Die bullische ETH-These stützt sich laut Tom Lee, Vorsitzender von Bitmine Immersion Technologies, nicht mehr auf krypto-native Spekulation. Seiner Meinung nach ist nun die Wall Street der neue Wachstumstreiber, und Anleger steigen gerade zum falschen Zeitpunkt aus.
ETH wird aktuell nahe 1.880 USD gehandelt, etwa 60% unter dem Hoch von 2025 von rund 5.000 USD. Lee sieht darin jedoch eher eine Phase des Übergangs als eine Obergrenze.
Wall Street ersetzt Spekulation in der Ethereum-Bull-These
Lee hat diese These in der Juli-Botschaft des Vorsitzenden von Bitmine dargestellt. Die erste Ära von Ethereum wurde von ICOs, NFTs, ETFs und Stablecoins angetrieben, in der ETH zweimal nahe dem Wert von 5.000 USD gehandelt wurde. Aus seiner Sicht steht die nächste Ära im Zeichen der Institutionen.
„Im Gegensatz zum Krypto-Bärenmarkt 2022 baut die Wall Street auf Ethereum.”
Die Beispiele bestätigen ihn. BlackRocks BUIDL hält inzwischen rund 2,6 Milliarden USD in tokenisierten Treasury-Papieren und hat dieses Jahr Moodys beste Geldmarkt-Bewertung erhalten.
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JPMorgan zog mit seinem MONY-Fonds nach und setzte damit die Tokenisierungsinitiative fort, die mit Onyx bereits 2020 begann.
Laut Lee arbeiten fast 6.000 Entwickler auf dem EVM-Stack, wobei sich Ethereum laut Daten von Electric Capital an erster Stelle für neue Entwickler befindet. Außerdem treten immer mehr institutionelle Produkte auf.
Robinhood Chain macht ETH zu Geld, sagt Lee
Robinhood Chain ist seit dem 1. Juli auf Arbitrum aktiv und belegt damit einen wichtigen Platz in der Argumentation. Bereits nach zwei Wochen lag sie beim DEX-Volumen mit täglich etwa 811 Millionen USD auf Rang drei aller Netzwerke und übertraf laut DefiLlama sogar Ethereum.
Mittlerweile hat Ethereum diese Position zurückgeholt, und Base liegt nach Warnungen von Analysten bei Artemis ebenfalls vor Robinhood.
Dennoch sagt Lee, dass das kumulierte Volumen inzwischen die Marke von 1 Milliarde USD überschritten hat.
„Robinhood Chain ist deshalb bedeutsam, weil sie ETH als nativen Gas-Token verwendet. Die Transaktionsgebühren werden in ETH bezahlt und die Abwicklung erfolgt auf der Ethereum L1. Was sagt uns das? Das klingt so, als wäre ETH Geld.”
Robinhood-CEO Vlad Tenev hat argumentiert, dass künftig alle traditionellen Abläufe auf die Blockchain umziehen werden.
Lee zieht einen Vergleich zu Amazon. Die Aktie war zwölf Jahre lang bei etwa 6 USD (splitbereinigt) und stieg dann auf 241 USD, als sich der adressierbare Markt vergrößerte.
„Ich glaube, viele steigen bei Ethereum aktuell ganz unten aus.”
Die Gegenposition zur These
Lee räumt ein, dass es auch bärische Sichtweisen gibt. ETH ist bereits zweimal an derselben Obergrenze gescheitert, und Skeptiker erwarten daher keine andere Entwicklung in diesem Zyklus.
„Viele werden ETH jetzt anschauen und sagen: Schauen Sie, das obere Ende liegt bei 5.000 USD, und sie sehen kein weiteres Potenzial nach oben.”
Die Wirtschaftlichkeit wirkt in beide Richtungen. Die Robinhood Blockchain zahlt für Transaktionen auf der Ethereum-Basis fast keine Gebühren. Jon Ma, CEO von Artemis, warnt jedoch, dass der Boom vor allem von Memecoins getrieben bleibt und nicht von institutionellen Investoren.
Auch Lee ist nicht neutral. BitMine meldete in seiner aktuellen wöchentlichen Offenlegung einen Bestand von 5,77 Millionen ETH, was etwa 4,8 % des Umlaufangebots von 120,7 Millionen entspricht. Damit zählt Lee zu den größten Profiteuren, falls eine institutionelle Akzeptanz seine Einschätzung bestätigt.








