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Märkte brechen über Nacht ein – Gold erholt sich, Bitcoin-Kurs bleibt schwach

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Phil Haunhorst

30 Januar 2026 07:43 CET
  • Gold fällt um 7 Prozent wegen US-Iran-Spannungen – schnelle Erholung. Bitcoin-Kurs bricht um 5 Prozent ein und bleibt schwach.
  • Nasdaq verliert nur 0,7 %, Meta steigt um 10 % – Bitcoin-Kurs profitiert nicht vom Aufschwung, aber spürt die Verluste
  • Bitcoin: Kein sicherer Hafen in Krisen? Zweifel an seiner Rolle wachsen
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Bitcoin ist am Freitagmorgen in Asien stark gefallen. Der Kurs sank um mehr als fünf Prozent von 89.000 USD auf ein Tief von 83.400 USD während des US-Tageshandels. Im Gegensatz zu Gold und Aktien hat sich Bitcoin nicht wieder erholt. Das zeigt, dass das sogenannte „digitale Gold“ aktuell eine Identitätskrise hat.

Gerade bewerten die Märkte das Vertrauen in Währungen und Institutionen neu. Allerdings fließt dieses Vertrauen in Gold, nicht in Krypto-Wallets.

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Gleicher Sturm, verschiedene Folgen

Der Verkauf wurde ausgelöst, als sich die Spannungen zwischen den USA und Iran verschärften. Präsident Trump gab auf Truth Social Drohungen ab und sagte, es werde Militärschläge geben, falls Teheran nicht einem Atomabkommen zustimme. Regierungen im Nahen Osten versuchen zwar, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen, dennoch bleiben ihre Bemühungen erfolglos. Die USA schicken zudem mehr Waffen in die Region. Eine drohende US-Regierungsschließung sorgt zusätzlich für Unsicherheit.

Gold reagierte sehr stark und schwankte stark im Kurs. Innerhalb einer Stunde fiel der Preis um sieben Prozent auf 5.250 USD, bevor er sich schnell wieder erholte. Der Kobeissi Letter schrieb, das Marktvolumen von Gold habe sich an einem Tag um 5,5 Billionen USD bewegt – das ist die größte Tagesbewegung aller Zeiten. Am frühen Freitagmorgen stieg der Goldpreis wieder über 5.400 USD und lag etwa ein Prozent im Plus.

US-Aktien zeigten hingegen Stärke. Der Nasdaq verlor nur 0,7 Prozent. Microsoft fiel um zehn Prozent wegen Sorgen um KI-Ausgaben. Allerdings stiegen die Meta-Aktien um zehn Prozent nach guten Quartalszahlen. Der Dow schloss leicht im Plus.

Bitcoin zeigte ein anderes Bild. Der Kurs fiel bis auf 83.400 USD und konnte sich nur schwach auf 84.200 USD erholen. Das liegt weit unter einer schnellen Erholung wie beim Gold oder der positiven Entwicklung einiger Tech-Aktien.

Gold im Hype – beim Bitcoin-Kurs bleibt die Rallye aus

Der Unterschied ist deutlich. Gold ist allein im aktuellen Monat um mehr als 25 Prozent gestiegen und hat sich seit Trumps zweiter Amtszeit vor einem Jahr fast verdoppelt. Silber hat sich seit den sogenannten „Befreiungstag“-Zöllen im April fast vervierfacht – von unter 30 USD auf über 118 USD pro Unze. Einige Analysten sprechen hier von einem spekulativen Hype.

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Analysten meinen, der Anstieg der Edelmetalle zeigt nicht nur kurzfristige Sorgen. Er ist auch ein Zeichen für schwindendes Vertrauen in Währungen, Institutionen und das Wirtschaftssystem nach dem Kalten Krieg.

Quelle: CoinGecko
Quelle: CoinGecko

Trumps harte Politik – Strafzölle, Drohungen gegen Grönland und Iran und der wachsende Druck auf die US-Notenbank, darunter ein Strafprozess gegen den Chef Jerome Powell – treiben Anleger in sichere Anlagen. Der USD ist gegenüber wichtigen Währungen am Mittwoch auf ein Vierjahrestief gefallen.

Zudem kaufen Zentralbanken weiter Gold, um ihre Reserven etwas breiter zu streuen und weniger auf US-Staatsanleihen zu setzen. Auch Privatanleger steigen ein, weil sie auf Sicherheit hoffen oder weil sie von der aktuellen Entwicklung profitieren wollen.

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Verborgene Schwächen: Das steckt wirklich dahinter

Bitcoin, das eigentlich wie Gold gegen Geldentwertung schützen soll, profitiert bisher allerdings nicht von den Käufen.

Die Kursentwicklung zeigt Schwächen im Krypto-Markt. Die Bitcoin-Spot-ETFs verzeichnen im Januar andauernde Mittelabflüsse. Das verwaltete Vermögen ist von einem Höchstwert von 169 Mrd. USD im Oktober auf 114 Mrd. USD gefallen – ein Minus von 32 Prozent.

Quelle: Coinglass
Quelle: Coinglass

Der Coinbase Premium Index, der den Preisunterschied zwischen Coinbase und anderen Börsen misst, zeigt ebenfalls nach unten. Das deutet darauf hin, dass Institutionen derzeit weniger Interesse haben als noch beim großen Anstieg 2024 und Anfang 2025.

Zudem ist die Nachfrage von Kleinanlegern laut Daten aus der Chain deutlich zurückgegangen. Wenn sowohl institutionelle als auch private Anleger weniger kaufen, ist es schwer, dass Kurserholungen lange anhalten. Gleichzeitig fallen die Kurse bei Verlusten stärker als sonst.

Bei Kleinanlegern zeigen On-Chain-Daten von CryptoQuant, dass kleine Transaktionen zwischen null und 10.000 USD stetig abnehmen. Das 30-Tage-Wachstum der Nachfrage ist von über zehn Prozent im Oktober auf jetzt etwa minus sechs Prozent gefallen.

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Weil die Nachfrage von beiden Seiten schwächer wird, haben Kurserholungen aktuell wenig Kraft, und größere Verluste führen oft zu noch stärkeren Rückgängen.

Quelle: CryptoQuant
Quelle: CryptoQuant

Was das für die Märkte bedeutet

Am Mittwoch gab es eine echte Belastungsprobe. Gold bewies, dass es in der Krise das bevorzugte Rückzugsziel am Markt ist. Tech-Aktien zeigten, dass starke Zahlen sogar große Ängste übertreffen können. Bitcoin zeigte keines von beidem und verlor sowohl bei riskanten als auch bei sicheren Anlagen.

Damit die Idee vom „digitalen Gold“ wieder glaubwürdiger wird, müsste Bitcoin gerade in Krisenzeiten als sicherer Hafen dienen. Bis dahin bleibt dieses Image eher ein Wunsch als Wirklichkeit.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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