Das Unternehmen Securitize, das Blockchain-Infrastruktur anbietet, hat Brett Redfearn zum Präsidenten ernannt. Redfearn war früher Beamter bei der US-Börsenaufsicht SEC.
Diese Personalie erfolgt, während immer mehr ehemalige Regulierer Führungspositionen in der Krypto-Branche übernehmen, weil das Segment mehr Glaubwürdigkeit anstrebt.
Securitize vergrößert sich vor Börsengang
In seiner Rolle als Präsident arbeitet Redfearn mit dem Führungsteam von Securitize zusammen, um die Plattform des Unternehmens in den Bereichen Emission, Handel und Fondsverwaltung auszubauen sowie den Austausch mit Aufsichtsbehörden, Börsen und institutionellen Partnern zu fördern.
Redfearn ist für Securitize kein Unbekannter. Er war die vergangenen vier Jahre Vorsitzender des Beirats des Unternehmens, wodurch er das Geschäft bereits gut kennt und in seine erweiterte Funktion einsteigen kann.
„Securitize ist ideal positioniert, um die Einführung einer tokenisierten Finanzinfrastruktur der Zukunft anzuführen”, sagte Redfearn in einer Stellungnahme. „Das Unternehmen setzt von Anfang an auf Tokenisierung mit Fokus auf die Einhaltung der Vorschriften und geht dabei keine Abkürzungen.”
Neben seiner Tätigkeit bei der SEC war Redfearn 14 Jahre bei JP Morgan und leitete zudem den Bereich Kapitalmärkte bei Coinbase.
Carlos Domingo, Mitgründer und CEO von Securitize, erklärte, Redfearn habe eine entscheidende Rolle bei der Struktur und Regulierung moderner Märkte gespielt. Zudem helfe seine Erfahrung, dass der Übergang zu einer tokenisierten Infrastruktur mit dem „Schutz und der Integrität erfolgt, die Investoren erwarten”.
Die Ernennung erfolgt, während sich Securitize auf einen Börsengang vorbereitet. Das Unternehmen hat eine geplante Unternehmenszusammenführung mit Cantor Equity Partners II angekündigt, die an der Nasdaq gelistet sind.
Von Behördenchefs zu Brancheninsidern
Die jüngste Einstellung von Securitize ist das aktuellste Beispiel für mehrere hochrangige Regulierungsberufungen in der Krypto-Branche.
Im vergangenen Monat hat die Krypto-Börse Backpack Mark Wetjen, einen ehemaligen kommissarischen Vorsitzenden der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), zum Präsidenten ihres US-Geschäfts ernannt.
Davor wechselte die frühere kommissarische CFTC-Vorsitzende Caroline Pham von der Behörde und wurde Chefjustiziarin beim Krypto-Finanzunternehmen MoonPay.
Diese Ernennungen zeigen einen grundlegenden Wandel bei der Regulierung in den USA. Ehemalige Behördenvertreter werden für die Branche immer wichtiger.
Unter US-Präsident Trump arbeiteten die SEC und die CFTC enger zusammen. Vorher galten sie als Rivalen, die um Zuständigkeiten stritten. Im März unterzeichneten beide Behörden eine gemeinsame Absichtserklärung und gaben später gemeinsam wichtige Leitlinien zur Einordnung von Krypto-Assets heraus.
Dieser Wandel führte dazu, dass ehemalige Führungskräfte aus beiden Behörden besonders gefragt sind. Sie bringen Fachwissen, Kontakte und Glaubwürdigkeit in die Unternehmen, die nun mit den Regulierern zusammenarbeiten möchten.
Kritiker warnen aber vor Risiken bei dieser Entwicklung.
Im Mai 2025 erklärte das Revolving Door Project, dass die Blockchain Association mit der Einstellung der ehemaligen CFTC-Kommissarin Summer Mersinger mehr erreicht habe, als einer wohlgesinnten Reguliererin zu danken. Die Gruppe warnte, dies könne auch ein Weg sein, um direkten Einfluss auf die Behörde zu gewinnen.
Während die Krypto-Branche in eine entscheidende Phase der Regulierung eintritt, bleibt offen, wo genau die Grenze zwischen den Regelmachern und denen, die davon profitieren, verläuft.





