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Europäische Zentralbank belässt Zinsen – Märkte warten auf Lagardes Ausblick

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Geschrieben von
FXStreet

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Redigiert von
Leonard Schellberg

05 Februar 2026 15:30 CET
  • Die EZB dürfte ihre Leitzinsen erneut unverändert lassen und am vorsichtigen Kurs festhalten.
  • Aktuelle Konjunktur- und Inflationsdaten stützen die abwartende Haltung der Notenbank.
  • Der EUR/USD bleibt vor der Entscheidung technisch stabil über wichtigen Unterstützungen.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hält gerade ihr zweitägiges Treffen ab und wird am Donnerstag ihre Entscheidung zur Geldpolitik bekannt geben. Es wird allgemein erwartet, dass die EZB die Zinsen zum 5. Mal in Folge nicht verändert. Damit bleiben die Zinssätze für Hauptrefinanzierungsgeschäfte, Spitzenrefinanzierungsfazilität und Einlagefazilität bei 2,15 Prozent, 2,4 Prozent und 2 Prozent.

Außerdem wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde danach eine Pressekonferenz geben und die Gründe für die Entscheidung erklären. Kurz vor der Entscheidung liegt das EUR/USD-Paar über der Marke von 1,1800 und hat sich nach einem starken Rückgang vom Hoch im Januar bei 1,2082 stabilisiert.

Was bedeutet die nächste EZB-Entscheidung über Zinsen für dich?

Die EZB steht gut da und will diese Lage beibehalten. Daher sind keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen geplant. Die EZB war eine der ersten großen Zentralbanken, die nach den Inflationshochs während der Pandemie die Zinsen gesenkt hat. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont immer wieder, dass die Geldpolitik in einer „guten Lage“ sei; dies wird sie voraussichtlich erneut sagen.

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Der EZB-Rat hatte im Dezember beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen und keine neuen Hinweise für die Zukunft gegeben. Wie ING feststellte:

„Das Protokoll der EZB-Sitzung im Dezember bestätigt, dass die EZB abwartet – bei gleichzeitig harmloser Ausgangslage, aber weiterhin großen Risiken.“

In letzter Zeit bestätigten die veröffentlichten Makrodaten die Haltung der Verantwortlichen. Die Wirtschaft in der Eurozone zeigt sich nicht nur robust, sondern auch endlich erste Anzeichen für eine Verbesserung.

Laut den aktuellsten Zahlen von Eurostat wuchs die Europäische Union im letzten Quartal um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Jahr 2025 um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Inzwischen ist die Inflation im Januar, wie erwartet, zurückgegangen. Eurostat meldete, dass der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im Jahresvergleich um 1,7 Prozent gestiegen ist, was den Erwartungen entsprach. Im Dezember hatte er bei 1,9 Prozent gelegen. Der Kern-HVPI, der schwankende Preise wie Nahrung oder Energie nicht berücksichtigt, lag wie erwartet bei 2,3 Prozent und damit genau wie im Vormonat.

Zum Schluss ist es wichtig zu erwähnen, dass Präsidentin Lagarde nach der letzten EZB-Ratssitzung deutlich gemacht hat: Obwohl die Geldpolitik in einer „guten Lage“ sei, heißt das nicht, dass es einen festgelegten Weg für die Zinsen gibt. Sie betonte außerdem, dass die EZB von Treffen zu Treffen entscheidet.

In diesem Umfeld dürfte die kommende geldpolitische Entscheidung keine großen Überraschungen bringen. Die meisten gehen davon aus, dass die EZB an ihrem vorsichtigen Kurs festhält. Präsidentin Lagarde wird wohl erneut betonen, dass die EZB abwartet und die wirtschaftliche Entwicklung genau beobachtet, ohne einen festen Plan für die Geldpolitik vorzugeben.

So beeinflusst das EZB-Treffen den EUR/USD-Kurs

Das EUR/USD-Paar bleibt stabil über 1,1800 vor der Entscheidung und zeigte in den letzten zwei Wochen starke Schwankungen. Das EUR/USD-Paar liegt noch immer etwa 300 Pips unter dem jüngsten Hoch, behält aber die meisten seiner Gewinne im Jahr 2025.

Valeria Bednarik, Chefanalystin bei FXStreet, erklärt: „Technisch gesehen scheint das EUR/USD-Paar nach unten gut abgesichert zu sein. Im Tageschart liegt das Paar immer noch klar über allen gleitenden Durchschnitten. Der bullische 20-Tage-SMA steigt weiter und verläuft über dem 100er- und 200er-SMA und bietet Unterstützung bei etwa 1,1760. Gleichzeitig haben sich die technischen Indikatoren nach einem Annähern an ihre Mittellinien wieder nach oben bewegt und zeigen derzeit trotz Schwankungen Stärke.“

Bednarik fügt hinzu: „Das EUR/USD-Paar lag zu Beginn der Woche bei etwa 1,1775 und macht damit den Bereich zwischen 1,1760 und 1,1770 zur nächsten Unterstützung nach unten. Ein Fall unter diese Marke würde den Weg frei machen für die Marke von 1,1700 und weiter zur Zone um 1,1640. Die Bullen hoffen auf eine Erholung über 1,1920, um weitere Käufe zu tätigen und einen Test der 1,2000-Marke zu ermöglichen.“

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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