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Krypto steht vor ungewisser Zukunft im US-Kongress: Wichtige Unterstützer im Senat treten zurück

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Geschrieben von
Camila Grigera Naón

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Redigiert von
Phil Haunhorst

07 März 2026 10:00 CET
  • Neun amtierende Senatoren treten zurück: Fünf Kryptofreundliche Republikaner und vier kryptokritische Demokraten verabschieden sich
  • Zentrale Unterstützer wie Lummis, McConnell und Daines treten zurück – neue Dynamik für Kryptos Einfluss im US-Senat
  • Wechsel in wichtigen Bundesstaaten wie Michigan und North Carolina bestimmen Zukunft der Krypto-Gesetzgebung
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Neun amtierende US-Senatoren haben angekündigt, dass sie bei den diesjährigen Vorwahlen nicht mehr kandidieren werden. Fünf davon sind Republikaner, die sich stark für Krypto-Gesetze eingesetzt haben. Die anderen vier sind Demokraten, die digitale Vermögenswerte und deren Regulierung oft abgelehnt haben.

Wer die ausscheidenden Senatoren ersetzt und welche Haltung diese zu Krypto haben, wird sehr wichtig dafür sein, ob zukünftige Krypto-Gesetze realistische Chancen auf eine Verabschiedung in einem veränderten Kongress haben.

Neun Rücktritte, die die Krypto-Agenda grundlegend verändern könnten

In den letzten Monaten ist die Diskussion über Krypto-Regulierung in den USA immer parteipolitischer geworden. Die Ausgaben für Lobbyarbeit der Branche verschieben sich immer stärker in Richtung der Republikanischen Partei. Dieser Wechsel zeigt bereits Wirkung. 

Die Verabschiedung des GENIUS Act war ein bedeutender Schritt für die Krypto-Branche und wurde vor allem durch die Mehrheit der Republikaner in beiden Kammern ermöglicht.

Da die Vorwahlen im ganzen Land beginnen, könnte das Bild im Kongress Ende 2026 deutlich anders aussehen. Diese Veränderung wird durch die aktuelle Rücktrittswelle im Senat noch wichtiger.

Mitglieder des US-Senats, die 2026 nicht wieder kandidieren. Quelle: Ballotpedia.
Mitglieder des US-Senats, die 2026 nicht wieder kandidieren. Quelle: Ballotpedia.

Unter den ausscheidenden Senatoren sind einige der zuverlässigsten Unterstützer der Krypto-Branche.

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Die Republikanerin Cynthia Lummis aus Wyoming, die sich für den GENIUS Act stark machte, gründete eine nationale Bitcoin-Reserve und war maßgeblich am CLARITY Act beteiligt, tritt nicht erneut an

Mit ihr scheiden auch die Republikaner Steve Daines aus Montana, Joni Ernst aus Iowa, Thom Tillis aus North Carolina und Mitch McConnell aus Kentucky aus. Alle vier wurden von Stand With Crypto, einer von Coinbase unterstützten Non-Profit-Organisation, als „sehr unterstützend” gegenüber Krypto eingestuft.

Auf der anderen Seite verlassen vier demokratische Senatoren den Senat, die gegen den GENIUS Act gestimmt und von Stand With Crypto eine „F”-Bewertung bekommen haben: Dick Durbin aus Illinois, Jeanne Shaheen aus New Hampshire, Tina Smith aus Minnesota und Gary Peters aus Michigan.

Derzeit besteht der Senat aus 53 Republikanern, 45 Demokraten und 2 Unabhängigen.

Wie sich diese Zahlen nach den Vorwahlen und den Wahlen 2026 verändern, wird die Unterstützung für zukünftige Krypto-Gesetze entscheidend beeinflussen. Die Rolle der Parteien wird noch wichtiger, falls weitere Senatoren aus umkämpften Staaten nicht wieder kandidieren.

BeInCrypto hat die bisherigen Kandidaten bewertet, wie sie zum Thema Krypto stehen.

1. Montana

Am Donnerstag gab Daines bekannt, dass er in Montana nicht erneut kandidiert.

