FED, EZB, Einmalzahlungen: Was hat das alles mit dem Bitcoin Kurs zu tun?

Aktualisiert von Toni Lukic
IN KÜRZE
  • Einmalzahlungen von rund 69 Milliarden US-Dollar befeuern Inflation.
  • Russland liefert kein Gas mehr an die EU und facht die Inflation weiter an. Bitcoin wird zur Nebensache.
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Weltweit herrscht Unsicherheit. Anleger wissen nicht wirklich, wohin mit ihrem Geld. Apropos Geld: Was macht die deutsche Bundesregierung mit einem “Hilfspaket” von 65 Milliarden Euro? Was haben diese Zahlungen mit dem Gaspreis zu tun? Wie könnten sich diese Gegebenheiten auf den Bitcoin Kurs auswirken?

In unsicheren Zeiten wünschst du dir etwas mehr Klarheit? Du willst wissen, wie sich der Krypto-Space lang- und kurzfristig entwickelt? Wir haben uns der Aufgabe angenommen und gehen alle wichtigen Faktoren für dich durch: von fundamentalen Daten bis Fibonacci Unterstützung – von Block bis Chain.

Teil 1 – Marktsituation, Teil 2 – Technische Analyse

Bitcoin Kurs leidet aufgrund von Inflation und steigenden Gaspreisen

In den letzten Reihen ging es bereits um die Bedeutung der beiden Währungshüter, der amerikanischen FED und der europäischen EZB. Maßgeblich auf die Politik dieser beiden Notenbanken wirken sich die Inflationsdaten als auch die gesamtökonomischen Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus.

In den USA macht sich bereits seit einigen Monaten Panik breit, da die FED mit ihren Zinserhöhungen die Geldmenge am Markt drastisch reduziert. Durch diesen Effekt steht uns laut neuesten Analysen namhafter Banken eine US-Rezession bevor.

Jerome Powell, Vorsitzender der FED, kann gar nicht anders, denn der Inflationsmotor läuft so heiß, wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Wieso dies den Bitcoin Anlegern und somit auch dem Kurs so gar nicht schmeckt, haben wir bereits im letzten Artikel angeschnitten.

Nun steht uns, wie auch schon in den Vormonaten, eine weitere Erhöhung um 0,75 Basispunkte seitens der FED bevor. Erst kürzlich sprach sich Gouverneur Christopher Waller für ein solches Vorgehen aus. “Die Inflation ist zu hoch und es ist zu früh, um zu sagen, ob diese weiter steigen wird”, äußerte sich Waller.

Bei der EZB verdichten sich Anzeichen seit letzter Woche ebenfalls auf eine rapide Bremsung der Wirtschaft. Mit einer Erhöhung um 0,75 Basispunkte machten es die Währungshüter der FED gleich. Resultat: Ein Zins von 1,25 Prozent – und damit höchster Wert seit 2011.

Russland ist doch schuld für diese Inflation, oder?

Steigende Gaspreise resultieren in höheren Energiepreisen für uns Verbraucher und diese wiederum in Inflation. Ist doch ganz logisch, oder nicht?

Von der EZB wird uns immer wieder vorgelogen, dass die Inflation von 8,9 % im Juli ganz allein Russlands Schuld sei. Doch was ist mit dem Überschuss an Euronoten, welche in den Corona-Jahren so zahlreich gedruckt wurden?

Dafür ist natürlich auch Russland schuld, könnten wir meinen.

Inflationstreiber ist in den letzten Monaten neben dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, das in den Jahren zuvor gedruckte Geld, Lieferengpässe (vor allem auch in China) und ein Bauboom. Denn mehr Geld verursacht schließlich eine Abwertung des Euro und macht Güter eben für den Verbraucher teurer. Wenn der Verbraucher sich Sorgen um sein täglich Brot machen muss, hat er eben auch kein Geld um in Kryptowährungen, wie Bitcoin, zu investieren.

