Gold stieg am Mittwoch um fast 2% und erreichte 4.155 USD. Damit durchbrach das Edelmetall die fallende Trendlinie, die seit dem Allzeithoch im Februar bei 5.598 USD jede Rallye begrenzte.
Dieser Ausbruch erfolgt in einer wichtigen Woche. Die Märkte schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed im September auf 63,6%. Zudem könnte der Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP) am Freitag darüber entscheiden, ob der Anstieg weitergeht.
Laut dem bekannten Trader Ash Crypto stieg durch den Sprung der Wert von Gold und Silber innerhalb von acht Stunden um fast eine Billion USD.
Engste Bollinger-Band-Kompression seit einem Jahr bricht auf
Am Montag meldete Barchart eine extrem geringe Volatilität auf dem Tages-Chart von SPDR Gold Shares (GLD). Der Wert des Bollinger-Band-Width-Indikators fiel auf 15,43. Das ist der niedrigste Wert seit August 2025.
„Gold spannt sich an und bereitet sich auf eine große Bewegung vor. Die Bollinger Bänder sind nun so eng wie zuletzt im August 2025, kurz bevor Gold in den folgenden fünf Monaten um 60% zulegte.”
schrieb Barchart auf X.
Damals führte die Kompression zu einem fünfmonatigen Anstieg, der beim Rekordhoch im Februar endete. Allerdings entstand die aktuelle Seitwärtsbewegung innerhalb eines großen Dreiecks. Von oben drückte ein Korrekturwiderstand, während die bullische Trendlinie der letzten drei Jahre von unten hielt.
Ein Bollinger Squeeze signalisiert, dass eine starke Kursbewegung bevorsteht, aber verrät nicht deren Richtung. In der Vergangenheit gingen vergleichbare Einengungen auch Abwärtsbewegungen voraus, wie etwa das bärische Wochensignal im Juli. Mehr dazu.
Der aktuelle Anstieg am Mittwoch deutet darauf hin, dass sich die aktuelle Bewegung nach oben auflöst, was zur positiven Aussicht für August passt.
Gold-Prognose: 4.300 USD wieder im Fokus
Das Tages-Chart für XAU/USD bestätigt die Änderung. Gold durchbrach die vom 5.598 USD-Hoch gezogene Trendlinie und erreichte nach einjähriger Seitwärtsphase das obere Bollinger-Band. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 55 und zeigt weiter nach oben, sodass noch Platz zum Überkauft-Bereich bleibt.
Der nächste Widerstand liegt zwischen 4.300 und 4.400 USD. In diesem Bereich befindet sich das 0,382-Fibonacci-Retracement bei 4.333 USD, etwa 4,3% oberhalb des aktuellen Kurses.
Der 52-Wochen-Durchschnitt nahe 4.312 USD verstärkt die Hürde. Selbst vorsichtige Prognosen lassen noch Luft nach oben, nachdem JPMorgan das Ziel für das vierte Quartal im Juli auf 4.500 USD senkte.
Die Unterstützung liegt weiterhin im Bereich von 3.900 bis 4.000 USD. Dort verläuft das 0,5-Fibonacci-Level bei 3.942 USD. Käufer verteidigten diesen Bereich seit Anfang Juli bereits zweimal, weshalb ein doppelter Boden entstand.
Ein Tagesschluss unter 3.900 USD würde die bullische Struktur auflösen, und das bärische Szenario aus dem Juli wieder in den Vordergrund rücken.
Die Lohn- und Gehaltsdaten am Freitag bleiben das Hauptrisiko. Die Deutsche Bank erwartet 65.000 neue Arbeitsplätze. Ein stärkerer Anstieg könnte die FedWatch-Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen und die Renditen steigen lassen. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe liegt mit 5,2% ohnehin bereits hoch und mindert damit die Attraktivität von Gold.
Inzwischen folgte tokenisiertes Gold der Bewegung. Pax Gold (PAXG) lag laut BeInCrypto-Daten zuletzt bei 4.145 USD und damit 2,6% höher als vor 24 Stunden.
Gelingt es den Bullen, die 4.166 USD, das Hoch vom 22. Juli, als Unterstützung zu etablieren, bleibt der Weg zu 4.333 USD vor dem Arbeitsmarktbericht offen. Scheitert Gold jedoch an der gebrochenen Trendlinie, könnte das Edelmetall wieder in die vorherige Seitwärtsbewegung zurückfallen.









