Libra: Facebook-Stablecoin macht weitere Vorstöße

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IN KÜRZE
  • Die Libra Association hat bei der Schweizer Finanzaufsicht Finma eine Zulassung als Zahlungsdienstleister beantragt.

  • Ursprünglich war geplant, Libra als einen Korb von verschiedenen Währungen und Anleihen aufzulegen.

  • Eine Kompromisslösung sieht die Schaffung mehrerer nationaler Stablecoins vor.

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Totgeglaubte leben länger. Das kann nun auch von Facebooks geplanter Stablecoin gesagt werden. Die Libra Association hat einen Zulassungsantrag als Zahlungssystem bei der Schweizer Finanzaufsicht Finma gestellt.



Der Fall Libra beschäftigt seit geraumer Zeit die Politik. Nach dem heftigen Gegenwind der Facebooks geplanter Stablecoin seitens von Zentralbanken und Regulierungsbehörden entgegenschlug, zogen sich viele wichtige Partner wie Mastercard und PayPal von dem Vorhaben zurück. [t3n] Nun versucht die Libra Association erneut, eine Bewilligung in der Schweiz zu erhalten.

Mehrere länderspezifische Libra-Währungen?

Laut einem Bericht der Neuen Züricher Zeitung sucht die Libra Association eine Lösung darin, verschiedene länderspezifische Digitalwährungen zu schaffen. Diese Idee wurde bereits im letzten Jahr von Mark Zuckerberg vorgebracht. Nun scheint er sie umsetzen zu wollen.



Ursprünglich war geplant, die Stablecoin mit einem Korb aus verschiedenen Währungen und Staatsanleihen zu besichern. Offenbar soll diese Besicherung nun nach den einzelnen Ländern, in denen die Stablecoin angeboten wird, aufgespalten werden.

In der Folge würde es dann beispielsweise einen Dollar-Libra geben, welche ausschließlich durch den US-Dollar und kurzlaufende US-Staatsanleihen besichert ist. Das selbe würde dann für den Euro-Libra, Pfund-Libra, sowie viele weitere nationale Fiatwährungen gelten.

Kompromisslösung soll Zentralbanken beruhigen

Viele Zentralbanken sehen ihre Währungssouveränität durch das Wachsende Interesse an Stablecoins gefährdet. Wie BeInCrypto gestern berichtete, schlägt der Finanzstabilitätsrat FSR harte Regulierungsmaßnahmen, bis hin zu einem möglichen Totalverbot von dezentralen Stablecoins vor.

Insbesondere mit der usprünglichen Idee hinter Libra, einen Korb verschiedener Assets zur Besicherung einer Stablecoin zu verwenden, scheinen die Zentralbanken ein Problem zu haben. Viele verglichen das Prinzip dahinter nicht mit einer Währung, sondern einem börsengehandelten Fonds (ETF).

Indem eine länderspezifische Besicherung verwendet wird, würde sich der Marktwert der Stablecoin stärker an den nationalen Fiatwährungen orientieren. Damit würden sich geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken auch auf die Stablecoin auswirken. Die Entscheidungshoheit der Zentralbanken wären somit nicht gefährdet.

Allerdings ist dies nicht der einzige Faktor, der für die Opposition gegen Facebooks Stablecoin-Vorhaben von Bedeutung ist. Vielen, sowohl aus der Krypto-Community, als auch der Politik gefällt der Gedanke nicht, dass ausgerechnet Facebook eine weltweite Währung auflegen will. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Finma dem Antrag stattgibt.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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