Dass Putin Europa jetzt den Gashahn zudreht, macht die Geschehnisse um die Inflation und unsere Zukunftssorgen definitiv nicht besser. So betrug die europäische Inflation im Juli für Elektrizität und Gas 17,7 Prozent. Kein Wunder: Russland liefert 40 % des gesamten europäischen Gases. Seit einigen Tagen steht nun nach Nordstream 1 auch Nordstream 2 still.

Und die (deutsche) Bundesregierung?

Angesichts der historisch schwierigen Lage, stellt sich die Frage, wie Staaten den Bürgern wirklich helfen können. Die meisten Staaten gehen den Weg, welcher von Anfang an zur Verdammnis prädestiniert war.

Sie geben den Bürgern noch mehr Geld.

Natürlich kann die einzige Lösung auf Inflation nur noch mehr Geld sein, das wiederum in den Wirtschaftskreislauf gelangt und wiederum eine allgemeine Verteuerung in Gang bringt. Ganze 65 Milliarden Euro lässt der deutsche Staat an Rentnern, Studierende und Auszubildenden auszahlen, um so noch mehr Brennstoff für die ohnehin schon befeuerte Inflation zur Verfügung zu stellen. So zögert der Staat die Probleme wieder weiter hinaus.

Kurzfristig stellt dies natürlich eine Entlastung dar, langfristig sorgt dies wiederum für steigende Preise.

Die Bürger können Bitcoin leider nicht essen – und so bleiben Grundnahrungsmittel die bevorzugte Wahl für viele. Große Investoren hingegen warten auf der Seitenlinie mit Cashreserven, um einzusteigen. Bei diesen ist die Angst vor einem weiteren Abschwung am Markt sehr groß. Der BTC-Kurs hält mittlerweile bei 20.000 USD, es sieht so aus als befänden wir uns nahe am Boden.

Einen besseren Zeitpunkt als jetzt könnte es vermutlich nie wieder geben. Worauf wartest du?

Und was sagt die technische Analyse?

Bitcoin Preis Chart von Tradingview

Unser Analyst Konstantin Kaiser führt aus: “Das Histogramm des MACDs tickt im Monatschart in diesem Monat wieder bärisch tiefer, nachdem es zunächst bullisch höher getickt hatte. Sollte es in diesem Monat bärisch schließen, rückt die bullische Trendumkehr in weite Ferne.

Warum ein höherer-tickendes Histogramm des MACDs im Monatschart ein starker Indikator für eine bullische Trendumkehr ist, erläuterten wir bereits im letzten Artikel.

Bitcoin Preis Chart von Tradingview

Jedoch formte Bitcoin erneut einen höheren Tiefpunkt und könnte jetzt kurzfristig bis rund 20.650 USD oder gar 21.500 USD steigen. Tatsächlich könnte der Boden bei rund 17.600 USD bereits erreicht sein – jedoch fehlt die bullische Bestätigung.

Immerhin bewegt sich Bitcoin seit Wochen eher seitwärts und rangiert zwischen dem Widerstand zwischen 24.280 USD und 25.512 USD und der Unterstützung zwischen 17.600 USD und 19.666 USD.

Bitcoin könnte kurz-bis mittelfristig noch tiefer in die Unterstützungszone zwischen 13.880 USD und 19.666 USD eindringen. Dabei sollte Bitcoin spätestens bei rund 14.000 USD stark abprallen, um eine extrem bärische Abwärtsbewegung in Richtung der 6.000 USD Marke zu verhindern.

Nach oben hin muss Bitcoin jetzt 21.500 USD und 22.700 USD brechen, um erneut den Widerstand bei rund 25.000 USD anzuvisieren. Offiziell befindet sich Bitcoin aber erst in einem neuen Bullenzyklus, wenn BTC die Golden Ratio bei rund 50.000 USD überwindet.

Trotz der fehlenden bullischen Bestätigung, trocknet auch das bärische Momentum aus. Sollte Bitcoin sich weiterhin seitwärts bewegen, rückt auch die bullische Trendbestätigung seitens des MACDs näher.

Es gibt zwar noch Abwärtspotenzial, jedoch könnte Bitcoin sehr wohl bereits bei rund 17.600 USD einen Boden gefunden haben. Falls nicht, ist die 14.000 USD Marke der nächste heiße Bodenanwärter.

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