Der Bärenmarkt von Bitcoin hat viele Anleger stark belastet. Firmen, große Wale und sogar Länder, die Bitcoin halten, spüren den Druck.
Der Kursrückgang der Kryptowährung hat den Wert von El Salvadors Beständen deutlich verkleinert. Zugleich steigen die Kredit-Ausfallversicherungen auf ein Fünf-Monats-Hoch. Dies sorgt bei vielen für Sorgen um das IWF-Programm des Landes und die Schuldenentwicklung.
SponsoredEl Salvadors Bitcoin-Wette unter Druck: Portfolio verliert an Wert
Nach aktuellen Daten des Bitcoin-Büros von El Salvador besitzt das Land 7.560 Bitcoin, etwa 503,8 Millionen USD wert. Bloomberg berichtet, dass das Portfolio Anfang Oktober 2025 noch rund 800 Mio. USD wert war. Das ist ein Rückgang um knapp 300 Millionen USD in nur vier Monaten.
Bukele, ein überzeugter Bitcoin-Fan, kauft weiterhin einen Bitcoin pro Tag. Diese Strategie erhöht jedoch die Abhängigkeit des Landes von Kursschwankungen.
Im Gegensatz dazu hat Bhutan kürzlich für 22,4 Millionen USD Bitcoin verkauft. Die unterschiedlichen Strategien von El Salvador und Bhutan zeigen, dass beide Länder ganz verschiedene Risiken eingehen.
Bhutans Bitcoin-Mining hat seit 2019 über 765 Mio. USD Gewinn erzielt. Doch das Bitcoin-Halving 2024 hat die Mining-Kosten deutlich erhöht. Deshalb sind die Gewinnspannen geschrumpft und die Erträge gesunken. Aktuell scheint Bhutan einen Teil seiner Bestände zu verkaufen, während El Salvador weiterhin auf langfristigen Aufbau setzt.
Das Land hat sein Portfolio jedoch auch gestreut. Letzten Monat wurden 50 Millionen USD in Gold investiert, da die Nachfrage nach dem sicheren Metall wegen Spannungen in der Weltwirtschaft gestiegen ist.
IWF-Kreditgespräche wegen El Salvadors Bitcoin-Politik unter Druck
El Salvadors stärkeres Engagement in Krypto hat die Beziehung mit dem Internationalen Währungsfonds beeinflusst. Die ständigen Bitcoin-Käufe und Verzögerungen bei Rentenreformen machen das Abkommen mit dem IWF komplizierter.
Sponsored SponsoredDer IWF hat Bedenken zur Wirkung von Bitcoin auf die Finanzstabilität geäußert. Wenn das IWF-Programm gestört wird, fehlt eine der wichtigsten Stützen für El Salvadors Schuldenrückzahlung. In den letzten drei Jahren haben die Anleihen des Landes über 130 Prozent Gewinn gebracht. Damit gehört El Salvador zu den großen Comeback-Geschichten in Schwellenländern.
„Der IWF könnte Probleme haben, wenn neue Gelder womöglich für Bitcoin verwendet werden. Wenn Bitcoin fällt, beruhigt das die Anleger außerdem nicht“, sagte Christopher Mejia, EM-Staatenanleihen-Analyst bei T Rowe Price, zu Bloomberg.
Der IWF hat am 26. Februar 2025 eine 40-monatige Finanzhilfe genehmigt und damit rund 1,4 Milliarden USD freigegeben. Das berichtet die offizielle IWF-Dokumentation. Die erste Prüfung endete im Juni 2025, dabei wurden 231 Millionen USD ausgezahlt.
Allerdings wartet die zweite Prüfung seit September auf eine Entscheidung, weil die Regierung eine Analyse zum Rentensystem verspätet veröffentlicht hat. In dieser Zeit hat El Salvador weiter Bitcoin gekauft, trotz wiederholter Warnungen des IWF.
SponsoredEine dritte Prüfung ist für März geplant. Jede Überprüfung ist mit neuen Krediten verbunden.
„Der weitere Kauf von Bitcoin birgt unserer Ansicht nach gewisse Risiken für die IWF-Prüfungen. Die Märkte würden wohl stark reagieren, wenn die Sicherheit durch den IWF wegfällt“, sagte Jared Lou, der den William Blair Emerging Markets Debt Fund mitbetreut.
Gleichzeitig machen sich die Anleihenmärkte zunehmend Sorgen um El Salvadors Finanzlage. Die Preise für Kredit-Ausfallversicherungen sind auf ein Fünf-Monats-Hoch geklettert. Das zeigt, dass Anleger unsicherer werden, ob das Land seine Schulden zurückzahlen kann.
Bloomberg-Daten zeigen, dass El Salvador in diesem Jahr Anleihen im Wert von 450 Mio. USD zurückzahlen muss. Im kommenden Jahr steigen die Rückzahlungen auf fast 700 Millionen USD.
El Salvadors Bitcoin-Politik ist nun eng mit Gesprächen über Finanzen und mit dem IWF verflochten. Der Ausgang der nächsten IWF-Prüfungen und die Rückzahlung der Anleihen werden entscheidend sein, um das Vertrauen der Anleger und die Stabilität der Schulden aufrechtzuerhalten.