Der Sprecher des iranischen Parlaments hat US-Investoren am Sonntag geraten, auf steigende Kurse zu setzen. Bis Montagmorgen hatte der S&P 500 fast 900 Milliarden USD an Marktkapitalisierung zurückgewonnen.
Diese Entwicklung vollzog sich innerhalb von etwa 15 Stunden, ausgelöst durch einen Beitrag in den sozialen Medien aus Teheran und ein Update von Truth Social aus Washington.
Wie ein Wochenend-Post die Rallye am Montag auslöste
Mohammad Bagher Ghalibaf, Sprecher des iranischen Parlaments, forderte Investoren auf zu beachten, dass Nachrichten aus den USA vor Börsenöffnung oft eine Vorbereitung für Gewinnmitnahmen seien.
Seine Botschaft an Investoren war eindeutig: Wenn der Markt fällt, setzen Sie auf steigende Kurse.
Um 18:00 Uhr ET eröffneten die S&P 500 Futures fast 1 % schwächer und näherten sich damit der offiziellen Korrekturzone um 30 Punkte. Allerdings hatten die Futures bis 23:00 Uhr ET diese Verluste komplett wettgemacht und notierten im Plus.
Am Montag, dem 30. März, um 7:25 Uhr ET, schrieb US-Präsident Trump auf Truth Social, dass die USA mit dem von ihm als „neues und vernünftigeres Regime” bezeichneten Iran über ein Ende der Militäreinsätze verhandeln.
Er ergänzte, dass die USA ohne eine Einigung iranische Energie- und Wasser-Infrastruktur ins Visier nehmen würden.
Daraufhin notierte der S&P 500 etwa 100 Punkte über dem nächtlichen Tagestief, womit rund 900 Milliarden USD an Marktkapitalisierung wiedergewonnen wurden.
„Wir erleben die ungewöhnlichste Zeit in der Börsengeschichte”, schrieben Analysten beim Kobeissi Letter.
Märkte auf geopolitischem Drahtseil: Risiken bleiben hoch
Die Rallye erfolgt angesichts andauernder militärischer Spannungen zwischen den USA und Iran, gestörter Öllieferungen durch die Straße von Hormus sowie Rohölpreisen von über 100 USD je Barrel seit mehreren Wochen.
Das Kursplus war ein klassischer, von Schlagzeilen ausgelöster Volatilitätsanstieg und kein struktureller Wandel, da die physischen Öl-Märkte trotz Erholung bei Aktien angespannt bleiben.
Bemerkenswert ist, dass bisher keine formale Einigung erzielt wurde.
Ghalibafs Beitrag wurde weithin als Kritik an dem angenommenen Einfluss von US-Sozialen Medien auf die Finanzmärkte verstanden. Ob die Rallye anhält, hängt davon ab, ob im diplomatischen Bereich Fortschritte über Truth Social hinaus erzielt werden.