Ethereum fällt nach Merge um 20 % – Geht es jetzt noch tiefer?

Aktualisiert von Toni Lukic
IN KÜRZE
  • "Buy the rumor, sell the news"? War der Merge so ein Event?
  • Staking ist noch nicht so populär bei Investoren.
  • Eine große Menge Ethereum fließt noch immer an Börsenaccounts ab.
  • promo

    Erhalten Sie Zugang zu 70+ CFDs auf Top-Kryptowährungen, mit 0 Provisionsgebühren und engen Spreads Erhalten

Hoch waren die Erwartungen an den Ethereum Merge – dies spiegelte sich auch im Preis wider. Inmitten eines Bärenmarktes stieg dieser auf 2.000 USD – nur um einen Tag nach dem wichtigen Ereignis wieder am Boden der Realität aufzuprallen. Es bäumt sich die Frage auf: Wie geht es weiter? Fällt der Kurs noch einmal?

Es sieht wohl ganz danach aus, als wäre der Merge ein “Buy the rumor, sell the news” Event gewesen (Kaufe das Gerücht, verkaufe die News). Die von amerikanischen Investoren verwendete Redewendung erwies sich im Falle Ethereums wahr. Vom Zeitpunkt der ersten Gerüchte über den Zeitpunkt des Merge bis zum Ereignis selbst, lagen ca. 2,5 Monate.

Einen satten Gewinn von 100 % hätten schlaue Investoren mitnehmen können. Hätten.

Übrig bleiben einige höchst verunsicherte Anleger: Der Preis sollte ja eigentlich steigen. Anstelle dessen fällt er – noch tiefer?

Ethereum Preis nahe Jahrestief – Der Merge war doch kein Heilsbringer

Zunächst sei einmal erwähnt: Es steht, ob mit oder ohne Ethereum Merge, um den Gesamtmarkt und somit um alle Kryptowährungen nicht gut. Die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarktes bewegt sich um die 1 Billion-Marke: Tiefster Stand seit Januar 2021. Der im Space tonangebende Bitcoin rührt sich auch kaum von Fleck, bleibt bei den 20.000 USD stecken.

Ein Blick in die folgende Grafik, könnte uns verraten, ob der ETH Preis in den nächsten Tagen steigt oder fällt:

Ein Bild von studio.glassnode.com

Wie die Daten von Analysefirma Glassnode zeigen, flossen unmittelbar nach dem Merge unglaublich viele Ethereum zu Börsenaccounts. Üblicherweise wird dieses Vorgehen als Zeichen für anstehende Preisstürze gesehen. Die Vermutung dahinter: Investoren senden ihre Kryptos von den Hardware Wallets auf die Börsen, um sie dort zu verkaufen.

Obwohl dieser Indikator von manchen als verwässert bezeichnet wird, zeigte er sich für die Tage nach dem Merge sehr verlässlich. Bereits am 12. September fingen Investoren damit an, ihre Ethereum zu den Börsenaccounts zu bewegen. Am Tag des bzw. nach dem Merge flossen dann 1,5 Millionen Ethereum an Exchanges, mit dem Ziel diese dort zu verkaufen.

Der Preis fiel dadurch vom 12. bis zum 19. September um fast 30 %!

Dem derzeitigen Trend entsprechend müssen wir also feststellen, dass der große Abverkauf womöglich noch ein wenig länger dauern könnte. Erinnern wir uns zurück: Als wir das letzte Mal im Juli solche Daten zu Gesicht bekommen haben, stand ETH bei 1.000 USD.

Staking-Raten (noch) zu niedrig

In Angesicht des Merge stellte sich immer wieder eine Frage: Was sind die Gefahren des Umstiegs von Proof of Work auf Proof of Stake? Obwohl diese Frage nichts mit dem Preis zu tun hat, zeigen die prozentual gestakten Token doch einen generellen Trend.

Wenn nämlich viele Ethereum für das Staking gesperrt sind, fällt am Markt das Angebot an Token. Fällt das Angebot an Token, entwickelt sich ein Nachfrageüberhang. Der Preis steigt.

Aktuell staken im Vergleich zu anderen Chains noch sehr wenig Investoren ihre ETH:

Zwar entsprechen die gestakten Ethereum mit 18 Milliarden dem höchsten Wert in US-Dollar, jedoch nicht prozentual gesehen. Schlappe 11,8 Prozent weist diese auf. Konkurrenten Solana und Cardano weisen jeweils Staking-Raten von über 70 % auf.

Auf die Merge-good-news folgen bad news

Vor wenigen Tagen erhob die amerikanische SEC (Securities and Exchange Comission) schwere Vorwürfe gegen den Krypto-Influencer Ian Balina. Dem Influencer wird vorgeworfen, im Jahr 2017/18 unerlaubt Initial Coin Offerings angeworben zu haben – Wobei die Klage auch zu Ethereum Stellung nimmt.

In einem Abschnitt der Klage tut die SEC ihre Meinung kund, dass das gesamte Ethereum Netzwerk unter die Aufsicht der Behörde fällt:

“(…) die Ethereum (Anm: Im Fall Balina) wurden von einem Netzwerk an Nodes auf der Ethereum Blockchain validiert. Diese liegen hauptsächlich in den Vereinigten Staaten. (…) Als Resultat finden diese Ethereum-Transaktionen in den USA statt.”

Weiters schlägt die SEC in der Klage vor, alle ETH-Transaktionen als amerikanischen Ursprungs zu betrachten und somit vollständige Aufsicht darüber zu haben. Ob dieses Vorgehen rechtens ist, wird sich noch zeigen.

Der Ethereum Kurs blutet durch diese unvorhergesehenen Entwicklungen, kann sich zwischenzeitlich am 19. September sogar nur knapp über 1.300 USD halten. Es sieht insgesamt auch eher danach aus, als würde der Preis weiter fallen.

Haftungsausschluss

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.