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Verschiedene Ansätze: Wie Institutionen laut Talos’ Samar Sen an digitale Assets herangehen

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Geschrieben von
Lynn Wang

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Redigiert von
Phil Haunhorst

04 März 2026 07:00 CET

Der Einstieg von Institutionen in Krypto ist heute sehr unterschiedlich. In den letzten Jahren haben große Finanzinstitute verschiedene Wege im Umgang mit Krypto-Märkten gewählt. Einige konzentrieren sich auf die Tokenisierung und bringen klassische Finanzprodukte in eine programmierbare Form. Banken testen außerdem Modelle mit tokenisierten Einlagen, interne Abwicklungssysteme und geben sogar eigene digitale Vermögenswerte wie Stablecoins heraus.

Während mehr und mehr institutionelles Geld in die Kryptomärkte fließt, ist oft nicht entscheidend, wer teilnimmt – sondern wie diese Teilnahme innerhalb der Bank oder Firma geregelt wird. Regulatorische Vorgaben, Arbeitsabläufe und die innere Überzeugung für Krypto entscheiden oft darüber, ob eine Strategie umgesetzt wird oder nicht.

Im exklusiven Gespräch mit BeInCrypto bei dem Liquidity Summit 2026 in Hongkong erklärte Samar Sen, Leiter der internationalen Märkte bei Talos, wie diese internen Prozesse ablaufen, wenn eine Institution neue Chancen bei digitalen Vermögenswerten prüft.

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Adoption braucht mehr als Regeln

Laut Sen bleibt ein klarer regulatorischer Rahmen der wichtigste Faktor für einen Einstieg von Institutionen. Er sagte, dass in vielen Ländern Fortschritte erzielt wurden, die Unsicherheit abbauen. Allerdings sind eindeutige Regulierungen weiter nötig, damit sich Krypto im großen Stil durchsetzt.

„Wir haben viele Fortschritte bei der Regulierung auf der ganzen Welt gesehen“, sagte Sen.

Früher war die Infrastruktur oft das größte Problem. Heute gibt es Verwahrungslösungen, Handelsplattformen und Portfolio-Systeme speziell für große Kunden in allen wichtigen Märkten. Sie schließen viele Lücken, die den Einstieg in die Kryptowelt früher erschwert haben.

Doch auch wenn es klare Regeln und gute Technik gibt, liegt für viele Firmen das größte Problem noch intern. Sen erklärte weiter:

„In manchen Unternehmen prüft das Management die zugrunde liegende Technologie noch oder braucht Zeit, um das Potenzial zu verstehen, wie Krypto die Finanzwelt verändern kann.“

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Das Zögern kommt laut Sen meist daher, dass die Technologie neu ist – weniger wegen grundsätzlicher Ablehnung. In Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten am Markt sind, dauert es einfach, bis wirklich Überzeugung wächst. So können Projekte mit digitalen Vermögenswerten stocken, selbst wenn die äußeren Bedingungen passen.

So wird Vertrauen bei Institutionen aufgebaut: Die Compliance-Checkliste

Auf die Frage, was Institutionen wirkliches Vertrauen zu Krypto-Partnern gibt, widersprach Sen der Vermutung, dass gute Sichtbarkeit ausreicht. Er meinte zwar, dass Branchenevents oder bekanntere Marken die Sichtbarkeit erhöhen. Doch das eigentliche Vertrauen wächst anders.

„Vertrauen entsteht in der Regel zuerst, wenn es sich um lizenzierte oder regulierte Firmen im jeweiligen Land handelt“, sagte Sen.

Er ergänzte, dass Institutionen stark auf interne Kontrollen achten, wie SOC 2 Typ II-Zertifikate, Nachweise über Prüfungen und funktionierende Schutzmaßnahmen. Erfahrung zählt ebenfalls – besonders, wenn die Führung aus der klassischen Finanzwelt kommt und unter Regulierung bereits gute Arbeit geleistet hat.

Auch ob andere Firmen bereits dieselbe Technik nutzen, ist wichtig. Institutionen achten darauf, wie verbreitet eine Lösung innerhalb der Branche ist. Sen erklärte dazu:

„Wenn du eine große Bank bist und mit einem Anbieter für Technologie sprichst, und dieser Anbieter liefert die Technik auch an andere Banken oder Wettbewerber, dann kann das zusätzlich Vertrauen schaffen.”

Institutionen handeln unterschiedlich schnell

Auch wenn klare Regulierungen und funktionierende Technik die Grundlage bilden, steigen nicht alle Institutionen auf die gleiche Weise bei Krypto ein. Sen beschreibt drei unterschiedliche Gruppen, die sich im Markt herausbilden.

Einige sind Vorreiter. Diese Firmen verstehen früh, dass sich Kapitalmärkte grundlegend verändern, und setzen schon vor absoluter Sicherheit Ressourcen ein. Sie bauen eigene Abteilungen für digitale Assets auf und testen neue Anbieter und Systeme aktiv.

Andere halten sich eher zurück. Diese „Fast Follower“ warten auf klarere Vorschriften oder den Nachweis, dass ein Konzept funktioniert, bevor sie stärker einsteigen. Sie haben weniger Risikobereitschaft und setzen oft erst auf eine Lösung, wenn andere sie geprüft haben.

Dann gibt es Institutionen, die eher zurückhaltender sind. Dort gibt es etwa noch keine feste Überzeugung innerhalb der Führung, dass die Technologie Vorteile bringt. Oder es gibt zwar Teams für digitale Assets, aber ohne Abstimmung – so entstehen zersplitterte Strategien.

Sen betonte, dass nicht alle Firmen im gleichen Tempo vorangehen müssen. Verschiedene Risikobereitschaften und interne Vorgaben bestimmen die Geschwindigkeit.

„Und das ist auch okay, denn rund um Krypto und die Technik gibt es viele Wege, in die neue Anlageklasse einzusteigen und mit den Anbietern und Akteuren in der Branche vertraut zu werden. Wir helfen gern beim Durchblick.“

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project gibt dieser Meinungsartikel die Perspektive des Autors wieder und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten von BeInCrypto wider. BeInCrypto bleibt einer transparenten Berichterstattung und der Einhaltung höchster journalistischer Standards verpflichtet. Den Lesern wird empfohlen, die Informationen unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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