Cathie Wood schlägt Alarm bei Gold, während die globalen Märkte eine der stärksten Schwankungen der letzten Jahre erleben.
Während Aktien, Edelmetalle und Terminmärkte innerhalb weniger Stunden stark schwankten, meint die ARK Invest-Gründerin, dass der jüngste Anstieg von Gold Merkmale einer späten Blase zeigt – eine Blase, die nun mit hohem Risiko, überfüllten Positionen und einer instabilen Marktstruktur aufeinandertrifft.
SponsoredCathie Wood warnt: Gold-Blase droht – 9-Bio.-USD-Markt vor großem Umbruch
Laut Cathie Wood ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Gold-Kurs bald fällt. Die Chefin von Ark Invest betont dabei einen extremen Bewertungshinweis, der in der modernen Finanzgeschichte selten auftritt.
Woods Analyse zeigt: Die Marktkapitalisierung von Gold als Anteil an der US-Geldmenge M2 hat ein Allzeithoch erreicht. Sie liegt nun noch höher als zum Inflationshöhepunkt 1980 oder während der großen Depression 1934.
„Aus unserer Sicht entsteht die Blase heute nicht bei KI, sondern bei Gold”, sagte Wood auf X. Sie meint, die aktuellen Kurse deuten auf eine makroökonomische Krise hin, die aber weder den inflationären 1970ern noch dem Deflations-Kollaps der 1930er ähnelt.
Sie merkt an: Obwohl ausländische Zentralbanken sich vom Dollar weg bewegen, sieht der Markt für US-Anleihen anders aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist vom Hoch aus 2023 bei fast 5 Prozent auf etwa 4,2 Prozent gesunken.
Ein künftiger Anstieg des Dollars könnte laut ihrer Warnung die Gold-Rallye beenden – so wie zwischen 1980 und 2000, als der Gold-Kurs um mehr als 60 Prozent fiel.
Allerdings sind nicht alle Experten mit Woods Sichtweise einverstanden. Makro-Trader sind anderer Meinung und sagen: Das Verhältnis Gold zu M2 ist im heutigen, digitalen Finanzsystem kein verlässlicher Indikator mehr.
Sponsored SponsoredAus deren Sicht zeigt das Diagramm weniger eine Gold-Blase, sondern eher, dass die alten Geldmengen keine entscheidenden Informationen mehr liefern.
9-Bio.-USD-Volatilitäts-Schock: Wie Hebel und überfüllte Trades den Markt durchrütteln
All das geschah vor dem Hintergrund eines dramatischen Stresstests am Markt. Innerhalb einer einzigen Handelssitzung verlor Gold rund acht Prozent – fast 3 Billionen USD an Marktkapitalisierung gingen verloren. Silber fiel um mehr als zwölf Prozent, etwa 750 Mrd. USD wurden vernichtet.
Auch US-Aktien sackten zeitgleich ab. S&P 500 und Nasdaq verloren über 1 Billion USD in wenigen Stunden, konnten aber zum Handelsende stark aufholen.
SponsoredAm Ende der Sitzung wurde vieles aufgeholt. Gold gewann fast 2 Billionen USD an Marktwert zurück, Silber erholte rund 500 Mrd. USD. Auch die US-Aktienmärkte machten am Ende über 1 Billion USD wett.
Letztlich schätzen Analysten, dass etwa 9 Billionen USD an Marktkapitalisierung bei Metallen und Aktien innerhalb von etwa sechseinhalb Stunden hin- und hergingen – ein Zeichen extremer Schwankungen und weniger eines dauerhaften Wertverlusts.
Analysten wie The Bull Theory meinen, dass hauptsächlich hohe Verschuldung und nicht fundamentale Gründe den Ausschlag gaben. Traderinnen und Trader setzten bei Gold und Silber sehr viel Leverage ein – teilweise bis zu 50x oder 100x. Das geschah nach langjährigen Anstiegen: Gold war rund 160 Prozent gestiegen, Silber fast 380 Prozent.
Als die Kurse anfingen zu fallen, führten Zwangsliquidationen und Nachschusspflichten zu noch stärkeren Kursstürzen. Bei Silber verschärfte sich der Druck nach einer Erhöhung der Sicherheitsleistungen durch die CME um bis zu 47 Prozent. Dadurch wurden weitere Verkäufe in einen illiquiden Markt gedrängt.
Der Auslöser kam von den Aktienmärkten. Microsoft, ein Schwergewicht in wichtigen Aktienindizes und Risikomodellen, verlor zwischen elf und zwölf Prozent. Grund waren unter anderem schwächere Prognosen für das Cloud-Geschäft, steigende KI-Kosten und die Entfernung von Morgan Stanleys Liste der wichtigsten Aktien.
Sponsored SponsoredDer darauf folgende Ausverkauf zog den Nasdaq und den S&P 500 mit nach unten. Es kam zu weiteren Verkäufen durch passive Fonds, automatische Handelsmodelle und absicherungsbedingte Verkäufe über verschiedene Anlageklassen hinweg. Als die Zusammenhänge stärker wurden, rutschten die ohnehin schon schwankungsanfälligen und vollen Metallmärkte zeitgleich mit den Aktien ab.
Makroanalysten betonen, dass die Ereignisse weder durch eine überraschende Fed-Entscheidung, geopolitische Eskalation noch durch plötzliche Veränderungen der Wirtschaftspolitik ausgelöst wurden.
Stattdessen zeigte es eine Anpassung in der Bilanz. Wenn das Wachstum langsamer wird, die Investitionen stark steigen und sich viele auf denselben Trade verlassen, kommt es nicht zu einem ruhigen Kurswechsel. Es entstehen große Preissprünge.
Insgesamt zeigt diese Situation, wie schnell Hebelwirkung einen beliebten Trade in eine heftige Auflösung verwandeln kann. Mehr dazu findest du hier.