Der Ethereum-Kurs zeigt Stärke, auch wenn der gesamte Kryptomarkt aktuell eher stabil bleibt. In den vergangenen sieben Tagen ist Ethereum fast 14% gestiegen und hat damit Bitcoin (plus 7%) übertroffen, was auf eine hohe Nachfrage hindeutet.
Auch in den vergangenen 24 Stunden blieb Ethereum stabil und verzeichnete leichte Gewinne. Das zeigt, dass Käufer nach einer schnellen Rallye weiterhin aktiv sind. Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach zu sein: Ethereum-Wale haben in kurzer Zeit ETH im Wert von über 1 Milliarde USD gekauft. Das erklärt einen Teil der Bewegung; allerdings deuten die Charts darauf hin, dass sich im Hintergrund ein größeres Szenario entwickelt.
Kurs bullisch, doch plötzlicher Anstieg birgt altbekanntes Risiko
Auf dem 12-Stunden-Chart bildet der Ethereum-Kurs ein bullisches Fortsetzungsmuster, das als Bull Flag bekannt ist. Die Bewegung von fast 25% bildete zuvor die Stange, jetzt entsteht die Flagge. Trotzdem gibt es Stärke mit einem bekannten Signal, das nicht ignoriert werden kann.
Das Ethereum-Leadrship-Modell von BeInCrypto vergleicht Ethereum mit dem übrigen Altcoin-Markt mithilfe von TOTAL3. TOTAL3 steht für die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen ohne Bitcoin und Ethereum und ermöglicht so einen klareren Vergleich von Ethereums Stellung unter den Altcoins.
Das Modell beobachtet das Verhältnis zwischen dem Ethereum-Kurs und TOTAL3 und wendet dann einen Z-Score darauf an. Einfach gesagt zeigt es, ob Ethereum besser oder schlechter als der Rest des Marktes abschneidet.
Derzeit liegt der Z-Score über 2 und hat vor Kurzem fast 3,5 erreicht, was eine starke Überperformance gegenüber den anderen Altcoins anzeigt.
Anfang März, als der Z-Score ähnliche Werte um 2,2 erreichte, fiel Ethereum zunächst fast 12%, bevor es wieder nach oben ging. Das bedeutet, dass starke Führung oft zu kurzfristiger Erschöpfung führt, worauf auch einige X-Nutzer setzen.
Gleichzeitig beginnt das Momentum, einen potenziellen Aufwärtstrend zu unterstützen. Auf dem 12-Stunden-Chart bildet der Relative Strength Index (RSI), ein Momentum-Indikator, zwischen dem 26. Januar und dem 17. März höhere Tiefs, während der Ethereum-Kurs in derselben Zeit tiefere Tiefs bildete.
Dies ist als bullische Divergenz bekannt, bei der sich das Momentum verbessert, während der Kurs weiter nach unten tendiert. Trotz eines Rückgangs von Ethereum um mehr als 20% seit Jahresbeginn zeigt dieses Muster, dass der Verkaufsdruck nachlässt.
Einfach gesagt bleibt der übergeordnete Trend negativ, doch das Momentum beginnt sich zu drehen. Damit entsteht eine Situation, in der eine Umkehr oder eine längere Rallye möglich wird – auch wenn kurzfristige Rücksetzer auftreten können.
Ethereum-Whales greifen ein: typisches Rücksetzmuster verändert sich
Hier wird die Aktivität der Wale besonders relevant.
On-Chain-Daten zeigen, dass große Halter ihre Ethereum-Bestände deutlich erhöht haben. Der Bestand der Wale, ohne Börsen, stieg innerhalb kurzer Zeit von 121,53 Millionen ETH auf 121,98 Millionen ETH.
Das bedeutet, dass rund 450.000 ETH hinzugefügt wurden, was beim aktuellen Kurs über 1 Milliarde USD entspricht. Wichtiger ist jedoch, dass dies keine zufällige Akkumulation ist.
Die Whale-Bestände stiegen bereits früher und zeigten zwischen dem 12. März und dem 13. März einen deutlichen Anstieg. Nach einer kurzen Pause gab es nun erneut eine frische Akkumulation. Das ist bedeutsam, da es genau zeitgleich mit dem neuen Höchststand beim Ethereum-Leadrship-Z-Score geschieht. Neue ETH-Käufe im Whale-Format werden jede Stunde sichtbar.
Anfang März, als Ethereum eine ähnliche Führungsstärke zeigte und danach korrigierte, blieb die Aktivitäten der Wale weitgehend unverändert. Es gab keine starke Akkumulation, die den Kurs im Rückgang gestützt hätte. Nun sieht das Bild anders aus.
Ethereum nimmt wieder eine starke Führungsrolle ein und steht möglicherweise vor einer Abkühlung, doch diesmal kaufen Wale aktiv in diese Stärke hinein. Das legt nahe, dass auch wenn es zu einer Korrektur kommt, diese weniger tief oder langanhaltend sein könnte. Große Käufer könnten den Verkaufsdruck abfedern und den Trend stützen.
Einfach gesagt: Das gleiche Führungssignal leuchtet auf, doch die zugrunde liegende Nachfrage ist nun eine andere.
Wichtige Ethereum-Kursmarken im Blick behalten
Mit beiden Signalen hängt der nächste Schritt davon ab, wie Ethereum an wichtigen Kursmarken reagiert.
Auf der Unterseite ist 2.290 USD die wichtigste Unterstützung. Dieses Niveau stimmt mit der unteren Grenze der aktuellen Struktur überein. Ein 12-Stunden-Schlusskurs unter diesem Wert könnte das bullische Setup schwächen.
Falls das passiert, sind die nächsten Marken 2.140 USD und 1.900 USD. Ein Rückgang zu diesen Kursen würde auf eine stärkere Korrektur hinweisen, besonders, wenn das frühere Muster mit einem Rücksetzer von 12% erneut eintritt.
Auf der Oberseite muss Ethereum den Bereich zwischen 2.370 USD und 2.380 USD überwinden. Dies ist die obere Grenze der Bullflag, bei deren Ausbruch eine Fortsetzung bestätigt wäre.
Auf Basis der letzten Bewegung von 25% könnten die nächsten Kursziele zwischen 2.820 USD und 2.920 USD liegen, je nachdem, wo der Ausbruch erfolgt. Bleibt das Momentum stark, sind auch erweiterte Ziele nahe 3.140 USD denkbar.
Zusammenfassend steht der Ethereum-Kurs an einem wichtigen Punkt. Starke Führung und eine bullische Struktur sprechen für weiteres Aufwärtspotenzial. Jedoch zeigt die gleiche Führung auch ein kurzfristiges Risiko der Erschöpfung. Neu ist diesmal die Aktivität der Wale.
Wenn die Akkumulation anhält, könnte dies den Trend unterstützen und Abwärtsrisiken begrenzen, sodass Ethereum nach kurzer Pause weiter steigen kann.