Nach Wochen starker Verluste versucht sich die MicroStrategy-Aktie zu stabilisieren. Der Bitcoin-Kurs stieg zum Redaktionsschluss auf fast 79.000 USD, was die Sorge um den durchschnittlichen Einstiegskurs der Firma etwas abschwächen konnte. Dieser Punkt hatte Ende Januar für viel Unsicherheit gesorgt.
Eine Zeit lang hatten Anleger Angst, dass ein stärkerer Rückgang des Bitcoin-Kurses MicroStrategy in nicht realisierte Verluste treiben könnte. Jetzt, da diese Gefahr kurzfristig vorbei ist, fragen sich viele, ob sich der Kurs wieder erholen kann. Daten zur Korrelation, Kapitalflüsse und die aktuelle Kursstruktur zeigen, dass die Aktie eine Hochrisikozone erreicht hat. Daher kann der nächste starke Kurs von Bitcoin die Richtung der Aktie für mehrere Wochen bestimmen.
SponsoredStarke Bitcoin-Korrelation: Darum ist MicroStrategy schneller gefallen
Seit Anfang Oktober ist die MicroStrategy-Aktie um etwa 62 Prozent gefallen, während der Bitcoin-Kurs im gleichen Zeitraum ungefähr 38 Prozent an Wert verloren hat. Diese Differenz zeigt, dass MicroStrategy sich wie eine gehebelte Version von Bitcoin verhält. Fällt der Bitcoin-Kurs, verliert MicroStrategy oft stärker. Das liegt daran, dass Anleger zusätzlich auf Risiken wie Bilanz, Schulden und Stimmung achten.
Daten von Dune bestätigen dieses Bild: Die rollierende 90-Tage-Korrelation zwischen MicroStrategy und Bitcoin liegt bei ungefähr 0,97 (nahe 1). Das bedeutet, beide bewegen sich fast täglich in die gleiche Richtung.
Allerdings widerspricht das dem stärkeren Kursverlust nicht. Die Korrelation zeigt die Richtung – nicht die Größe – der Bewegung. MicroStrategy folgt also dem Trend des Bitcoin-Kurses. Durch Hebelwirkung und eigene Risiken schwanken die Bewegungen aber meist stärker.
Dieses Muster wurde Ende Januar deutlich. Damals fiel der Bitcoin-Kurs kurzzeitig unter den durchschnittlichen Kaufpreis von MicroStrategy, der etwa bei 76.000 USD lag. Diese Situation löste Befürchtungen über nicht realisierte Verluste aus und setzte die Aktie weiter unter Druck. Als Bitcoin wieder über 78.000 USD stieg, verringerte sich diese Gefahr jedoch und die Stimmung erholte sich unter anderem deshalb.
Sponsored SponsoredDennoch bleibt die Korrelation sehr hoch. Sollte der Bitcoin-Kurs noch einmal sinken, wird wohl auch die MicroStrategy-Aktie mit nach unten gezogen. Das Risiko für Kursverluste bleibt also bestehen.
Geldfluss und Volumen zeigen widersprüchliche Signale
Daten zu Kapitalflüssen zeigen ein komplizierteres Bild. Der Chaikin Money Flow (CMF) misst, ob Geld durch Kurs und Volumen in einen Wert fließt oder abgezogen wird. Seit Mitte Januar steigt der CMF für MicroStrategy. Zwischen dem 14. Januar und dem 2. Februar fiel der Aktienkurs von MicroStrategy, doch der CMF stieg weiter. Diese bullische Abweichung deutet darauf hin, dass große Anleger leise gekauft haben, während der Kurs schwach war.
Der CMF nähert sich jetzt der Nulllinie, die zwischen Nettozuflüssen und Nettoabflüssen trennt. Bleibt der CMF länger über null, heißt das, dass Kaufdruck den Verkaufsdruck überwiegt. Der letzte klare Ausbruch über diese Linie kam Anfang September, danach stieg die Aktie um fast 25 Prozent. Deshalb gilt der CMF als wichtiger Indikator für eine mögliche Erholung.
