Microsoft meldete am Mittwoch einen Umsatz von 90 Milliarden USD im vierten Geschäftsquartal und damit mehr als die von Analysten erwarteten 87,72 Milliarden USD, weil der Umsatz mit Azure-Cloud um 43% stieg und das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 4,74 USD anhob.
Die Zahlen wurden veröffentlicht, während der Bitcoin-Kurs etwa 50% unter seinem Rekordhoch liegt. Diese Differenz führt dazu, dass Trader beurteilen müssen, ob ein beschleunigter KI-Zyklus bei Aktien weiterhin auf digitale Vermögenswerte übergeht.
Azure-Wachstum gibt Antwort auf die wichtigste Frage
Analysten hatten für das Quartal ein Azure-Wachstum von rund 40% erwartet. Mit 43% wurde dieser Wert übertroffen, zudem beschleunigte sich das Wachstum gegenüber den vorangegangenen drei Monaten.
Der Umsatz von Microsoft Cloud erreichte 59,3 Milliarden USD, ein Plus von 27% im Jahresvergleich. Intelligent Cloud, also der Bereich mit Azure, legte um 32% auf 39,3 Milliarden USD zu.
Auch der Ausblick wurde weiter verbessert. Die kommerziellen, noch nicht realisierten Vertragsumsätze, sogenannter Commercial Remaining Performance Obligation, stiegen um 84% auf 678 Milliarden USD.
Satya Nadella, Vorstandsvorsitzender von Microsoft, brachte diese Zahlen mit der Überzeugung der Kunden in Sachen KI in Verbindung.
„In diesem Jahr hat der Azure-Umsatz erstmals die Marke von 100 Milliarden USD überschritten und Microsoft 365 Copilot kommt auf mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer, was das Vertrauen zeigt, das Kunden in unsere KI-Kompetenz setzen”, so Nadella in der Ergebnisveröffentlichung.
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Die Aktie schloss bei 390,54 USD, ein Minus von 0,71%, stieg jedoch nachbörslich auf über 403 USD.
Die Investitionskosten hinter dem KI-Boom
Dem Wachstum stehen Ausgaben gegenüber. Microsoft investierte im Quartal 35,8 Milliarden USD in Sachanlagen, mehr als doppelt so viel wie die 17,1 Milliarden USD im Vorjahr.
Im gesamten Geschäftsjahr kamen die Zugänge auf 115,9 Milliarden USD. Die Netto-Sachanlagen belaufen sich nun auf 313,1 Milliarden USD, gegenüber 205 Milliarden USD zuvor.
Der operative Cashflow von 55,4 Milliarden USD deckte diese Ausgaben deutlich. Auch der ausgewiesene Gewinn wurde durch Einmaleffekte begünstigt.
Ein Gewinn von 3,2 Milliarden USD aus der Beteiligung an Anthropic und geringere Kosten für das Pensionsprogramm erhöhten den verwässerten Gewinn je Aktie um 0,27 USD im Vergleich zur April-Prognose.
Verbraucher-Hardware zeigte sich weiterhin schwach. Die Einnahmen aus More Personal Computing sanken um 4%, die Xbox-Umsätze und -Dienstleistungen gingen zudem um 10% zurück.
Was das für Krypto-Trader bedeutet
Bitcoin folgt dem KI-Trend an den Aktienmärkten aktuell nicht weiter nach oben. Bitcoin lag am Mittwoch bei rund 63.553 USD, ein Rückgang von 0,4% innerhalb von 24 Stunden, und kam auf eine Marktkapitalisierung von 1,27 Billionen USD.
Damit notiert BTC etwa 50% unter dem Rekord von 126.080 USD, der im Oktober 2025 erreicht wurde, und 3,5% niedriger als in der Vorwoche.
Der Zusammenhang des Assets mit dem Nasdaq hat sich verstärkt, allerdings hat sich die Dynamik verändert. BTC fällt bei Aktienverlusten stark, profitiert jedoch nur wenig von Rallyes.
Für die Marktpositionierung stellt sich die praktische Frage, ob Microsofts starke Zahlen auf andere übergreifen. Ein breit getragener, KI-getriebener Aktienanstieg in der großen Tech-Berichtssaison hat Krypto historisch betrachtet meist mit nach oben gezogen.
Trader, die KI-Gewinne und Volatilität beobachten, könnten die Ausgabenseite wichtiger finden als den Umsatz. Steigende Investitionen ohne dazu passendes Auftragswachstum könnten die Sorgen über eine KI-Blase zurückbringen, die bereits auf digitale Vermögenswerte drückten.
Microsofts Ausgabenpläne für das Geschäftsjahr 2027, die im Earnings Call genannt wurden, sind für Krypto aktuell wichtiger als die Azure-Zahlen selbst. Ob Bitcoin sich in diesem Zusammenhang wieder anpasst, bleibt die entscheidende Frage für August.









