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Gold erreicht erstmals 5.000 USD – Diese drei Risiken sorgen für Panik

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Phil Haunhorst

26 Januar 2026 12:00 CET
  • Gold überschreitet erstmals 5.000-USD-Marke – Anleger suchen Sicherheit wegen steigender geopolitischer Spannungen
  • Trump droht Kanada mit 100-Prozent-Zöllen wegen China-E-Auto-Deal – Premier Carney weist Freihandelspläne zurück
  • Märkte blicken auf mögliche Yen-Intervention – Fed fragt Banken, US-Shutdown-Wahrscheinlichkeit steigt auf 78 Prozent
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Gold hat zum ersten Mal in der Geschichte die 5.000-USD-Marke pro Unze überschritten. Der Kurs ist allein im Januar um mehr als 650 USD gestiegen. Der Anstieg von 8,5 Prozent in der letzten Woche war der größte Wochenzuwachs aller Zeiten in USD. Es war auch der höchste prozentuale Anstieg seit der Corona-Krise im März 2020. Silber liegt ebenfalls über 100 USD pro Unze und ist in diesem Jahr schon um 44 Prozent gestiegen.

Viele Menschen wollen aktuell ihr Geld in sicheren Anlagen anlegen, weil die Märkte sich auf drei Risiken einstellen müssen: einen Handelsstreit zwischen den USA, Kanada und China, einen möglichen Eingriff beim Yen und die steigende Gefahr eines US-Regierungsstillstands.

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Gold-Rally zeigt schwindendes Vertrauen

TD Securities-Stratege Daniel Ghali sagte dem Wall Street Journal, der Gold-Anstieg hänge mit Zweifeln am weltweiten Finanzsystem zusammen. Das Vertrauen sei erschüttert, aber nicht verloren, sagte er. Sollte es jedoch zusammenbrechen, könnte der starke Kursanstieg noch lange weitergehen.

Es gibt viele Gründe für den starken Anstieg beim Gold. Der USD ist schwächer geworden, unter anderem wegen Trumps Eingreifen in Venezuela, dem Druck auf Fed-Chef Jerome Powell und Handelsstreitigkeiten um Grönland. Die Zinssenkungen der Fed machen US-Staatsanleihen und Geldmarktfonds weniger attraktiv, deshalb steigen die Gold-Kurse.

China kauft seit 14 Monaten in Folge Gold. Auch Polens Zentralbank hat kürzlich einen großen Kauf beschlossen. Die Aktienkurse sind laut Kurs-Gewinn-Verhältnis so hoch wie seit der Dotcom-Blase 2000 nicht mehr. Viele Anleger suchen daher nach anderen Anlagen.

Diese drei Risiken bewegen aktuell die Märkte

Neben der Flucht ins Gold treiben drei konkrete Gründe diese Woche die Zweifel bei Anlegern besonders an.

Handelsstreit zwischen USA, Kanada und China spitzt sich zu

Präsident Trump hat Kanada gedroht, 100 Prozent Zölle zu verhängen, falls das Land ein Freihandelsabkommen mit China schließt. Kanadas Premierminister Mark Carney hat sofort reagiert und gesagt, es gebe keine Pläne für einen solchen Vertrag mit China.

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„Nach dem Freihandelsabkommen mit den USA und Mexiko versprechen wir, keine Abkommen mit Staaten ohne Marktwirtschaft zu schliessen, ohne zuerst zu informieren”, sagte Carney. „Wir wollen das nicht mit China oder anderen Wirtschaften ohne Markt tun.”

Kanada hat im Jahr 2024 eine begrenzte Vereinbarung getroffen, weil China als Gegenreaktion Zölle erhoben hat. Kanada hat dann – wie die USA – 100 Prozent Zölle auf chinesische E-Autos und 25 Prozent auf Stahl und Aluminium eingeführt. China hingegen reagierte mit 100 Prozent Zöllen auf kanadisches Rapsöl sowie 25 Prozent auf Schweinefleisch und Meeresfrüchte. Nun hat Kanada den Zoll auf 6,1 Prozent für E-Autos gesenkt und erlaubt maximal 49.000 Fahrzeuge im Jahr. Das sind ungefähr 3 Prozent der gesamten Autoverkäufe Kanadas.

