Ethereum (ETH) bleibt unter der 2.000-USD-Marke. Deshalb stehen viele Anleger im Minus, da der Abwärtstrend andauert.
Trotz der anhaltenden Schwäche bleibt BitMine beim ETH bullisch. Daraus ergibt sich die wichtige Frage: Ist ihr Vertrauen begründet durch ein Narrativ, von der Stimmung oder gibt es noch einen anderen Grund für ihre Überzeugung?
Ethereum-Kurs kurz vor Extrem: Was bedeutet die aktuelle Belastung?
In einem ausführlichen Beitrag auf X (früher Twitter) hat BitMine die Analyse von Sean Farrell, dem Leiter der Digital-Asset-Strategie von Fundstrat, vorgestellt. Dabei ging es vor allem um den realisierten Kurs von Ethereum. Das ist eine On-Chain-Bewertungskennzahl, die die durchschnittlichen Kaufkosten aller im Umlauf befindlichen Coins zeigt.
Laut den Daten liegt der realisierte Kurs von Ethereum bei 2.241 USD. Zum Zeitpunkt der Analyse lag Ethereum bei etwa 1.934 USD.
Somit steht der durchschnittliche Anleger im Minus. Nach dem Modell von Fundstrat beträgt der „Verlust auf den realisierten Kurs von 22 Prozent“.
Die Analyse verglich den aktuellen Kursrückgang mit früheren Tiefpunkten im Zyklus. Im Bärenmarkt 2022 lag Ethereum bis zu 39 Prozent unter dem realisierten Kurs. Im Jahr 2025 betrug der Abschlag etwa 21 Prozent.
„Wenn wir diesen ‚Verlust‘ auf den aktuellen realisierten Kurs von ETH bei 2.241 USD anwenden, ergibt das mögliche ‚Tiefs‘ für ETH. Mit dem Wert aus 2022 kämen wir auf 1.367 USD. Mit dem Wert aus 2025 wären es 1.770 USD“, so die Analyse.
Mit einer Dezilanalyse zeigte der Beitrag, dass der aktuelle Kursrückgang in den neunten Dezilbereich (also sehr hoch) fällt. Dabei ist eine Dezilanalyse ein mathematisches Verfahren, bei dem eine Datenmenge in zehn gleich große Gruppen (Dezile) aufgeteilt wird. Solche Methoden kommen oft in der Statistik, im Finanzbereich und im Marketing zum Einsatz.
Die Daten deuten darauf hin, dass der mittlere Gewinn zwölf Monate nach solch einem Rückgang etwa 81 Prozent betrug, mit einer Gewinnquote von 87 Prozent. Das bedeutet: In den meisten Fällen, wenn ETH einen so starken Rückgang erlebt hat, lag der Kurs ein Jahr später höher.
„Ist das der Boden? Es sieht so aus, als kämen wir dem Tiefpunkt näher. Betrachtet man die weitere Zukunft, ist das Chancen-Risiko-Verhältnis für ETH positiv“, heißt es im Beitrag.
BitMine-Vorsitzender Tom Lee betonte bereits, dass kräftige Kursrückgänge ein wiederkehrendes Merkmal der Kursgeschichte von Ethereum sind. Seit 2018 gab es bei ETH acht Rückgänge von je mindestens 50 Prozent vom lokalen Hoch. Solche Korrekturen kamen damit fast jedes Jahr vor.
Im Jahr 2025 fiel Ethereum von Januar bis März um 64 Prozent. Trotz dieses großen Einbruchs erholte sich der Coin danach deutlich.
„ETH hat immer wieder V-förmige Erholungen nach großen Rückgängen erlebt. Das geschah bei jedem der acht bisherigen Einbrüche von mindestens 50 Prozent. Für 2026 rechnen wir mit einer ähnlichen Erholung. Die besten Investmentchancen im Krypto-Bereich gab es immer nach großen Kursverlusten. Denken Sie an 2025 – die besten Kaufgelegenheiten kamen, nachdem die Märkte wegen Zollthemen stark gefallen waren”, sagte Lee.
ETH-Erholung entscheidend für BitMines 7-Mrd.-USD-Position im Minus
Falls Ethereum sich deutlich und stetig erholt und starke Gewinne erzielt, könnte das einen wichtigen Wendepunkt für Anleger und speziell für BitMine darstellen. Nach Angaben von CryptoQuant liegen die nicht realisierten Verluste des Unternehmens bei etwa 7 Mrd. USD.
Zugleich scheint BitMine seine bullische Haltung durch weitere Käufe zu untermauern. Lookonchain berichtete, dass die Firma heute 10.000 ETH von Kraken gekauft hat.
Dieser Kauf folgte auf eine noch größere Tagestransaktion über 35.000 ETH. BitMine erwarb 20.000 ETH von BitGo und 15.000 ETH von FalconX.
Insgesamt zeigen die Käufe, dass BitMine trotz steigender nicht realisierter Verluste auf eine mögliche Aufwärtsentwicklung setzt, anstatt das Risiko zu verringern.