Der politische Ausschuss Fellowship (PAC) gab am Mittwoch bekannt, dass Jesse Spiro, Vizepräsident für Regulierungsangelegenheiten bei Tether US, zum neuen Vorsitzenden ernannt wurde.
Die Nachricht kommt nach Monaten der Spekulationen über die Aktivitäten des PAC. Im September hatte der Ausschuss zugesagt, 100 Millionen USD an Kandidaten zu vergeben, die sich für Kryptowährungen einsetzen. Diese Gelder wurden bisher jedoch noch nicht verwendet.
Neuer Abschnitt für einen stillen PAC
In seiner Mitteilung erklärte Fellowship, dass Spiro das nächste Wachstumsphase des PAC leiten und die Unterstützung für Kandidaten mit Innovationsinteresse ausbauen wird. Die Ernennung erfolgt, während in den Vereinigten Staaten laufende Vorwahlen stattfinden mit Blick auf die Zwischenwahlen im November.
„Dies ist ein entscheidender Moment für Innovation in den Vereinigten Staaten. Wir haben die Chance, dafür zu sorgen, dass die USA der globale Mittelpunkt für Entwickler, Unternehmer und technologischen Fortschritt bleiben. Fellowship PAC engagiert sich für die Unterstützung von Führungspersönlichkeiten, die verstehen, worum es geht und bereit sind zu handeln”, sagte Spiro.
Mit der Ankündigung zeigt sich Fellowship nach Monaten nahezu völliger Stille wieder in der Öffentlichkeit. Seit dem Start im September hat das PAC lediglich drei öffentliche Stellungnahmen auf seinem X-Account veröffentlicht.
Die lange Ruhe wurde verstärkt hinterfragt, gerade angesichts des Umfangs der ursprünglichen Zusage: einem bereitgestellten Budget von 100 Millionen USD für Kandidaten, die sich für eine positive Regulierung von Kryptowährungen einsetzen möchten.
Berichte der Federal Election Commission zeigen, dass der PAC bisher noch keinen einzigen Dollar von diesen zugesagten Geldern verteilt hat.
Abgelehnte Verbindung nimmt nun konkrete Formen an
Als Fellowship vor sieben Monaten gegründet wurde, nannten erste Berichte Tether als wahrscheinlichen Unterstützer, da das Unternehmen der größte Herausgeber von Stablecoins weltweit ist. Tether kommentierte die Vermutung damals jedoch nicht.
Später dementierte Tether International eine offizielle Verbindung mit dem PAC. Allerdings zeichnen die FEC-Dokumente ein anderes Bild. Fellowship führte Mitchell Nobel, einen Manager von Cantor Fitzgerald, als Schatzmeister auf. Cantor Fitzgerald ist das gleiche Unternehmen, das die Bestände von Tether verwaltet.
Diese langjährigen Gerüchte nehmen nun durch die Ernennung eines aktiven Tether-US-Managers zum PAC-Vorsitzenden konkrete Gestalt an. Zum ersten Mal besteht damit eine formelle und öffentliche Verbindung zwischen dem PAC und einem leitenden Tether-Mitarbeiter.
Die Entwicklung zeigt, dass die Branche rund um Kryptowährungen ihre politische Präsenz vor einer der bedeutendsten Zwischenwahlen seit Jahren bündelt.
Das Ergebnis könnte das regulatorische Umfeld für digitale Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten auf lange Sicht bestimmen.