Daines war Mitinitiator und Befürworter mehrerer Gesetze zugunsten von Krypto, vor allem des GENIUS Act. Im Jahr 2022 erhielt er einen Digital Future Award vom Crypto Council for Innovation. Zudem betonte er mehrfach in sozialen Medien, dass digitale Vermögenswerte die Zukunft des Finanzsystems entscheidend prägen werden.

Der Zeitpunkt seines Rücktritts sorgte sofort für Diskussionen.

Daines machte seine Ankündigung nur fünf Minuten, nachdem Kurt Alme, der führende Bundesstaatsanwalt von Montana und ebenfalls Republikaner, seine Kandidatur erklärt hatte. Beide Ereignisse fanden direkt vor Ablauf der Bewerbungsfrist statt.

Daines sprach Alme noch im selben Video, in dem er seinen eigenen Rückzug bekanntgab, seine Unterstützung aus. Viele Kritiker sehen darin einen gezielten Versuch, andere Bewerber aus dem Rennen zu halten.

Alme hat sich bisher kaum zum Thema Krypto geäußert. Die Unterstützung, die er erhält, gibt jedoch Hinweise auf seine mögliche Haltung.

Zu den frühen Unterstützern zählten unter anderem Präsident Donald Trump und Tim Scott, der Republikanische Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat. Die Unterstützung dieser beiden könnte darauf hinweisen, dass Alme dem pro-Krypto-Flügel nahesteht.

2. Wyoming

Nur wenige Senatoren haben so viel für Krypto-Gesetze getan wie Lummis. Die Auswahl ihrer Nachfolge ist daher für die Branche besonders wichtig.

Harriet Hageman, derzeit republikanisches Mitglied im Repräsentantenhaus, hat ihre Kandidatur schon angekündigt. Hageman stimmte sowohl für den GENIUS Act als auch für den CLARITY Act und wird von Stand With Crypto aktuell als „sehr unterstützend” gegenüber Krypto eingestuft.

Ihre Kandidatur wird bereits von prominenten Politikern unterstützt. Im Januar sprach sich Wyomings führender Senator John Barrasso öffentlich für Hageman aus.

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Ebenfalls Kandidat ist Jimmy Skovgard, ehemaliges Mitglied der Nationalgarde von Wyoming und ebenfalls Republikaner. Seine Haltung gegenüber Krypto-Gesetzen ist noch nicht bekannt.

Drittbester US-Bundesstaat: Iowa überzeugt im Ranking

Obwohl Senatorin Ernst weniger öffentlich über Krypto spricht als einige ihrer Kollegen, hat sie sich konstant für Krypto-Gesetze eingesetzt. Sie ist Mitglied im Landwirtschaftsausschuss des Senats und hat dafür gestimmt, dass der CLARITY Act im Ausschuss weiter vorankommt.

Iowa galt früher als umkämpfter Bundesstaat, wählt aber inzwischen meist zuverlässig republikanisch. Für die republikanische Nominierung bewirbt sich unter anderem Ashley Hinson, Abgeordnete des Repräsentantenhauses, die als deutliche Vertreterin pro Krypto in Erscheinung getreten ist.

Hinson hat für den GENIUS Act gestimmt und die Verabschiedung des CLARITY Act im Repräsentantenhaus im vergangenen Juli unterstützt. Zudem befürwortete sie das CBDC Anti-Surveillance State Act sowie das Financial Innovation and Technology for the 21st Century Act, bekannt als FIT21.

Auf demokratischer Seite bewirbt sich der Senator von Iowa, Zach Wahls, um das Amt. Seine öffentliche Position zu Krypto-Gesetzen ist bisher noch nicht bekannt.

4. North Carolina:

Tillis hat eine wichtige Rolle beim Zustandekommen des GENIUS Act gespielt. Als Mitglied im Bankenausschuss des Senats setzt er sich zudem offen für klare und wirkungsvolle Regeln im Bereich Krypto ein.

Seine Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, folgte kurz darauf, nachdem er gegen Präsident Trumps innenpolitisches Gesetz gestimmt hatte.

North Carolina hat am Dienstag seine Vorwahl abgehalten. Zwei bekannte Politiker sind nun die Hauptkandidaten bei der kommenden Wahl.

