Polymarket steckt in einem Skandal wegen eines Beitrags auf Social Media über den Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der Prognosemarkt behauptete, Bezos habe jungen Unternehmern kürzlich geraten, zuerst normale Jobs zu machen, bevor sie ein eigenes Unternehmen gründen.
Bezos widersprach dieser Aussage sofort. Diese Situation sorgt wieder für Bedenken, weil Prognosemärkte wie Polymarket in den sozialen Medien oft unbestätigte Nachrichten und Falschinformationen verbreiten.
SponsoredPolymarket-Post: Jeff Bezos wehrt sich öffentlich
Am Donnerstag veröffentlichte Polymarket einen Beitrag auf X und erklärte, Bezos habe „angehenden Gen-Z-Unternehmern“ geraten, ihre Karriere bei „normalen Jobs“ wie McDonald’s oder Palantir zu beginnen, bevor sie ein eigenes Unternehmen starten.
Einige Stunden später antwortete der Amazon-Gründer auf diesen Post. Er sagte, er habe das nie gesagt, und fragte sich, warum Polymarket sich diese Aussage ausgedacht habe.
Während die Plattform immer mehr Kritik bekam, tauchte ein Video auf, in dem Bezos auf der Italian Tech Week sprach und Ratschläge an junge Unternehmer gab. Allerdings fand dieses Gespräch schon vor fast drei Monaten statt, und Bezos nannte keines der von Polymarket genannten Unternehmen.
„Ich rate jungen Leuten immer: Geht zu einem Unternehmen mit guten Standards, wo ihr viele grundlegende Dinge lernen könnt“, sagte er. Er fügte hinzu: „Ich habe Amazon gegründet, als ich dreißig war. Nicht mit zwanzig. Diese zehn Jahre mehr Erfahrung haben die Chancen auf Erfolg für Amazon verbessert.”
Diese Woche war besonders auffällig, weil Bezos selbst die Aussagen von Polymarket direkt zurückwies.
Gleichzeitig gibt es immer mehr Bedenken, dass Prognosemärkte über Social Media falsche Informationen an ihre Community verbreiten.
Sponsored SponsoredPlattformen wie Polymarket und Kalshi stehen unter erhöhter Beobachtung, weil sie über wichtige Nachrichten berichten, die Ereignisse falsch darstellen oder sogar erfunden sind. Dabei geht es oft um Themen wie Sportwetten oder politische Spannungen.
Nutzer von Social Media wiesen schnell auf konkrete Beispiele hin.
Tragen Prediction Markets zur Verbreitung von Falschinformationen bei?
In den letzten Wochen haben internationale Spannungen stark zugenommen. Beispiele sind die Festnahme von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro, große Proteste im Iran und Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern über den möglichen Kauf von Grönland.
Solche Ereignisse haben für viele Wetten auf Prognosemärkten gesorgt. Oft veröffentlichen diese Plattformen dann Warnungen auf Social Media, die die Realität jedoch nicht richtig wiedergeben.
SponsoredEin Beispiel dafür passierte Anfang des Monats: Polymarket veröffentlichte „Breaking News“ und erklärte, Sicherheitskräfte des iranischen Regimes hätten die Kontrolle über einige der größten Städte verloren.
Auch wenn Irans Regierung politische Probleme hat, kontrolliert sie das Land weiterhin durch Militär und Sicherheitskräfte. Dennoch erreichte dieser Beitrag mit umstrittenen oder falschen Aussagen fast 7 Millionen Aufrufe, 17.000 Likes und 2.000 Weiterleitungen.
Die meisten Kommentare warfen der Wett-Plattform vor, eine Fake-News-Seite zu sein.
Kalshi veröffentlichte auch einen Beitrag über angebliche Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark wegen Grönland. Der Prognosemarkt schrieb, die beiden Länder hätten eine Arbeitsgruppe gebildet, um über das US-Interesse an Grönland zu sprechen. Dieser Beitrag hatte 2,8 Millionen Aufrufe.
Sponsored SponsoredObwohl das Weiße Haus das behauptete, gab Dänemark eine andere Darstellung ab. Dänemark sagte, man habe sich darauf geeinigt, „die Sicherheitsinteressen der USA in Bezug auf Grönland zu besprechen“.
Weder Polymarket noch Kalshi haben sofort auf die Anfrage von BeInCrypto geantwortet.
Auch über verbundene Partner von Kalshi wird berichtet, dass sie auf Social Media erfundene Sportnachrichten posten.
Laut Front Office Sports halten Kalshi und Polymarket trotz Kritik an diesen gefälschten Posts an der Nutzung von Affiliate-Badges fest.
Da Prognosemärkte im nächsten Jahr stark wachsen sollen, beobachten immer mehr Menschen, wie diese Plattformen über Social Media unbestätigte oder irreführende Informationen verbreiten.