Der Kurs von Hyperliquid (HYPE) ist seit dem 24. Februar um fast 31 Prozent gestiegen, hat aber danach einen Teil des Gewinns wieder verloren. Zum Zeitpunkt des Artikels lag der Token-Preis bei rund 32 USD. Das sind etwa 4,5 Prozent mehr als am Vortag und ungefähr 20 Prozent mehr als vor sieben Tagen. In den letzten 30 Tagen blieb der HYPE-Kurs im Plus und legte rund 5 Prozent zu. Die meisten großen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, BNB, XRP und Solana machten im gleichen Zeitraum allerdings Verluste.
Der Anstieg hängt mit einer wichtigen Veränderung zusammen: Hyperliquid entwickelt sich gerade zum wichtigsten Ort, um traditionelle Finanzwerte wie Öl, Gold und Aktien rund um die Uhr zu handeln. Jeder Handel sorgt dafür, dass HYPE-Token verbrannt werden. Zudem setzen „schlaue” Investoren überwiegend auf einen steigenden Kurs von HYPE, während viele private Anleger eher auf einen fallenden Kurs setzen.
Hyperliquid löst das größte TradFi-Problem
Traditionelle Finanzmärkte sind am Wochenende und nach Börsenschluss geschlossen. Bei Hyperliquid kann man allerdings Öl, Gold, Silber und sogar Aktien wie NVIDIA mit unbefristeten Futures handeln – 24 Stunden, sieben Tage die Woche und mit hohem Hebel. Dieser Vorteil war am Wochenende vom 1. bis 2. März besonders auffällig.
Das Handelsvolumen der Plattform stieg an nur einem Sonntag auf über 6,4 Milliarden USD.
Die Öl-Perpetuals auf Hyperliquid legten Berichten zufolge fast 20 Prozent zu. Das offene Interesse für Rohstoff-Derivate erreichte angeblich ein Rekordhoch von über 1,1 Milliarden USD.
Das war allerdings kein einmaliger Anstieg. Delphi Digital berichtete, dass tokenisierte TradFi-Assets Ende Januar 31,6 Prozent des gesamten Handelsvolumens auf Hyperliquid ausmachten. Einen Monat zuvor lag der Anteil noch unter fünf Prozent. Metalle, Aktienindizes und Einzelaktien sorgten laut Berichten für diesen Wandel.
On-Chain-Daten von Lookonchain zeigen, dass ein Whale 7,35 Mio. USD in USDC auf Hyperliquid eingezahlt hat, um Long-Positionen in NVDA und SNDK einzugehen. Er hielt über 11,94 Mio. USD in NVDA und 2 Mio. USD in SNDK. Hinzu kamen noch weitere Limit-Orders über 4,53 Mio. USD. Dies fand kurz vor der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse von NVIDIA statt.
Weitere Integrationen haben diese Entwicklung noch schneller gemacht.
Ripple Prime, das Anfang Februar gestartet ist, gibt institutionellen Anlegern Zugang zu Hyperliquid-On-Chain-Perpetuals – und zwar in einer klassischen Prime-Brokerage-Lösung.
Trojan (früher Unibot) hat direkten Bot-Handel ohne Verwahrung für echte TradFi-Assets wie TSLA, AMZN, GOOGL, Gold und Silber direkt im Orderbuch von Hyperliquid integriert.
Am 24. Februar führte CoinShares ein physisch besichertes HYPE-Staking-ETP (Ticker: LIQD) an der Xetra-Börse ein. Das ist das erste regulierte Produkt, das klassischen Investoren sicheren Zugang zu HYPE mit Staking-Erträgen bietet. Somit scheint die Verbindung zwischen klassischer Finanzwelt und Krypto nun in beide Richtungen zu funktionieren.
Das hohe Volumen ist wichtig für den HYPE-Kurs, da es einen direkten und festen Zusammenhang gibt – hier beginnt das sogenannte Burn-Flywheel.
Jeder Handel mit Öl, Gold und Aktien verbrennt Token dauerhaft
Rund 97 Prozent aller Kernhandelsgebühren auf Hyperliquid fließen in den Assistance Fund. Das ist eine Systemadresse, die automatisch HYPE am Markt kauft und die Token endgültig verbrennt.
Auch die HyperEVM-Gebühren werden verbrannt. Dies ist kein Abstimmungsergebnis oder eine Marketingaktion: Es wird vom Code erzwungen, passiert On-Chain und bei jedem Handel – egal, ob es um einen Bitcoin-Perpetual, einen Öl-Future während einer Krise oder um einen großen gehebelten NVIDIA-Trade geht.
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Jüngste On-Chain-Daten zeigen, dass die Plattform in 24 Stunden Gebühren von 2,74 Mio. USD generierte, innerhalb von sieben Tagen waren es 16,96 Mio. USD. In der vergangenen Woche wurden HYPE-Token im Wert von etwa 9,22 Mio. USD verbrannt – das ist mehr als 20 Prozent mehr als in der Vorwoche.
