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Genesis Global Capital meldet offiziell Konkurs an – weiterer Schlag für den Krypto-Markt

3 min
Aktualisiert von Toni Lukic
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IN KÜRZE

  • Am Abend des 19. Januar 2023 meldete Genesis Global Trading offiziell Konkurs an.
  • Zuvor hatte der Fall von Three Arrows Capital das Unternehmen stark in Mitleidenschaft gezogen.
  • Der Konkurs gibt auch den Kunden von Gemini Earn neue Hoffnung auf Entschädigung.
  • promo

Infolge mehrerer erfolgloser Verhandlungen zwischen Genesis, der Muttergesellschaft Digital Currency Group und den Gläubigern, meldet Genesis Trading nun Konkurs nach US-Recht an.

Der Bärenmarkt 2022 setzte Genesis stark zu

Berichten zufolge gelang es dem Unternehmen nicht, die nötige Liquidität aufzutreiben, um die bestehenden Anforderungen der Geldgeber zu erfüllen. Zuvor meinten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg, die Absichten des Unternehmens könnten sich in Abhängigkeit vom Ergebnis der laufenden Gespräche ändern. DCG wollte dazu jedoch keine Stellung nehmen und Genesis reagierte erst gar nicht auf die Anfragen.

Schnee von gestern. In Anbetracht der Konkurseröffnung, welche nicht nur die Genesis Global Holdco, sondern auch die Muttergesellschaft Genesis Global Capital und Genesis Asia Pacific betrifft.

Unter den Gläubigern des Kreditgebers sind vor allem die Kunden von Gemini Earn, einem von Gemini Exchange angebotenem verzinslichen Konto. Genesis erwirtschaftete für 340.000 Earn-Kunden Renditen, indem es deren Kryptoeinlagen im Wert von 900 Millionen US-Dollar an andere Unternehmen verlieh. Dabei behielt der Kreditgeber bis zu 4 % der erwirtschafteten Zinsen ein.

Allerdings wurde Genesis durch den Fall des Singapurer Hedgefonds Three Arrows Capital letztes Jahr stark in Mitleidenschaft gezogen. Dieser schuldete dem Kreditgeber satte 2,4 Milliarden US-Dollar und fügte dessen Liquidität somit erheblichen Schaden zu. Obgleich das Unternehmen die Position von Three Arrows auflöste, pausierte es Mitte November 2022 schließlich auch Abhebungen und Kreditvergaben.

Doch das war noch nicht alles: Zusätzlich hielt Genesis auch Gelder an der bahamaischen Börse FTX. Nachdem die Börse etwa zeitgleich mit den Abhebungsstopps Konkurs angemeldet hatte, saßen auch diese Mittel fest.

Letzte Woche entschied sich DCG schließlich, die Dividendenzahlungen auszusetzen, um seine derzeitige Liquidität zu maximieren. Angeblich plant das Unternehmen auch Vermögenswerte zu veräußern, um Cashflow zu generieren.

Gemini und DCG liefern sich weiterhin einen Schlagabtausch

Ferner befindet sich Genesis in einem öffentlichen Streit mit den Gemini-Mitbegründern Cameron und Tyler Winklevoss. Dieser entstand, nachdem der Kreditgeber am 16. November 2022 unter Berufung auf Liquiditätsprobleme die Abhebungen von Kunden pausiert hatte.

Am 2. Januar 2022 beschuldigte Cameron Winklevoss den DCG-CEO Barry Silbert in einem offenen Brief, sich auf Kosten der Earn-Kunden bereichert zu haben. 

Etwa eine Woche später schrieb Winklevoss einen weiteren offenen Brief, dieses Mal an den Vorstand von DCG. Darin beschuldigte der Gemini-Mitbegründer DCG der Irreführung. Demnach habe das Unternehmen die Öffentlichkeit in dem Glauben gelassen, es habe Genesis die notwendige Liquidität zugeführt, um seine Gläubiger zu bezahlen.

Laut Silbert habe DCG die 1,2 Milliarden US-Dollar der offenen 3AC-Schulden per Schuldschein übernommen. Wie Winklevoss jedoch kritisierte, trage ein solcher Schuldschein wenig dazu bei, die erforderliche Liquidität zu erlangen, um Gläubiger auszuzahlen.

Mit der jüngsten Nachricht über Genesis Konkursanmeldung nach Chapter 11 (ein Sanierungsverfahren für US-amerikanische Unternehmen) meldete Winklevoss sich erneut zu Wort. Wie er in einem Twitter Thread erklärte, sei dies der erste Schritt, um die Kundengelder wiederzuerlangen.

Er betonte allerdings auch die mangelnde Bereitschaft des bankrotten Unternehmens, sich auf ein faires Angebot zu einigen. Der Insolvenzprozess würde offenlegen, wie es tatsächlich zur aktuellen Lage kommen konnte. Sollten die Earn-Kunden demnach keine angemessene Entschädigung erhalten, so würde Gemini eine Klage gegen das bankrotte Unternehmen einreichen. Ferner versprach Winkelvoss alles in seiner Macht Stehende zu tun, um das Maximum der verlorenen Kundengelder zurückzugewinnen.

Als wäre dies nicht genug, verklagte die SEC Genesis und Gemini erst vor kurzem, da sie ihre Earn-Konten angeblich als nicht registrierte Wertpapiere anboten. Gerade noch im Jahr 2021 verzeichnete das Unternehmen 14 Milliarden USD an aktiven Krediten und 130 Milliarden USD in Krypto-Krediten.

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Leonard Schellberg
Leonard Schellberg stieß im Jahr 2021 auf das Thema Kryptowährungen. Nachdem er sich ein fundiertes Wissen über den breiten Kryptomarkt angeeignet hatte, entwickelte er eine besondere Begeisterung für die Möglichkeiten der Distributed Ledger Technologie und Smart Contracts. Darüber hinaus hegt er ein großes Interesse für das globale Finanzsystem, Makroökonomie und Krypto-Trading. Noch während Leonard im Frühling 2022 seinen Bachelor in Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften an der...
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