Allerdings zeigt das Volumen der MicroStrategy-Aktie ein anderes Bild. Das On-Balance Volume (OBV) misst, ob das Handelsvolumen den Kurs unterstützt. Es zeigt seit einiger Zeit nach unten. Während der letzten Kursschwäche fiel OBV gemeinsam mit dem Kurs und unterschritt dabei seine ansteigende Trendlinie. Das signalisiert nachlassendes Interesse und eine sinkende Aktivität normaler Anleger.
SponsoredDiese beiden Indikatoren ergeben gemischte Signale: Der CMF zeigt auf eine gezielte Akkumulation durch große Investoren. Das OBV hingegen belegt, dass die breite Marktteilnahme weiter schwach bleibt – vermutlich wegen des jüngsten Rückschlags rund um den durchschnittlichen Einstiegskurs.
Wenn diese Kennzahlen unterschiedlich verlaufen, fällt es Aufwärtsbewegungen oft schwer, an Stärke zu gewinnen. Ohne starke Beteiligung wird ein steigender Kurs meist schnell wieder schwächer. Daher brauchen wir vermutlich eine bessere Entwicklung beim Bitcoin-Kurs, selbst wenn große Anleger schon früh investieren möchten.
Wichtige MicroStrategy-Kursmarken: Steht eine 20-Prozent-Entscheidung bevor?
Da die Indikatoren momentan widersprüchlich sind, sind die MSTR-Kurs-Zonen jetzt besonders wichtig. Die wichtigste Unterstützung liegt bei 139 USD. Diese Marke hat schon mehrere Tests gehalten und stimmt mit der Fibonacci-Unterstützung vom Rückgang im Oktober überein. Sie ist daher ein entscheidender Punkt im Markt.
Sponsored SponsoredFällt der Kurs auf Tagesschlussbasis unter 139 USD, steigt das Risiko für weitere Verluste deutlich. In diesem Fall könnte der Kurs in Richtung 107 USD rutschen, was etwa 20 Prozent Abwärtsrisiko bedeutet. Ein solcher Rückgang würde vermutlich mit einer erneuten Schwäche beim Bitcoin-Kurs zusammenfallen. Ein noch deutlicherer Absturz würde voraussichtlich eine schlechte Entwicklung bei Bitcoin zeigen.
Nach oben wartet der erste größere Widerstand bei 170 USD, also ebenfalls etwa 20 Prozent über dem aktuellen Bereich. Dieses Niveau hat bereits mehrere Aufwärtsversuche gestoppt und bleibt ein wichtiges Hindernis. Ein dauerhafter Ausbruch über 170 USD würde die Charttechnik verbessern und zeigen, dass das Vertrauen zurückkehrt. Danach liegt die nächste Hürde bei etwa 190 USD.
Gelingt ein Ausbruch über diese Zone, ist der Trend klar bullisch, und es ist bestätigt, dass frisches Kapital den Kurs wirklich antreibt.
Aktuell steht MicroStrategy rund um 139 USD. Das Risiko geht bis zu 107 USD nach unten, der Widerstand liegt bei 170 USD. Dieser breite Bereich umfasst fast 20 Prozent nach oben und unten und bildet eine doppelseitige Entscheidungszone. Das Verhalten des Bitcoin-Kurses wird vermutlich entscheiden, in welche Richtung der Ausbruch als Erstes kommt. Steigt Bitcoin über 80.000 USD, könnte MSTR die 170 USD testen, während anhaltende Schwankungen zu einer weiteren Seitwärtsphase führen könnten. Dreht Bitcoin nach unten, wird die Unterstützung bei 139 USD anfällig.
Solange es keinen klaren Ausbruch gibt, bleibt die Schwankungsbreite hoch, und jede Kursrally kann schnell wieder kippen.