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Ethereum-Netzwerk auf Rekordhoch: Warum das noch kein bullisches Signal ist

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Geschrieben von
Nhat Hoang

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Redigiert von
Phil Haunhorst

05 Februar 2026 15:00 CET
  • Ethereum-Transfers auf Rekordhoch – Doch die Geschichte mahnt zur Vorsicht
  • Frühere Höchststände in 2018 und 2021 führten zu starken ETH-Kurswenden.
  • Steigende Börsenzuflüsse deuten auf anhaltenden Verkaufsdruck, während Kurse wichtige Unterstützungen testen
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Das Ethereum-Netzwerk ist momentan so aktiv wie noch nie. Dennoch bedeutet das nicht unbedingt, dass der Ausblick bullisch ist. Neue On-Chain-Daten zeigen, dass Ethereum einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Anzahl der Token-Übertragungen liegt auf einem Rekordhoch. Allerdings haben solche Zeichen in der Vergangenheit nicht immer zu einem positiven Kurs geführt.

Außerdem gibt es aktuell einen starken Anstieg bei den Einzahlungen auf Börsen. Daher gibt es weiterhin Sorge, dass der Verkaufsdruck noch nicht vorbei ist.

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So steht Ethereum jetzt im Vergleich zu 2018 und 2021

Zu Beginn des Februars zeigen Daten von CryptoQuant, dass die Ethereum-Transfer-Anzahl – das ist die Gesamtzahl aller Token-Transfers – gemessen mit einem 14-Tage-Durchschnitt, auf ein Rekordniveau von 1,1 Millionen gestiegen ist.

Auf den ersten Blick sieht diese Zahl vielversprechend aus. Sie zeigt starkes Wachstum im Netzwerk und eine größere Nutzung von Ethereum.

Ethereum-Transfer-Anzahl. Quelle: CryptoQuant.
Ethereum-Transfer-Anzahl. Quelle: CryptoQuant

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass dies nicht unbedingt das bullische Zeichen ist, das viele erwarten. Historisch könnte es auch auf eine Korrektur-Phase oder sogar auf einen zyklischen Kurshöhepunkt hinweisen.

Der CryptoQuant-Analyst CryptoOnchain hebt zwei Phasen hervor, in denen hohe Netzwerkaktivität bei Ethereum auf einen Markthöhepunkt hindeutete.

  • Am 18. Januar 2018, auf dem Höhepunkt des ICO-Booms, stieg die Transaktionszahl von Ethereum stark an. Kurz darauf fiel ETH von etwa 1.400 USD auf unter 100 USD bis zum Jahresende. Dadurch geriet der gesamte Krypto-Markt in einen zweijährigen „Krypto-Winter“.
  • Am 19. Mai 2021, während des schnellen Wachstums von DeFi und NFTs, erreichte der Wert erneut ein Rekordhoch. Danach drehte der Markt stark. ETH fiel von über 4.000 USD auf unter 2.000 USD.
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Die Erklärung dafür ist einfach. Wenn mehr ETH bewegt werden, bedeutet das oft, dass mehr Anleger größere Beträge aus ihren Wallets abziehen. Dies passiert meist, wenn die Erwartungen für die Zukunft schlechter werden und viele verkaufen wollen.

„Das aktuelle Szenario sieht den Situationen von 2018 und 2021 sehr ähnlich. Auch wenn sich das Umfeld verändert, deutet das Verhalten der Netzwerk-Teilnehmer On-Chain darauf hin, dass wir uns in einer Risikozone befinden”, sagte CryptoOnchain hier.

Diese Sichtweise wird außerdem durch einen sprunghaften Anstieg beim Ethereum-Exchange-Inflow (Top 10) bestätigt, als der Kurs von ETH Anfang Februar unter 2.300 USD fiel.

Der Ethereum-Exchange-Inflow (Top 10) misst die Gesamtmenge an Coins aus den zehn größten Einzahlungen auf Börsen. Ein hoher Wert zeigt an, dass viele Anleger auf einmal große Summen einzahlen. Oft bedeutet das, dass der Verkaufsdruck steigt und das Risiko für weitere Kursverluste zunimmt.

Ethereum-Exchange-Inflow (Top 10). Quelle: CryptoQuant.
Ethereum-Exchange-Inflow (Top 10). Quelle: CryptoQuant.

Am 3. Februar stieg dieser Wert auf 1,3 Millionen – das höchste Niveau seit einem Jahr. Zwei Tage später fiel ETH von 2.230 USD auf unter 2.100 USD.

Nach einer Analyse von BeInCrypto wäre eine klare Trendumkehr nur möglich, wenn Ethereum mindestens auf 3.000 USD zurückkehrt. Kurzfristig könnte ETH noch Richtung 2.000-USD-Unterstützung fallen, solange der Verkaufsdruck bestehen bleibt.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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