Trump nannte das allerdings „einen der schlimmsten Deals aller Zeiten” und blieb das ganze Wochenende dabei. Finanzminister Scott Bessent sagte bei ABC: „Wir können nicht zulassen, dass Kanada als Durchgang für Chinas billige Waren in die USA dient.”

Trump verspottete Kanada zudem in sozialen Medien: „China übernimmt Kanada komplett. Sehr traurig. Ich hoffe nur, sie lassen Eishockey in Ruhe!” Die Märkte befürchten, dass Kanada und China am Montag gemeinsam gegen die USA vorgehen könnten.

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Droht jetzt eine Yen-Intervention?

Der Yen hat um 0,7 Prozent zugelegt und steht bei 154,58 Yen je USD. Japans Premierministerin Sanae Takaichi warnte vor Gegenmaßnahmen bei „unnormalen Bewegungen”. Zudem gab es Berichte, die New Yorker Fed habe Banken zu Wechselkursen des Yen befragt. Die Anleger sehen das als Hinweis, dass die USA Japan bei einer Intervention am Devisenmarkt helfen wollen.

Matt Maley, Chefstratege bei Miller Tabak, sagte zu Bloomberg, dass die meisten Versuche, den Yen zu stützen, langfristig die Zinsen erhöhen würden. Die japanischen Politiker hätten daher kaum Spielraum.

Der Yen ist eine der wichtigsten Währungen für sogenannte Carry Trades. Greifen die Notenbanken ein, könnten viele solche Wetten schnell aufgelöst werden. Das würde die Schwankungen an den Märkten verstärken.

Steigende Chancen für US-Shutdown

Bis zum 31. Januar läuft der aktuelle US-Haushalt. Jetzt droht der nächste Streit. An den Vorhersage-Märkten von Kalshi ist die Wahrscheinlichkeit für einen Stillstand auf 78,5 Prozent gestiegen. Der demokratische Mehrheitsführer Chuck Schumer hat angekündigt, das Finanzierungs-Gesetz für das Heimatschutzministerium abzulehnen – nach zwei tödlichen Vorfällen mit Immigrationsbeamten in Minnesota.

Sechs von zwölf Haushaltsgesetzen wurden bereits verabschiedet. Damit die anderen sechs rechtzeitig durchkommen, brauchen die Republikaner aber Zustimmung von Demokraten. Senatorin Patty Murray, eine wichtige Demokratin im Haushaltsausschuss, fordert nun ebenfalls ein Nein: „Staatsbeamte dürfen tagsüber keine Menschen töten, ohne bestraft zu werden.”

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Im Unterschied zur 43-tägigen Schließung im Oktober sind dieses Mal schon einige Bereiche wie Justiz, Handel, Inneres und Landwirtschaft komplett finanziert. Ein kompletter Shutdown gilt daher als unwahrscheinlich. Allerdings könnten andere Ämter ihre Arbeit einstellen. Wegen eines Schneesturms tagt der Senat erst wieder am Dienstag.

Wichtige Ereignisse dieser Woche und ihre Folgen

Die nächste Fed-Entscheidung ist für den 29. Januar angekündigt. Es wird erwartet, dass die Leitzinsen bleiben. Trump drängt jedoch weiter auf Zinssenkungen. Außerdem hat er angekündigt, bald Powells Nachfolger zu nominieren. Das sorgt für noch mehr Unsicherheit. Am 31. Januar läuft der US-Haushalt aus, und in Japan gibt es am 8. Februar Wahlen. Große Tech-Konzerne wie Microsoft und Tesla veröffentlichen zudem diese Woche ihre Zahlen.

Das große Handelsvolumen von Bitcoin am Wochenende zeigt: Viele Anleger sind schon in Panik. Die drei Risiken treffen auf die Märkte, noch bevor die US-Börsen öffnen. Trumps Zolldrohungen sorgen erneut für Unruhe. Wenn frühere Muster zutreffen, könnte ein schlechtes Börsenverhalten dazu führen, dass ein TACO (Tarif-Ankündigung aufgehoben) kommt. Bis dahin bleibt es aber wohl sehr unruhig.

Die Rekordstände bei Gold und Silber zeigen klar: Die Märkte suchen Sicherheit.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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