Gold hatte im März den schlechtesten Monat seit Jahren. Der Grund war nicht nur Panik, sondern auch technische Strukturen.
Eine Analyse von 24K99 zeigt die strukturellen Gründe für den 12%-Einbruch des Goldpreises im März, wodurch die Verkaufswelle, die BeInCrypto bereits berichtete, verständlicher wird.
Hinter den Kulissen des Ausstiegs
Der Goldpreis fiel Ende März auf 4.376 USD je Unze, bevor er sich auf etwa 4.679 USD erholte. Das liegt weiterhin deutlich unter dem Tageshoch aus Januar von 5.626 USD.
Die wichtigste Ursache war ein spekulatives Aufflammen. Nach Angaben von 24K99, die sich auf Goldman Sachs Analystin Lina Thomas beziehen, erreichte die Nachfrage nach Call-Optionen während der Rallye im Januar Rekordwerte. Dadurch entstand eine massiv gehebelte Marktsituation bei Gold.
Als die Operation Epic Fury startete, reduzierten Trader ihre Hebelpositionen in großem Umfang. Viele hielten Gold-Long-Positionen als Absicherung gegen Short-Positionen in Tech-Aktien und Bitcoin. Sie verkauften alles gleichzeitig, sodass auch Gold mit anderen Risiko-Assets stark verlor, obwohl es eigentlich schützen sollte.
Ein stärkerer Dollar verschärfte den Abwärtstrend. Sorgen um die Inflation trieben den Dollar-Index im März auf über 100. Da sich Gold umgekehrt zum Dollar bewegt, verschwand der geopolitische Auftrieb praktisch.
Es kamen zudem Gerüchte über Verkäufe von Zentralbanken auf. 24K99 berichtete, dass die Türkei möglicherweise Reserven verkauft, um die Lira zu stützen. Polen sprach laut Berichten darüber, Gold für Verteidigungsausgaben zu verkaufen. Golfstaaten, die aufgrund von Problemen in der Straße von Hormus weniger Erdöleinnahmen erzielten, könnten ebenfalls Gold verkaufen, um Importrechnungen zu begleichen.
Thomas zeigte sich laut 24K99 vorsichtig in Bezug auf diese Berichte, betonte aber, dass die Gerüchte die Anleger verunsichern. Falls die Verkäufe bestätigt würden, wäre das eine Trendwende, da Zentralbanken seit Jahren als Netto-Käufer von Gold auftreten.
Banken erwarten weiterhin Kurse über 5.000 USD
Goldman bestätigt ihr Jahresziel für den Goldpreis für das Jahresende 2026 bei 5.400 USD. Die Analysten schätzen, dass monatliche Goldkäufe der Zentralbanken von 60 Tonnen den Preis etwa 535 USD pro Unze stützen.
UBS-Analystin Joni Teves senkte ihre Prognose von 5.200 USD auf 5.000 USD. Ihrer Ansicht nach gibt es weiterhin Aufwärtspotenzial, falls das Wirtschaftswachstum nachlässt und die Geldpolitik gelockert wird.