Der Ethereum-Kurs hat sich über 2.000 USD erholt, obwohl weiterhin negative Nachrichten zum Krieg im Umlauf sind. Kurzzeitig stieg der Kurs sogar bis auf 2.200 USD. Das war der höchste Stand seit dem 5. Februar. Diese Bewegung reicht jedoch womöglich nicht aus, um eine Trendumkehr zu bestätigen.
Neue Handelsdaten zu Ethereum zeigen, warum die Risiken im März weiterhin hoch sind.
Ethereum: Spekulative Stimmung hält Kurs in spannender Seitwärtsbewegung
Laut Daten von CryptoQuant erreichte das Handelsvolumen von ETH auf Binance in den letzten 30 Tagen etwa 29,6 Mio. ETH. Das ist der höchste Wert seit September des vergangenen Jahres.
Zur gleichen Zeit befinden sich aktuell nur rund 3,5 Mio. ETH auf Binance. Die neuesten Zahlen zeigen außerdem, dass das ETH-Angebot auf Börsen stark zurückgegangen ist. Mehr als 31,6 Mio. ETH wurden im Februar 2026 von den Börsen abgezogen. Das ist der höchste Wert an Auszahlungen seit November des Vorjahres.
Deshalb ist das Liquiditätsverhältnis auf etwa 8,47 gestiegen. Analysten berechnen diesen Wert, indem sie das Handelsvolumen in einem bestimmten Zeitraum durch das tatsächlich verfügbare Angebot auf den Börsen teilen. Diese Kennzahl zeigt, wie intensiv das vorhandene ETH-Angebot „genutzt“ wird.
Ein Wert von 8,47 bedeutet, dass die gleiche Anzahl von ETH in kurzer Zeit mehrfach gehandelt wird. Die Trader bewegen also die gleiche Liquidität immer wieder, anstatt nur in eine Richtung zu handeln.
Der Analyst Arab Chain von CryptoQuant erklärte, dass dieses Muster auf sehr aktiven Handel hinweist, der vor allem von Spekulation getrieben wird.
Trader setzen dabei möglicherweise kurzfristige Orders um, fahren Scalping-Strategien oder nutzen ETH als Sicherheit auf Derivatemärkten wie Futures und Perps. Solche Strategien führen zu hohem Handelsvolumen, auch wenn sich das reale Angebot kaum ändert.
„Dieses Muster tritt oft in Zeiten großer Kursschwankungen auf oder wenn sich der Markt gerade neuausrichtet“, erklärte Arab Chain.
Arab Chain ergänzte außerdem, dass Phasen mit hohem Liquiditätsverhältnis historisch oft mit starker Volatilität, besserer Marktliquidität und höherer Risikobereitschaft zusammenfallen.
Daraus ergibt sich, dass kurzfristiges Trading und die Jagd nach schnellen Gewinnen mit Derivaten eine Situation schaffen können, in der es zu Liquidierungen für Trader kommt.
Obwohl viele Analysten optimistisch bleiben, seit ETH die Marke von 2.000 USD überschritten hat, ist der Marktbeobachter IncomeSharks dennoch vorsichtig. Er warnt, dass es womöglich noch zu früh ist, dass Bullen sich freuen können.
Auf dem ETH/USD-Tageschart, handelt ETH unterhalb der SuperTrend-Linie bei rund 2.230 USD. Diese Linie stellt aktuell einen starken Widerstand dar.
„Eine schöne Tageskerze ist gut zu sehen, bedeutet aber nichts, wenn nicht weitere folgen. Die Bullen dürfen feiern, wenn der Schlusskurs über dem SuperTrend liegt oder wenn das Momentum erhalten bleibt”, sagte IncomeSharks.
All diese Beobachtungen zeigen, dass zu viel Optimismus bezüglich einer Ethereum-Trendumkehr im März für Anleger riskant sein könnte.
Laut der neuesten Analyse von BeInCrypto muss Ethereum über 2.140 USD schließen, um die Seitwärtsbewegung zu verlassen, die seit Anfang des vergangenen Monats andauert. Sonst könnte der Kurs weiter fallen.