Ledger, ein französischer Anbieter für Krypto-Hardware-Wallets, plant laut Berichten einen Börsengang (IPO) in den USA.
Damit würde Ledger zu einer wachsenden Gruppe von Krypto-Unternehmen gehören, die in den USA an die Börse gehen wollen. Grund dafür ist unter anderem ein günstiges Umfeld durch die Regulierungsbehörden.
SponsoredLedger plant möglichen Börsengang in den USA
Laut der Financial Times hat Ledger die Investmentbanken Goldman Sachs, Jefferies und Barclays beauftragt, eine mögliche Börsennotierung zu prüfen. Dadurch könnte Ledger mit mehr als 4 Mrd. USD bewertet werden.
Das wäre ein großer Sprung, denn 2023 lag Ledgers Bewertung nach einer Finanzierungsrunde mit Investoren wie True Global Ventures und 10T Holdings noch bei 1,5 Mrd. USD. Die FT berichtet unter Berufung auf mit der Sache vertraute Quellen, dass der Börsengang schon in diesem Jahr erfolgen könnte.
Diese Pläne können sich jedoch noch ändern. BeInCrypto hat Ledger ebenfalls kontaktiert, aber das Unternehmen wollte keinen Kommentar dazu abgeben.
Ledger hat schon früher Interesse gezeigt, an die US-Kapitalmärkte zu gehen. Im November 2025 sagte Geschäftsführer Pascal Gauthier, dass das Unternehmen verschiedene Möglichkeiten prüft. Dazu zählt ein Börsengang in New York oder eine private Finanzierungsrunde.
„Das Geld für Krypto liegt heute in New York, sonst nirgends auf der Welt, und ganz sicher nicht in Europa“, sagte er.
Die geplante Börsennotierung kommt zu einer Zeit, in der Ledger ein starkes Umsatzwachstum erlebt. Gauthier gab an, dass Ledgers Erlöse bis November 2025 im dreistelligen Millionenbereich lagen.
SponsoredDiese Entwicklung ist vermutlich auf den Anstieg von Krypto-Hacks zurückzuführen. Immer mehr Krypto-Anleger wollen ihre Werte mit Hardware-Wallets schützen, da es immer häufiger zu Kriminalität im Krypto-Bereich kommt.
Laut Schätzungen von Chainalysis könnten Krypto-Betrug und betrügerische Aktivitäten im Jahr 2025 für Verluste von mehr als 17 Mrd. USD gesorgt haben.
Die Ankündigung stößt dennoch auf Kritik, etwa beim Krypto-Ermittler ZachXBT. Er macht sich Sorgen wegen Ledgers vergangenen Sicherheitsvorfällen und Problemen mit Produkten.
„Ledger, eine französische Sicherheitsfirma, wurde mehrmals gehackt. Dadurch sind private Kundendaten geleakt worden, was gezielte Diebstähle und Verluste in Millionenhöhe ermöglichte. Aktuelle Produkte haben große Mängel, wie zum Beispiel den Akku des Ledger Nano X. Nun plant Ledger nach der Ankündigung einer Gebühr für das klare Signieren, durch einen US-IPO noch mehr Geld herauszuholen“, schrieb er.
Erst kürzlich berichtete BeInCrypto von einem Datendiebstahl, bei dem über einen externen Dienstleister (Global-e) Kundeninformationen offengelegt wurden. Auch 2020 hatte es schon ein Sicherheitsproblem bei Ledger gegeben, bei dem Kundendaten entwendet wurden.
Inzwischen kommen Ledgers Pläne nur kurz nach BitGos Start als erstes großes Krypto-IPO im Jahr 2026. Die Firma für Krypto-Verwahrung ist am 22. Januar an der New Yorker Börse gestartet und hat ihre Aktien für 18 USD angeboten.
Die Aktie startete 24,6 Prozent höher bei 22,43 USD, wodurch BitGo rund 2,2 Mrd. USD wert war. Zuvor gab es schon mehrere Krypto-Börsengänge im Jahr 2025, etwa von Circle, Figure Technology, Gemini und Bullish. Auch Grayscale und Kraken haben IPOs beantragt.