In der ersten März-Woche hat der eskalierende militärische Konflikt den US-Dollar zu einem der wenigen Vermögenswerte gemacht, die inmitten der Marktturbulenzen an Wert gewinnen. Aktien in vielen Ländern und Edelmetalle stehen hingegen unter Abgabedruck. Analysten warnen, dass diese Situation den Kapitalfluss in risikoreiche Anlagen wie Bitcoin und Altcoins behindern könnte.
USD steigt: Anleger setzen verstärkt auf sicheren Hafen
Der US-Dollar (USD) hat sich während des gesamten Jahres 2025 und zu Beginn des Jahres 2026 deutlich abgeschwächt. Der DXY-Index ist deutlich gefallen und erreichte im Januar 2026 ein Vierjahrestief von rund 96.
Analysten führen diesen Rückgang unter anderem auf die Erwartung von Zinssenkungen der Federal Reserve, politische Unsicherheiten unter US-Präsident Trump – wie zum Beispiel Eingriffe in die Unabhängigkeit der Fed und Handelspolitik – sowie auf die weltweite Tendenz zur Diversifikation weg vom US-Dollar zurück.
Allerdings zeigt der USD Anfang März 2026 angesichts zunehmender Spannungen im Nahen Osten wieder Anzeichen einer Erholung. Daten von TradingView belegen, dass der DXY-Index allein in dieser Woche von 97,8 auf über 99 Punkte gestiegen ist.
Reuters berichtet, dass die zunehmenden geopolitischen Konflikte eine stärkere Nachfrage nach dem US-Dollar ausgelöst haben. Sollte der Konflikt anhalten, könnte der DXY-Index in naher Zukunft weiter steigen.
„Wenn der Konflikt im Nahen Osten in dieser Intensität weitergeht, ist mit anhaltend hoher Inflation, einem stärkeren US-Dollar und einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit für Fed-Zinssenkungen zu rechnen”, prognostizierte IG-Marktanalyst Tony Sycamore.
Dieses Umfeld sorgt für große Unsicherheit bei Bitcoin (BTC), der oft eine gegenläufige Entwicklung zur Stärke des US-Dollars aufweist. Wenn der USD steigt, geraten risikoreiche Anlagen wie Krypto in der Regel unter Verkaufsdruck.
Bitcoin konnte sich trotz der Spannungen stark erholen. Dennoch gibt es aktuell mehrere Warnsignale für diese Entwicklung.
Ein starker US-Dollar steht zudem meist im Zusammenhang mit der Erwartung, dass die Federal Reserve die Zinsen nicht senken wird. Laut FedWatch ist es so gut wie sicher, dass die Fed auf ihrer Sitzung im März 2026 keine Zinssenkung vornehmen dürfte.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die derzeitige Spanne (350–375 Basispunkte) beibehalten wird, liegt bei fast 97,4 Prozent. Erwartungen an „keine Zinssenkungen” stärken den USD und schwächen den Kapitalfluss in risikobehaftete Anlagen.
„Der Wandel bei den Fed-Erwartungen zeigt, wie vorsichtig der Markt aktuell ist.”, sagte Lucky, ein Bitcoin-OG .
Gleichzeitig bleibt auch der Verkaufsdruck großer Institutionen spürbar. Galaxy Digital, eine bedeutende Krypto-Investmentgesellschaft, verkaufte in den letzten Tagen über 3.100 BTC. Das Unternehmen nutzt unter anderem den jüngsten Anstieg, um Gewinne mitzunehmen.
Diese Entwicklung zeigt, dass einige institutionelle Anleger weiterhin vorsichtig bleiben und nicht vollkommen an die Nachhaltigkeit der aktuellen Erholung glauben.
Laut einem Bericht von CryptoQuant liegt der Bull Score Index von Bitcoin weiterhin auf einem sehr niedrigen Stand von 10/100. Dies deutet darauf hin, dass das Marktumfeld deutlich bärisch bleibt.
All diese Faktoren führen dazu, dass viele Analysten befürchten, Bitcoin könnte erneut ein Fehlausbruchsszenario erleben, wie schon Anfang 2026. Damals stieg der Kurs zunächst kurzzeitig stark an und kehrte dann scharf um.
Insgesamt ist denkbar, dass die neue Stärke des US-Dollars die internen Marktfaktoren von Bitcoin überwiegen könnte. Zugleich könnte eine weitere Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten den weiteren Kursverlauf von Bitcoin abrupt negativ beeinflussen.