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IRS rückt Krypto-Börsen mit neuem Steuersystem in den Fokus

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Phil Haunhorst

08 März 2026 08:15 CET
  • IRS plant ausschließliche digitale Zustellung für Krypto-Steuerformular 1099-DA
  • Börsen müssen Krypto-Verkäufe und deren Anschaffungskosten melden.
  • Neue Regeln erweitern IRS-Kontrolle über Krypto-Handel
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In einem Vorschlag, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, teilte die US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) mit, dass sie plant, Krypto-Brokern wie Coinbase und Kraken zu erlauben, Steuerformulare zu digitalen Vermögenswerten nur noch elektronisch zuzustellen. Sie müssten dann keine optionalen Papierkopien mehr anbieten.

Die vorgeschlagene Regel betrifft das Formular 1099-DA. Dieses neue Dokument dient der Meldung von Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten.

IRS setzt auf digitale Krypto-Steuererklärung mit Formular 1099-DA

Neue Vorgaben im Rahmen des digitalen Meldeverfahrens könnten beeinflussen, wie Krypto-Händler Steuerunterlagen erhalten. Ebenso betrifft es die Art und Weise, wie Börsen Nutzeraktivitäten melden.

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Ab diesem Jahr müssen Krypto-Broker sowohl den Bruttoerlös als auch die Anschaffungskosten von Verkäufen digitaler Vermögenswerte an die IRS melden.

Steuerberichtswesen wird digital

Die IRS erklärte, dass diese Änderung die Zustellung von Steuerformularen für Broker vereinfachen und den Verwaltungsaufwand beim Ausdrucken und Versenden in Papierform verringern würde.

„Diese vorgeschlagenen Regelungen würden im Allgemeinen nicht verlangen, dass Broker die 1099-DA-Mitteilungen auf Papier an einen Kunden übermitteln, der nicht der elektronischen Übermittlung zugestimmt hat“, heißt es im Vorschlag der Behörde.

Mit der neuen Regel könnten Börsen Steuerdokumente ausschließlich über digitale Kanäle wie Benutzer-Dashboards oder E-Mail-Benachrichtigungen bereitstellen.

In manchen Fällen dürfte es Brokern sogar erlaubt sein, Dienstleistungen für Kunden zu beenden, die die elektronische Zustellung ablehnen.

Der Vorschlag zeigt den breiteren Ansatz der IRS, ihre Steuer-Infrastruktur zu modernisieren, während der Handel mit Kryptowährungen immer stärker in den Hauptstrom rückt.

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Erweiterte Meldepflichten

Der Vorschlag zur rein elektronischen Zustellung kommt zu einer Zeit, während die IRS beginnt, ein neues System zur Nachverfolgung von Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten zu implementieren.

Nach den aktuellen Regeln, die dieses Jahr in Kraft getreten sind, müssen Krypto-Broker detaillierte Informationen zu den Trades der Nutzer mit dem Formular 1099-DA melden.

Die Meldung umfasst sowohl Bruttoerlöse als auch Anschaffungskosten. Dadurch kann die IRS mögliche Gewinne oder Verluste aus den jeweiligen Kryptoaktivitäten automatisch berechnen.

Für Aufsichtsbehörden bedeutet der neue Rahmen eine deutlich bessere Übersicht über den Kryptohandel.

In der Vergangenheit waren Behörden stark auf die Eigenauskunft von Krypto-Anlegern angewiesen. Dies führte zu Lücken bei der Durchsetzung.

Mit den direkten Meldungen von Börsen erhält die IRS nun strukturierte Transaktionsdaten, die helfen können, zu niedrige Kapitalerträge oder nicht gemeldete Krypto-Verkäufe aufzuspüren.

Strengere Kontrollen für Krypto-Investoren

Der Fokus der Behörde auf stärkere Melderegeln folgt auf eine Zunahme von Maßnahmen gegen Nutzer digitaler Vermögenswerte.

Die Krypto-Steuerplattform CoinLedger berichtete im vergangenen Jahr von einem deutlichen Anstieg der Zahl an US-Investoren, die IRS-Warnbriefe zu ihren Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten erhalten haben.

Viele dieser Schreiben sollten daran erinnern, dass Transaktionen mit Kryptowährungen steuerpflichtige Vorgänge sein können und in der Bundessteuererklärung angegeben werden müssen.

Auf Reddit berichtete ein Kryptoanleger, dass er das Schreiben 6174 erhalten hat. Dieser Brief erinnert Steuerzahler daran, Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten anzugeben.

„Letzte Woche bekam ich einen Brief von der IRS wegen meiner Bitcoin-Aktivitäten und habe viel mehr Panik bekommen, als notwendig war“, schrieb der Nutzer. „Einen Moment hatte ich wirklich Angst, dass mir eine Steuerprüfung droht.“

Später erfuhr der Anleger jedoch, dass der Hinweis nur zur Information diente und ähnliche Schreiben auch an viele andere Kryptoinhaber gesendet wurden, sogar an solche, die gar keine Vermögenswerte verkauft haben.

Vorschlag weiterhin für Feedback offen

Der Vorschlag der IRS, die Zustellung von Krypto-Steuerformularen ausschließlich elektronisch zuzulassen, ist bislang noch nicht endgültig beschlossen. Die Behörde nimmt derzeit noch öffentliche Kommentare entgegen, bevor sie entscheidet, ob die Regelung offiziell eingeführt wird.

Die Änderung könnte ein weiterer Schritt sein, um Krypto stärker in das allgemeine Finanz- und Steuerwesen zu integrieren.

Gleichzeitig geht die politische Debatte um die Besteuerung von Krypto in Washington weiter. Präsident Donald Trump hat beispielsweise in der Vergangenheit Entlastungen bei Steuern für bestimmte Krypto-Aktivitäten in den USA ins Gespräch gebracht.

Das unterstreicht die anhaltenden politischen Diskussionen zum Thema Regulierung digitaler Vermögenswerte. Derweil konzentriert sich die IRS jedoch darauf, die Aufsicht über die schnelllebige Krypto-Wirtschaft weiter zu verstärken.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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