Michael Whatley, ehemaliger Vorsitzender des Republican National Committee, sicherte sich die republikanische Nominierung. Roy Cooper, ein ehemaliger und prominenter Gouverneur, gewann auf demokratischer Seite.

Beide Kandidaten haben laut Stand With Crypto bisher keine öffentliche Haltung zu Krypto gezeigt. Da North Carolina als echter Swing State gilt, wird dieses Rennen für die Krypto-Branche besonders aufmerksam verfolgt.

5. Kentucky: Warum dieser US-Staat für Krypto-Mining attraktiv ist

McConnell, der stets pro Krypto gestimmt hat und als enger Verbündeter Trumps gilt, gab im Februar bekannt, dass er nicht für eine achte Amtszeit im Senat kandidieren wird. Damit endet eine der längsten Laufbahnen im Kongress.

Kentucky gilt weiterhin als klar republikanisch. Obwohl dort momentan ein demokratischer Gouverneur im Amt ist, rechnen nur wenige damit, dass dies 2026 Vorteile für die Partei bringt.

Mehrere Republikaner treten als Nachfolger an. Darunter Andy Barr, Abgeordneter des Repräsentantenhauses, der sowohl für den GENIUS Act als auch den CLARITY Act gestimmt und sich öffentlich für die Kryptobranche ausgesprochen hat.

Ebenfalls im Rennen sind Nate Morris, Geschäftsführer von Morris Industries, und Daniel Cameron, ehemaliger Generalstaatsanwalt des Bundesstaates und langjähriger Vertrauter McConnells.

Alle drei haben laut Stand With Crypto eine positive Bewertung erhalten und sich Trump gegenüber eng positioniert, auch wenn er bisher keinen von ihnen öffentlich unterstützt hat.

Charles Booker, der bereits 2020 und 2022 erfolglos für den Senat kandidiert hat, tritt erneut für die Demokraten an. Seine Haltung zu Krypto hat er noch nicht veröffentlicht.

6. Illinois: Warum dieser US-Bundesstaat jetzt besonders relevant ist

Senator Dick Durbin, ein offener Kritiker von Trump und dessen Krypto-Aktivitäten, gab im Mai letzten Jahres bekannt, dass er nicht wieder kandidieren wird.

Illinois gilt als sicherer demokratischer Staat. Sein Abschied eröffnet jedoch ein spannendes Rennen innerhalb der Partei um einen Sitz, der vermutlich weiter demokratisch bleibt.

Zu den Spitzenkandidaten gehört der Abgeordnete Raja Krishnamoorthi. Obwohl er Bedenken wegen des FTX-Zusammenbruchs und möglicher Krypto-Finanzierung für Terrorismus geäußert hat, hat Krishnamoorthi wichtige Krypto-Gesetze wie den GENIUS Act, den CLARITY Act und FIT21 unterstützt.

Er führt zudem den Wahlkampf mit erheblicher finanzieller Unterstützung.

Nach Angaben der Chicago Sun-Times hat Krishnamoorthi trotz seiner deutlichen Ablehnung gegenüber Trump mehr als 90.000 USD von bekannten Spendern aus dem Trump- und MAGA-Umfeld angenommen.

Auch Vizegouverneurin Juliana Stratton nimmt an der demokratischen Vorwahl teil. Am Dienstag veröffentlichte sie auf ihrem X-Konto ein Video, in dem sie die Spender von Krishnamoorthi kritisierte. Stratton behauptet, seine Unterstützer hätten 7 Millionen USD in Werbeanzeigen gegen ihre Kampagne investiert.

Im Bewerberfeld ist außerdem die Abgeordnete Robin Kelly, deren Engagement für Krypto-Gesetze gemischt ausfällt. Kelly hat für den GENIUS Act gestimmt, war aber gegen den CLARITY Act vor der endgültigen Abstimmung im Repräsentantenhaus.

7. New Hampshire: Warum dieser Bundesstaat für Anleger jetzt spannend ist

Shaheen, Demokratin mit drei Amtszeiten, gab im März des vergangenen Jahres bekannt, dass sie nicht erneut kandidiert.

