Ein wichtiger Made-in-USA-Coin zeigt aktuell neue Abwärtsrisiken, obwohl die Aktivität im Netzwerk sehr stark wächst. Der Token hat seit Jahresbeginn bereits etwa elf Prozent verloren und liegt auf Sicht von zwölf Monaten ungefähr 58 Prozent im Minus.
Jetzt ist ein bärisches Chartmuster entstanden, während das Kapital, das auf dem Netzwerk gebunden ist, um fast 50 Prozent steigt. Daraus ergibt sich eine seltene Situation: Die Fundamentaldaten verbessern sich zwar, der Kurs schwächelt aber weiter.
Trotz wachsender Netzwerk-Kapitalisierung: Bärischer Rücksetzer setzt ein
Das betroffene Projekt ist Hedera mit einem eigenen Token namens HBAR.
Kürzlich ist HBAR unter die Nackenlinie einer Kopf-Schulter-Formation gefallen. Dieses technische Muster zeigt oft Trendumkehrungen an. Der Kursrutsch fand am 7. März statt und setzt die Kryptowährung seitdem weiteren Abwärtsrisiken aus.
Was diese Bewegung besonders macht: Sie trat genau dann auf, als sich die Netzwerkkennzahlen von Hedera stark verbesserten.
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Laut DeFiLlama-Daten ist der „Total Value Locked“ (TVL) des Netzwerks – also der Gesamtwert der in dezentralen Anwendungen hinterlegten Vermögenswerte – von etwa 38,6 Millionen USD am 16. Februar auf rund 60,4 Millionen USD zum Redaktionszeitpunkt gestiegen. Dies bedeutet für das Made-in-USA-Projekt einen Anstieg um mehr als 50 Prozent innerhalb weniger Wochen.
Normalerweise zeigt ein steigender TVL, dass das Netzwerk vermehrt genutzt wird und das Vertrauen der Anleger wächst. Mehr Kapital, das in dezentrale Anwendungen fließt, stützt meist auch den Kurs des jeweiligen Tokens.
Doch das Chartbild von HBAR erzählt eine andere Geschichte.
Statt bei steigender TVL ebenfalls anzusteigen, zeigt der Token technisch Schwäche. Diese Abweichung deutet darauf hin, dass der Markt zurzeit mehr auf das Chartbild achtet als auf die verbesserten Fundamentaldaten. Solche Phasen treten oft während übergeordneter bärischer Marktstimmungen auf.
Obwohl das Chartbild Risiken anzeigt, zeigen Momentum-Indikatoren, dass einige Trader weiterhin versuchen, bei Rücksetzern einzusteigen.
Käufer nutzen Kursrücksetzer: HBAR wird weiter stark gesammelt
Trotz des bärischen Musters scheinen Privatanleger, die in diesen Made-in-USA-Coin investieren, an den Markt zu drängen. Ein Hinweis darauf ist der Money Flow Index (MFI). Der MFI misst das Verhältnis von Kauf- und Verkaufsdruck, indem er die Kursbewegung mit dem Handelsvolumen kombiniert. Trader werten einen steigenden MFI oft als Zeichen dafür, dass Anleger die Schwächephasen nutzen, um zu kaufen.
Zwischen dem 5. Februar und dem 7. März ist der Kurs von HBAR allmählich gestiegen. Im gleichen Zeitraum folgte auch der MFI einem Aufwärtstrend. Das zeigt, dass Trader in den Rücksetzern immer wieder gekauft haben.
Auch aktuelle Daten zu Börsenabflüssen stützen dieses Signal. Seit dem 5. März – trotz schwachem Kurs – verzeichnet dieser Made-in-USA-Coin anhaltende Abflüsse von den Börsen. Das heißt, Token werden von den Börsen abgezogen und nicht dorthin überwiesen.
Selbst nach dem Kopf-Schulter-Ausbruch am 7. März setzte sich dieses Muster fort. Der letzte erfasste Abfluss zeigt, dass etwa 526.770 USD in HBAR von den Börsen abgezogen wurden. Das deutet darauf hin, dass einige Trader weiter akkumulieren, obwohl die technische Struktur schwach bleibt.
Zusammengefasst zeigen der steigende MFI und die anhaltenden Abflüsse von den Börsen, dass Privatanleger weiterhin versuchen, den Kursrückgang für Käufe zu nutzen oder sogar auf ein mögliches Tief zu spekulieren. Allerdings reicht allein der Kauf von Privatanlegern in der Regel nicht aus, um einen Markt zu stabilisieren. Größere Kapitalflüsse sind meist entscheidend dafür, ob sich ein Trend umkehrt oder weiter nach unten geht.
Genau an dieser Stelle wird das nächste Signal besonders wichtig.
Kapitalabflüsse und Kursstruktur stimmen jetzt überein
Der Chaikin Money Flow (CMF) zeigt, wie sich das größere Kapital verhält. Der CMF misst anhand von Kursbewegung und Handelsvolumen, ob Kapital in einen Vermögenswert fließt oder abgezogen wird. Trader nutzen ihn oft als Indikator für die Aktivität der größeren Investoren.
Kürzlich ist der CMF unter die Nulllinie gefallen. Dies zeigt, dass Kapitalabflüsse inzwischen größer sind als die Zuflüsse durch Kleinanleger. Gleichzeitig hat der Indikator zudem eine aufsteigende Trendlinie unterschritten, die den Markt seit Anfang Februar gestützt hat. Diese Trendlinie stand bisher für regelmäßige Zuflüsse, die den HBAR-Kurs gestützt haben.
Wenn der CMF eine solche Struktur durchbricht, deutet dies oft darauf hin, dass größere Anleger sich vom Markt zurückziehen, auch wenn Kleinanleger weiter kaufen. Allerdings steigt der CMF insgesamt noch zusammen mit dem Kurs. Das bedeutet, dass die Kapitalabflüsse der Großanleger bisher noch nicht sehr stark sind.
Dennoch ergibt sich dadurch eine schwache Ausgangslage. Käufer, die auf fallende Kurse setzen, bleiben zwar aktiv. Allerdings schwächt sich der breite Kapitalzufluss weiter ab und beginnt bereits, aus dem Markt abzufließen. Dadurch steigt das Risiko, dass der technische Abwärtstrend weiter anhält.
Die Struktur des HBAR-Kurses macht dieses Risiko deutlich.
Nach dem Bruch der Nackenlinie deutet das Kopf-Schulter-Muster auf einen möglichen Kursrückgang in Richtung 0,079 USD hin. Vom Ausbruchspunkt entspricht dies ungefähr einem Rückgang um 18 Prozent. Vom aktuellen Kurs im Bereich von 0,094 USD beträgt das verbliebene Risiko rund 15 Prozent.
Für eine bullische Stimmung müsste HBAR das Kursniveau bei 0,101 USD zurückerobern. Dieser Bereich hat Kursanstiege bereits seit Ende Februar mehrfach gestoppt. Ein stärkeres Comeback setzt einen Ausbruch über 0,106 USD voraus. Das gesamte bärische Muster ist erst ab 0,107 USD ungültig.
Kann der Token nicht zügig die Marke von 0,095 USD zurückerobern, bleibt das Abwärtsbild bestehen. In diesem Fall liegen die nächsten Unterstützungszonen zunächst bei 0,091 USD sowie bei 0,082 USD. Erst danach rückt das vollständige Ziel des Kopf-Schulter-Musters um 0,079 USD in den Fokus.