Auf der Angebotsseite werden täglich nur etwa 26.790 HYPE als Staking-Belohnung geprägt. In letzter Zeit wurden an manchen Tagen mehr als 48.000 HYPE verbrannt, was bedeutet, dass jeden Tag über 17.000 Token verschwinden. Das Verbrennen ist aktuell 1,8- bis 2,3-mal schneller als die neuen Token-Emissionen.
Das macht HYPE zurzeit bei diesem Handelsvolumen strukturell deflationär, selbst wenn man die geplante Freischaltung von etwa 9,92 Mio. HYPE am 6. März für die wichtigsten Mitwirkenden berücksichtigt.
Der Mechanismus dahinter ist einfach. Wenn mehr Händler Hyperliquid nutzen, um rund um die Uhr Öl, Gold, Aktien und Rohstoffe zu handeln, entstehen höhere Gebühren. Höhere Gebühren sorgen dafür, dass mehr HYPE am Markt gekauft und anschließend verbrannt werden. Mehr Verbrennungen führen zu einer sinkenden Menge an HYPE. Wird das Angebot kleiner und die Nachfrage steigt, kann das den Kurs stützen. Genau darauf scheint gerade smartes Kapital zu setzen.
„Smart Money“ setzt alles – Kleinanleger wetten dagegen
Die Daten zur Positionierung auf der Chain zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen smartem Kapital und normalen Händlern.
Laut Nansen AI ist die Stimmung bei HYPE in den beobachteten Smart-Money-Wallets „stark bullisch“.
Zu den genannten Teilnehmern gehören Arrington XRP Capital, die eine Long-Position über 286.000 USD bei knapp 31 USD eröffnet haben. Zudem hält Selini Capital etwa 500.000 USD in Gesamtlongs über mehrere Wallets. Außerdem gibt es einige beobachtete Smart-Perps-Händler auf Hyperliquid mit Einstiegen zwischen 25 und 31 USD – alle liegen aktuell im nicht realisierten Gewinn.
Die normalen Händler setzen allerdings meist auf fallende Kurse, vor allem beim Blick auf längere Zeiträume. Die Bybit HYPE/USDT Liquidations-Karte über 30 Tage zeigt, dass es insgesamt etwa 33 Mio. USD an Short-Liquidationen gibt, während auf der Long-Seite nur etwa 23 Mio. USD liegen.
Short-Positionen häufen sich vor allem oberhalb der 34-USD-Zone an. Das erzeugt Potenzial für einen Short Squeeze, falls der Hyperliquid-Kurs diese Grenze überschreitet.
Der Smart Money Index, der die Positionierung gut informierter Trader abbildet, bestätigt das Bild, das auch Nansen AI zeigt. Er stieg am 28. Februar über die Signallinie und fiel damit mit dem Kurssprung zusammen. Während der Rallye Ende Januar drehte der Indikator genau dann nach unten, als der Kurs bei 43 USD gestoppt wurde. Aktuell zeigt der Index wieder nach oben, muss aber noch den nächsten Widerstandsbereich überschreiten, um stärkere Dynamik zu bestätigen.
Die Spaltung ist deutlich: Smartes Kapital sammelt HYPE, während normale Händler eher auf fallende Kurse setzen. Diese Ausgangslage, zusammen mit den vielen Liquidationen über dem aktuellen Kurs, hat oft zu schnellen Kursschüben geführt. Die technischen Marken zeigen auch diesmal, wohin es als Nächstes gehen könnte.
HYPE peilt 62 USD für neues Allzeithoch an
Der Kursanstieg von Hyperliquid wurde technisch noch wichtiger, als HYPE die 20-Tage-EMA – einen Trendfolge-Indikator – wiedereroberte. Das letzte Mal geschah das Ende Januar. Daraufhin stieg HYPE etwa 81 Prozent bis auf 43 USD, bevor Verkäufer eine Korrektur auslösten.
Obwohl der Kurs jetzt schon 31 Prozent vom letzten Tief entfernt ist, liegt HYPE aktuell nur etwa 15 Prozent über seiner 20-Tage-EMA. Im Januar war der Token an diesem Punkt schon viel weiter voraus, bevor die Rallye auf die vollen 81 Prozent beschleunigte. Daraus folgt, dass aufwärts noch Raum sein könnte, wenn das Muster sich wiederholt.
Technische Widerstandslevel zeigen, dass der nächste wichtige Bereich bei etwa 34 USD liegt. Dort beginnen die Short-Liquidierungen stark anzusteigen. Das ist der erste echte Test. Ein Ausbruch über 34 USD könnte eine Kette an Short-Liquidationen auslösen und die Bewegung beschleunigen.
Bei 39 USD folgt ein weiteres Niveau, dann bei 43 USD. Jenseits von 43 USD liegen die nächsten Zielmarken bei 48 USD und 62 USD. Das wäre dann ein neues Allzeithoch und würde das bisherige Hoch aus September 2025 von über 59 USD übertreffen. Vom aktuellen Kurs bei etwa 32 USD wäre das ein Anstieg von rund 90 Prozent.
Wenn der Kurs unter 30 USD fällt, wird die bullische Struktur schwächer. Sollte der Kurs sogar unter 25 USD sinken, wäre das bullische Szenario komplett ungültig, auch wenn der TradFi-Burn-Mechanismus weiterhin stark bleibt.