Obwohl New Hampshire seit 2017 nur demokratische Abgeordnete nach Washington entsendet, haben aktuell Republikaner sowohl den Gouverneursposten als auch die Mehrheit im Parlament. Das macht den Wahlkampf umkämpft.

Der ehemalige Senator John Sununu bewirbt sich um die republikanische Nominierung und wurde bereits von Präsident Trump unterstützt. Stand With Crypto zufolge setzt sich Sununu für das Recht der US-Bürger auf Selbstverwahrung digitaler Vermögenswerte ein, lehnt das De-Banking ab und unterstützt den CLARITY Act.

Ebenfalls auf republikanischer Seite bewirbt sich Scott Brown, dessen Einstellung zu Krypto bislang nicht öffentlich bekannt ist.

Bei den Demokraten gilt der Abgeordnete Chris Pappas als Favorit. Seine Abstimmungshistorie zeigt, dass er durchgehend die Branche unterstützt und für den GENIUS Act, den CLARITY Act sowie für FIT21 gestimmt hat.

8. Minnesota

Smith hat im letzten Jahr angekündigt, dass sie nicht erneut kandidieren wird. Dadurch wird ein Sitz in einem Bundesstaat frei, in dem die Demokraten schon lange stark sind. Zwei Mitglieder der Demokraten wollen Smiths Nachfolge antreten.

Vizegouverneurin Peggy Flanagan hat Trumps Memecoin-Start offen kritisiert. Ihr Wahlkampf konzentriert sich auf ihren Widerstand gegen nach ihrer Meinung zu großen Einfluss von Unternehmen, auch aus dem Bereich Krypto und der Ölindustrie.

Auch die Abgeordnete Angie Craig hat sich für die Wahl aufstellen lassen. Ihre Haltung zu digitalen Vermögenswerten unterscheidet sich dabei deutlich. Craig erhielt eine Bewertung „A” von Stand With Crypto, weil sie die CLARITY Act mitverfasst und für sie gestimmt hat. Sie hat außerdem den GENIUS Act unterstützt.

Bei den Republikanern hat die konservative Medienkommentatorin Michele Tafoya ihre Kandidatur angekündigt. Sie hat jedoch bisher keine öffentlichen Aussagen zu Krypto gemacht.

Auch der ehemalige Staatssenator und Ex-Vorsitzende der Republikanischen Partei von Minnesota, David Hann, ist im Rennen. Bisher hat auch er keine Position zu digitalen Vermögenswerten bekannt gegeben.

9. Michigan: Diese Fakten sollten Sie kennen

Trumps knapper Sieg in Michigan im Jahr 2024 macht diesen Bundesstaat besonders wichtig. Senator Gary Peters hat angekündigt, dass er nicht mehr für die Demokraten kandidiert. Damit rückt Michigan noch mehr in den Vordergrund. Mehrere Mitglieder der Demokraten kämpfen um die Nominierung.

Abgeordnete Haley Stevens hat für den GENIUS Act und FIT21 gestimmt und die CLARITY Act mitverfasst. Sie hat zudem mehrfach öffentlich klare Regeln für Krypto und einen besseren Zugang zu Bankdienstleistungen für alle Amerikaner gefordert.

Auch Staatssenatorin Mallory McMorrow nimmt an der Wahl teil. Sie hat sich zuvor für das Recht auf eigene Verwahrung digitaler Vermögenswerte ausgesprochen und ein Ende von Debanking-Praktiken gegen rechtskonforme Krypto-Unternehmen verlangt. Der progressive Kandidat und frühere Gesundheitsbeamte Abdul El-Sayed hat ebenfalls seine Kandidatur bekannt gegeben. Er hat allerdings noch keine Stellung zu digitalen Vermögenswerten bezogen.

Auf Seiten der Republikaner hat der frühere Abgeordnete Mike Rogers seine Bewerbung um einen Senatssitz erklärt. Während seiner Zeit im Abgeordnetenhaus stimmte Rogers sowohl für den GENIUS Act als auch für die CLARITY Act und war Mitverfasser des CBDC Anti-Surveillance State Act.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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