JPMorgan-Chase-Chef Jamie Dimon sagt, dass die Beleihung von Wertpapieren („Margin Debt”) den höchsten Stand in der Geschichte der Märkte erreicht hat. Außerdem hebt er mehrere Risiken hervor, die Investoren aus seiner Sicht nicht genau genug betrachten.
Dimon sprach am Mittwoch mit CNBC. Er nannte vier Quellen für die hohe Verschuldung: Prime Broker, Hedgefonds, gehebelte ETFs sowie Arbitrage-Geschäfte mit Staatsanleihen. Er sagte, die Gesamtsumme habe ein aus seiner Sicht sehr hohes Niveau erreicht.
Risiko Eins: Rekordstand der Margin Debt bleibt oft unbemerkt
Dimon sagt, dass die Margin Debt jetzt auf einem historischen Höchststand steht. Zudem erklärt er, dass Aufseher nicht alles davon sehen können. Ein großer Teil dieser Kredite wird gar nicht als „Margin Debt” bezeichnet.
Banken und Broker führen diese Kredite unter unterschiedlichen Begriffen in ihren jeweiligen Bilanzen. Daher ist es schwierig, die tatsächliche Höhe der Verschuldung im System zu erkennen.
Risiko Zwei: Schneller Schock statt langsamem Rückgang
Dimon warnt, dass hohe Verschuldung die Chance auf eine plötzliche Störung erhöht, statt auf einen schrittweisen Rückgang. Er verweist auf das aktuelle Beispiel der Abwicklung von Situational Awareness, einem auf KI spezialisierten Hedgefonds.
JPMorgan war dabei einer der Prime Broker dieses Fonds. Dimon meint, der Markt konnte diese Entwicklung gut verkraften. Dennoch lagen drei Citadel Fonds danach klar im Plus, da sie die problematischen Aktien stark vergünstigt kaufen konnten. Das zeigt, wie der Zusammenbruch bei einem Fonds anderen schnell neue Chancen eröffnet.
Risiko Drei: Die Fed überwacht nun Private Credit
Dimon sagt, dass die US-Notenbank seit dieser Woche die Privatkreditmärkte prüft. Aktuell sieht er darin keine Bedrohung für das gesamte System. Dennoch findet er, die Aufseher sollten genau hinsehen. BeInCrypto hat bereits einen großen Stopp von Rückzahlungen im Private Credit bei einem wichtigen Kreditgeber beobachtet. Dies weist darauf hin, dass dieser Bereich bereits unter Druck steht.
Risiko Vier: Überhöhte Bewertungen bei Aktien und Anleihen
Dimon wiederholt seine frühere Warnung zu Aktien und Anleihen. Nach Dimons Ansicht würde er aktuell keine lang laufenden Staatsanleihen oder einen ganzen Aktienmarkt zu diesen Kursen kaufen. Er meint, die Renditen für Staatsanleihen spiegeln bereits Inflationsannahmen wider, die ihm zu optimistisch erscheinen.
Außerdem merkt er an, dass die Aktienbewertungen aktuell zu den fünf bis zehn höchsten Werte aller Zeiten zählen. Dennoch rät er davon ab, pauschale Aussagen zu treffen. Einzelne Aktien könnten jederzeit günstig bewertet sein. Diese Regel gilt nicht nur in den USA, sondern auch global.
Dimon sieht alle vier Risiken als Dinge, die Investoren beobachten sollten, nicht aber als Grund zur Panik. Die Prüfung der Privatkreditmärkte durch die Fed wird zeigen, wie ernst Investoren seine Warnung nehmen sollten.
„Es besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass etwas den Markt schnell stört und die Investoren dadurch verunsichert werden.”
Jamie Dimon, Bloomberg









