Gold ist am Montag um weitere 2% gefallen. Das Edelmetall wird jetzt nahe 4.400 USD gehandelt, ein Kurs, der zuletzt Ende 2025 erreicht wurde. Ein massiver Ausverkauf über drei Wochen hat alle Gewinne von Anfang 2026 wieder verloren gehen lassen.
Der Iran-Krieg hat nicht nur den Ölmarkt erschüttert, sondern auch die Marktlogik, die Gold nach oben getrieben hatte, verändert.
Ölkrise verändert die Rechnung
Gold gilt eigentlich als sicherer Hafen. Investoren kaufen es, wenn die Welt unsicher erscheint. Doch dieser Krieg löste einen Ölpreisschock aus, der alles veränderte.
Steigende Ölpreise treiben die Inflation global nach oben. Die Zentralbanken sollten dieses Jahr eigentlich die Zinsen senken. Jetzt halten sie jedoch die Zinsen stabil, einige diskutieren sogar Erhöhungen. Höhere Zinsen führen dazu, dass Anleihen mehr Ertrag bringen. Im Vergleich dazu bietet Gold keine laufenden Erträge und wird deshalb weniger attraktiv.
Auch der US-Dollar hat sich seit Kriegsbeginn verstärkt. Gold wird in USD bewertet. Ein stärkerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA teurer. Das reduziert die globale Nachfrage und verstärkt den Verkaufsdruck.
Es gibt zudem ein Momentum-Problem. Gold legte 2025 um 64% zu und erreichte im Januar erstmals 5.000 USD. Solche Rallyes locken spekulative Investoren an. Wenn das Sentiment kippt, verkaufen diese Investoren oft als Erste und reagieren schnell. Genau das ist jetzt passiert.
Was der Chart Tradern signalisiert
Gold ist acht Tage in Folge gefallen. Der Wochenverlust lag bei 12%. Der Jahresgewinn beträgt jetzt weniger als 2%.
Am Montag gab es einen kurzen Anstieg über 4.500 USD. Dieser Anstieg hielt jedoch nicht an. Gold rutschte innerhalb von Stunden wieder unter 4.400 USD. Der RSI fiel unter 30, ein Wert, der auf einen überverkauften Markt hindeutet. Einige Trader sehen darin eine Kaufchance, andere sind vorsichtig.
Der Bereich um 4.300 USD ist jetzt eine wichtige Unterstützung. Wird diese Marke unterschritten, könnte der Verkaufsdruck weiter zunehmen. Die meisten Jahresend-Prognosen an der Wall Street liegen weiterhin über 5.000 USD, aber viele Analysten überdenken ihre Einschätzungen derzeit still und leise.