Ethereum versucht sich nach Wochen mit starkem Verkaufsdruck zu stabilisieren. Der Kurs bleibt in der Nähe der 1.950-USD-Zone und ist aktuell etwa sechs Prozent über dem letzten Tief. Gleichzeitig kaufen die größten Ethereum-Wale wieder erhebliche Mengen.
Allerdings sind kurzfristige Verkäufer und Händler mit Derivaten weiter vorsichtig. Dadurch entsteht ein wachsender Kampf zwischen Bullen und Bären um die nächste Kursbewegung.
Größte Ethereum-Wale kaufen weiter – bullische Divergenz bleibt bestehen
On-Chain-Daten zeigen, dass die größten Ethereum-Besitzer auf eine Erholung setzen. Seit dem 9. Februar haben Adressen mit 1 Million bis 10 Millionen ETH ihren Bestand von etwa 5,17 Millionen ETH auf fast 6,27 Millionen ETH erhöht. Das ist ein Zuwachs von mehr als 1,1 Millionen ETH, ungefähr 2 Milliarden USD wert zum aktuellen Kurs.
SponsoredDiese Ansammlung passt zu einem bullischen technischen Signal im 12-Stunden-Chart.
Zwischen dem 25. Januar und dem 12. Februar machte der Ethereum-Kurs ein tieferes Tief, während der Relative Strength Index (RSI) ein höheres Tief anzeigte. RSI misst die Dynamik, indem er Gewinne und Verluste vergleicht. Wenn der Kurs fällt, aber der RSI steigt, deutet das oft auf nachlassenden Verkaufsdruck hin.
Diese bullische Divergenz zeigt, dass der Abwärtsdruck schwächer wird.
Die Struktur bleibt gültig, solange Ethereum über 1.890 USD bleibt. Das gleiche Signal war auch am 11. Februar zu sehen und scheint weiterhin zu gelten. Würde der Kurs unter diese Marke fallen, wäre die Divergenz zunächst aufgehoben und die Chance auf eine Erholung geringer.
Im Moment scheinen die Wale zu wetten, dass diese Unterstützung hält.
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Während große Investoren anhäufen, handeln kurzfristige Besitzer ganz anders.
Das Spent Coins Age Band für die Gruppe mit einer Haltezeit von sieben bis 30 Tagen steigt stark an. Seit dem 9. Februar (dem Zeitpunkt, als auch die Wale zugriffen) ist dieses Maß von rund 14.000 auf fast 107.000 gestiegen. Das ist ein Zuwachs von mehr als 660 Prozent. Dieser Indikator zeigt, wie viele frisch gekaufte Coins gerade verschoben werden. Höhere Werte deuten meist auf Gewinnmitnahmen und eine Verteilung der Coins hin.
Einfach gesagt: Kurzfristige Trader lösen ihre Positionen auf. Dieses Muster zeigte sich schon früher im Februar. Am 5. Februar gab es einen Sprung bei der kurzfristigen Coin-Aktivität um 2.140 USD. Innerhalb eines Tages fiel der Ethereum-Kurs um rund 13 Prozent.
Diese Entwicklung zeigt, wie stark ein aggressiver Verkauf dieser Gruppe den Kurs schnell drehen kann. Solange kurzfristige Besitzer weiter als Verkäufer auftreten, werden steigende Kurse oft gebremst.
SponsoredDerivatedaten zeigen starke Bären-Stimmung
Auch die Derivatemärkte bestätigen diesen vorsichtigen Ausblick. Aktuelle Liquidationsdaten zeigen fast 3,06 Mrd. USD in Short-Positionen gegenüber nur rund 755 Millionen USD an Long-Leverage. Dadurch entsteht ein deutlich bärisches Ungleichgewicht, bei dem fast 80 Prozent des Marktes auf fallende Kurse setzen.
Andererseits ergibt sich daraus Potenzial für einen Short-Squeeze, wenn der Kurs steigen sollte. Trotzdem zeigt es, dass die meisten Trader weiter auf Schwäche setzen. Dadurch bleibt der Schwung gedämpft. Doch die Hoffnung auf eine Kurserholung bleibt, wenn das Wal-Kaufen den Kurs etwas anhebt und wichtige Zonen überschritten werden.
On-Chain-Daten zum Einstiegskurs erklären außerdem, warum Ethereum Mühe hat, nach oben durchzubrechen. Um 1.980 USD wurden etwa 1,58 Prozent der Umlaufmenge gekauft. Bei etwa 2.020 USD befindet sich weiteres 1,23 Prozent im Break-Even. Hier warten also viele Besitzer darauf, ihre Coins ohne Verluste zu verkaufen.
Wenn der Kurs diese Bereiche erreicht, steigt der Verkaufsdruck, da Anleger ihr eingesetztes Kapital zurückbekommen wollen. Dadurch wurden die letzten Erholungen immer wieder gestoppt. Wahrscheinlich reicht nur eine starke, durch Leverage angetriebene Bewegung oder ein Short Squeeze aus, um durch diese Zonen mit viel Angebot zu kommen.
Sponsored SponsoredBis dahin bleiben diese Bereiche große Hürden.
Wichtige Ethereum-Kursmarken, die du jetzt kennen musst
Da Wale kaufen und Verkäufer sich wehren, zählen gerade die Ethereum-Kursbereiche mehr als Geschichten aus der Community.
Auf der Oberseite liegt der erste große Widerstand bei etwa 2.010 USD. Ein klarer Zwölf-Stunden-Abschluss darüber erhöht die Möglichkeit, Short-Positionen aufzulösen. Zudem liegt dort auch ein wichtiger Angebotsbereich.
Falls das geschieht, kann Ethereum als Nächstes die 2.140 USD anpeilen. Dort gibt es viel Widerstand mit mehreren Kontaktpunkten. Außerdem ist das etwa zehn Prozent vom aktuellen Kurs entfernt. Nach unten bleibt 1.890 USD die wichtigste Unterstützung. Fällt der Kurs darunter, wäre die bullische Divergenz ungültig und es könnte weiter abwärts gehen. Die nächste wichtige Stütze liegt dann bei etwa 1.740 USD.
Solange Ethereum über 1.890 USD bleibt und die 2.010 USD weiter testet, hält sich die Erholungsstruktur. Ein anhaltender Fall unter die Unterstützung würde den aktuellen Erholungsversuch stoppen.