Krypto-Journalist: Die US-Regierung kontrolliert Ethereum und DeFi

28. Dezember 2022, 06:05 GMT+0100
Aktualisiert von Julian Nicácio
28. Dezember 2022, 06:05 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Ein populärer Krypto-Analyst warnte seine 1 Millionen Followern vor Kontrollmöglichkeiten der US-Regierung für ETH-Transaktionen.
  • In einem dramatischen Tweet schrieb er, dass die US-Regierung Ethereum und DeFi kontrolliere.
  • Wie kommt der Analyst zu dieser Aussage?
  • promo

Ein Krypto-Journalist warnt vor den Kontrollmöglichkeiten der US-Regierung über Ethereum – der Heimat von DeFi.

Der populäre Journalist Willy Woo berichtete in einem Tweet vom 23. Dezember 2022 über die Zensurmöglichkeiten der US-Regierung für ETH-Transaktionen. Auch wenn sich das Projekt eigentlich der Dezentralität verschrieben hat und sogar die meistgenutzte Plattform für DeFi (dezentrale Finanzen) ist, kann die US-Regierung theoretisch wichtigen Transaktionen beeinflussen, wie Woo erklärte. In dem Tweet schrieb Woo seinen 1 Million Followern:

“Ist das richtig? Nur 3 Monate, nachdem ETH auf PoS (Proof-of-Stake) umgestellt wurde, sind 69 % der Blöcke OFAC-konform? Das bedeutet, dass Ethereum bereits von der US-Regierung kontrolliert wird. Das bedeutet, dass alle DeFi-Apps, die auf ETH laufen, keine dezentralisierten Finanzen sind. Und Transaktionen sind nicht zensurresistent.”

Doch warum warnt Woo seine Follower vor dieser Problematik?

Kontrolliert die US-Regierung wirklich Ethereum?

Eigentlich sollte Ether dezentral sein, d.h., keine zentrale Partei oder Entität kann die Transaktionen der Blockchain unterbinden oder steuern. Allerdings zeigte Willy Woo einen beängstigen Trend auf: 68,57 % der ETH-Transaktionen sind OFAC-konform, d.h., die US-Regierung kann diese Transaktionen im Rahmen der Richtlinien für ausländische Assets (OFAC) beeinflussen. Des Weiteren nahm die Zahl der OFAC-konformen Transaktionen nach dem Merge noch weiter zu, wie Woo berichtete.

Das bedeutet zwar nicht, dass diese Transaktionen komplett unterbunden werden können- schließlich kann sie ein nicht OFAC-konformer Validator genehmigen, nachdem sie ein OFAC-Konformer Validator abgelehnt hat. Zu behaupten, die US-Regierung kontrolliere derzeit Ethereum, ist sogar laut Woo selbst etwas übertrieben. Dennoch gestaltete der Krypto-Journalist den Tweet mit Absicht etwas dramatisch, um auf eine potenzielle Gefahr für DeFi hinzuweisen.

Die Gefahr für Krypto und DeFi

Lehnt ein Großteil der OFAC-konformen Validatoren eine ETH-Transaktion ab, wirkt sich das immer noch auf die Verarbeitungszeit aus. Schließlich muss erst ein nicht OFAC-konformer Validator die Transaktion validieren.

Dies kann insbesondere im DeFi-Bereich eine große Rolle spielen, bei denen Transaktionen teilweise innerhalb von wenigen Sekunden ausgeführt werden müssen. Je größer der Anteil der OFAC-konformen Transaktionen, umso länger die Transaktionszeit- bis zu 20 Minuten, falls 99 % der Transaktionen mit der US-Richtlinie im Einklang stünden.

So nannte Woo die Krypto-Exchange UniSwap als Beispiel:

“Uniswap läuft nicht auf BTC. Bist du glücklich damit, SELL zu drücken und dann 20 Minuten zu warten, bis der Trade ausgeführt wird?”

Theoretisch könnte die US-Regierung also tatsächlich in Zukunft Marktteilnehmer auf dem DeFi-Markt gezielt einschränken. Dennoch beschwichtigten einige Follower den Journalisten: Es sei sehr unwahrscheinlich, dass wirklich alle Ethereum-Validatoren den OFAC-Standard einhalten. Darüber hinaus würde eine deutlich höherer Transaktionsdurchsatz (mehr Transaktionen pro Sekunde) es theoretisch auch bei 99 % OFAC-konformen Transaktionen eine recht kurze nicht OFAC-konforme Transaktion ermöglichen.

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