der Politik und nicht die Technik bestimmen heute das Tempo der Einführung. Stablecoins stehen im Mittelpunkt dieser Diskussion – besonders wegen der Zinsen, des Verbraucherschutzes und der Stabilität des Finanzsystems.
Im Bloomberg House wurde die Tokenisierung als Wettstreit um die Marktstruktur gesehen. Der Trend zu durchgehenden Handelsmöglichkeiten und Blockchains zeigt, dass es nicht mehr um das „Ob“, sondern das „Wer kontrolliert Standards, Gebühren und Verteilung“ geht.
SponsoredDas hat Davos eindeutig gezeigt
Die nächste Phase von Krypto ist Integration, nicht Umbruch. Stablecoins sind der Hauptweg für Institutionen. Die Gesetze in den USA bestimmen das Tempo. Die Tokenisierung wird Schritt für Schritt, mit Regeln und im Wettbewerb umgesetzt.
Die Botschaft aus Davos war eindeutig: Die Zukunft von Krypto hängt immer weniger von Geschichten ab – und immer mehr davon, wer wirklich Systeme für große Institutionen nach echten Regeln bauen kann.
Dieser Artikel wurde von Ionut Gaucan beigetragen, einem unabhängigen Experten, der aus Davos berichtet. Die Ansichten sind die eigenen des Autors und spiegeln nicht unbedingt die von BeInCrypto wider.