Grundlagen der sicheren Aufbewahrung von Kryptowährungen

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IN KÜRZE
  • Die Aufbewahrung von Kryptowährung fordert einiges an Verantwortung.

  • Heiße Wallets sind komfortabler, während kalte Wallets sicherer sind.

  • Hardware-Wallets bieten eine gute Lösung, sind aber teuer.

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Während Kryptowährungen es jedem erlauben, seine eigene Bank zu werden, bedeutet dies ein hohes Maß an Verantwortung.



Verliert man den privaten Schlüssel, der die digitalen Assets schützt, so sind die Assets auch verloren und können in aller Regel nicht mehr geborgen werden. Es wird geschätzt, dass 20% der Bitcoins, die bisher geschürft wurden, unwiderruflich verloren gegangen sind

Neben dem Risiko seinen privaten Schlüssel zu verlieren, besteht das Risiko dass Hacker in den Besitz des Schlüssels gelangen können. Da Handelsplattformen hohe Geldsummen verwalten, sind diese ein besonders lukratives Ziel für Hacker. So musste beispielsweise die zum damaligen Zeitpunkt größte Handelsplattform Mt. Gox Insolvenz anmelden, nachdem rund 650,000 Bitcoins gestohlen wurden. In diesem Fall können Anleger nur auf eine Teilrückzahlung ihres Guthabens durch ein Insolvenzverfahren hoffen.



Heiße und kalte Wallets

Eine komfortable, aber unsichere Möglichkeit, Kryptowährungen aufzubewahren sind so genannte heiße Wallets wie beispielsweise MetaMask. Grundsätzlich gilt jede Wallet, die private Schlüssel auf einem Gerät mit Internetzugang speichert als heiße Wallet. Das Sicherheitsproblem liegt in diesem Fall darin begründet, dass Geräte, die mit Schadsoftware infiziert sind den privaten Schlüssel unter Umständen auslesen können. Während sich heiße Wallets zwar für den alltäglichen Zahlungsverkehr eignen, sollten sie somit nicht zur langfristigen Lagerung größerer Geldmittel eingesetzt werden.

Eine sichere Möglichkeit, Kryptowährungen aufzubewahren stellen kalte Wallets dar. Hierbei werden private Schlüssel offline gespeichert. Hierbei ist darauf zu achten, dass eine kalte Wallet nur so sicher ist, wie das Gerät auf dem sie angelegt wurde. Daher sollte für die Erstellung einer kalten Wallet ein Live-Betriebssystem von einer vertrauenswürdigen Quelle heruntergeladen und auf einem USB-Stick installiert werden. 

Anschließend startet man dieses Betriebssystem auf einem Computer, der nicht mit dem Internet verbunden ist und legt eine kalte Wallet an. Der private Schlüssel kann dann digital, zum Beispiel auf einem USB-Stick gespeichert, oder in Papierform ausgedruckt und eingelagert werden. Während dies einen optimalen Schutz vor Hackern darstellt, eignen sich kalte Wallets nicht für den Zahlungsverkehr, da eine Wallet automatisch zu einer heißen Wallet wird, sobald der private Schlüssel auf einem Gerät mit Internetanschluss verwendet wird.

Hardware-Wallets

Eine Lösung, welche sowohl Sicherheit als auch Komfort gewährleistet sind Hardware Wallets. Hierbei werden die privaten Schlüssel verschlüsselt auf einem USB-Gerät gespeichert. Um eine Zahlung anzustoßen signiert das Gerät nach Eingabe einer PIN-Nummer die Transaktion. Dadurch wird der private Schlüssel niemals an den ausführenden Computer übermittelt. Weiterhin werden Hardware Wallets durch eine Seed-Phrase gesichert, mit der die privaten Schlüssel wiederhergestellt werden können, falls das Gerät verloren geht. Hardware Wallets der führenden Hersteller können für einen Preis ab 50 Euro erworben werden.

Wie die privaten Schlüssel einer kalten Wallet müssen auch Seed-Phrasen sicher aufbewahrt werden. Hierbei besteht natürlich die Möglichkeit, mehrere Kopien anzufertigen und diese an verschiedenen sicheren Orten aufzubewahren, zum Beispiel bei einem vertrauenswürdigen Notar oder Anwalt. Allerdings erhöht dies wiederum das Risiko, dass die privaten Schlüssel in falsche Hände geraten. Auch sollte hierbei die eigene Sterblichkeit bedacht werden, sodass die privaten Schlüssel bei einem unerwarteten Todesfall an die Erben weitergegeben werden können.

Verwahrungsdienste für Kryptowährungen

Letztlich werden die Möglichkeiten, Kryptowährungen bei einem vertrauenswürdigen Dienstleister in Verwahrung zu geben, ständig verbessert. Verwahrer sind hierbei zum Beispiel Handelsplattformen oder Herausgeber von Debitkarten. Insbesondere in Deutschland, wo es Banken seit Beginn diesen Jahres erlaubt ist, mit Kryptowährungen zu handeln, könnte dies in naher Zukunft eine gute Lösung darstellen.

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Verwahrer die Geldmittel in kalten Wallets hält und eine Versicherung für den Fall von Hackerangriffen abgeschlossen hat. Weiterhin sollte ein sicheres Passwort für den Dienstleister gewählt und in einem Passwort-Manager hinterlegt werden. Zusätzliche Sicherheit bietet die Möglichkeit, Transaktionen nur nach einer Authentisierung mit zwei oder mehreren Faktoren zu genehmigen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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