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Indien nimmt Schlüsselfigur im 800-Millionen-USD-Bitcoin-Betrug fest

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Geschrieben von
Mohammad Shahid

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Redigiert von
Leonard Schellberg

12 März 2026 14:30 CET
  • Indien nimmt Ayush Varshney fest, Verbindung zum 800-Millionen-USD-Bitcoin-Ponzi-Schema.
  • Der Betrug 2015 lockte mit 10%-Rendite pro Monat, tausende Opfer.
  • Der Fall verzögerte sich, nachdem Mastermind Amit Bhardwaj 2022 starb, wodurch die Strafverfolgung schwieriger wurde.
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Indische Ermittler haben einen wichtigen Fortschritt bei der Investigation eines massiven Bitcoin-Betrugs erzielt. Die Behörden haben Ayush Varshney festgenommen, einen Unternehmer, dem vorgeworfen wird, beim Aufbau des bekannten GainBitcoin-Systems geholfen zu haben. Das System soll etwa 800 Millionen USD von Investoren rund um die Welt erbeutet haben.

Die Festnahme erfolgte fast zehn Jahre nach Beginn des Betrugs, der während des frühen Booms der Kryptowährungen startete.

Ermittler des Central Bureau of Investigation (CBI) nahmen Varshney am Flughafen von Mumbai fest, als er offenbar versuchte, das Land in Richtung Sri Lanka zu verlassen. Die Beamten hatten eine Fahndungsausschreibung für ihn erstellt und ihn während der Kontrolle bei der Ausreise festgehalten.

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Die Behörden sagen, dass die Festnahme dabei helfen könnte, wichtige Details zur Technik hinter dem System aufzudecken.

Erschütternder Bitcoin-Betrug: So wurde das GainBitcoin-System groß

Das GainBitcoin-Programm entstand um 2015, als Bitcoin für viele Retail-Investoren noch unbekannt war. Es wurde von Amit Bhardwaj gestartet, der die Plattform als Chance für Investment in Bitcoin-Mining präsentierte. 

Investoren wurde gesagt, dass sie Mining-Verträge kaufen und für bis zu 18 Monate jeweils 10 Prozent monatliche Rendite in Bitcoin erhalten könnten.

Das Pozi-ähnliche Versprechen von GainBitcoin
Das Pozi-ähnliche Versprechen von GainBitcoin

Das Versprechen verbreitete sich schnell durch Seminare, Werbung im Internet und ein Empfehlungsnetzwerk.

Teilnehmer wurden dazu ermutigt, neue Investoren zu werben und dafür Provisionen zu erhalten. Diese Multi-Level-Marketing-Struktur sorgte für ein schnelles Wachstum in Indien, Südostasien, Teilen von Europa und dem Nahen Osten.

Die Behörden kamen später zu dem Schluss, dass die Renditen nicht dauerhaft leistbar waren. Ermittler vermuten, dass die frühen Auszahlungen vor allem aus den Einlagen neuer Investoren erfolgten, was ein typisches Zeichen für Ponzi-Operationen ist.

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Kursabsturz sorgt für MCAP-Token-Wechsel, das steckt dahinter

Ab 2017 begann das System zu zerfallen.

Anstelle von Auszahlungen in Bitcoin erhielten Anleger auf einmal einen Kryptowährung-Token namens MCAP. Betroffene, die mit Bitcoin-Belohnungen gerechnet hatten, bekamen Token mit eingeschränkter Liquidität und unklarem Wert.

Laut Ermittlern half die Ausgabe des Tokens, den Zusammenbruch zu verzögern, indem ausstehende Bitcoin-Zahlungen durch ein neues digitales Asset ersetzt wurden.

Die Behörden werfen Entwicklern mit Verbindung zu Darwin Labs vor, Teile des Systems gebaut zu haben, darunter die Wallet-Struktur, die GainBitcoin-Plattform und den MCAP-Token-Vertrag.

Festnahmen, Tod des Drahtziehers, lange Ermittlungen

Der mutmaßliche Drahtzieher Amit Bhardwaj wurde 2018 festgenommen, später jedoch auf Kaution freigelassen.

Sein Tod durch Herzstillstand im Jahr 2022 erschwerte das Vorgehen der Justiz. Er galt als Hauptverantwortlicher des Systems.

Die Behörden schätzen, dass dieser Bitcoin-Betrug Tausende von Investoren betraf und sich auf etwa 6.600 Crore Rupien (800 Millionen USD) belief.

So führte Amit Bharadwaj das Ponzi-System. Quelle: X/Inc42
So führte Amit Bharadwaj das Ponzi-System. Quelle: X/Inc42

Im Laufe der Jahre wurden mehrere Werber und Mitwirkende festgenommen. Ermittler berichten, dass mindestens acht Personen zu verschiedenen Zeitpunkten verhaftet wurden.

Jedoch bleibt dieser massive Bitcoin-Betrug weiterhin kompliziert.

Gelder wurden über Krypto-Wallets, ausländische Börsen und internationale Netzwerke verschoben. Die Behörden haben mehr als ein Dutzend Orte durchsucht und digitale Spuren verfolgt.

Warum Varshney jetzt festgenommen wurde

Ermittler sagen, Varshneys mutmaßliche Rolle war vor allem technischer Natur.

Er hat Darwin Labs mitgegründet, ein Unternehmen, das laut Behörden wichtige Systeme für GainBitcoin entwickelt hat. Mit Fortschritt der Ermittlungen untersuchten die Beamten verstärkt die Entwickler hinter der Plattform.

Varshney war zuvor nicht in Haft, blieb jedoch im Visier der Ermittler. Die Fahndungsausschreibung gegen ihn deutet darauf hin, dass befürchtet wurde, er könnte das Land verlassen.

Sein Versuch, Indien zu verlassen, führte schließlich zur Festnahme.

Wird Varshney nach den indischen Gesetzen zu Betrug und krimineller Verschwörung verurteilt, drohen ihm mehrere Jahre Haft, gegebenenfalls bis zu zehn Jahre oder sogar mehr, abhängig vom Urteil des Gerichts.

Haftungsausschluss

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