Morgan Stanley hat mit direktem Handel von Kryptowährungen auf der E*Trade-Plattform begonnen. Die Bank erhebt von ihren Kunden 50 Basispunkte je Transaktion, was günstiger ist als bei Coinbase, Robinhood und Charles Schwab.
Der Test läuft aktuell für eine kleine Gruppe von Nutzern. Nach Angaben von Bloomberg sollen später im Jahr 2026 alle 8,6 Millionen E*Trade-Kunden Zugang dazu erhalten.
Ein direkter Angriff auf Krypto-native Brokerages
Die 0,5-%-Gebühr liegt für Morgan Stanley unter mehreren Konkurrenten, die um den Retail-Krypto-Handel werben. Schwab verlangt 75 Basispunkte für den neu gestarteten Handel mit Bitcoin und Ether. Die Gebühren für Retail-Kunden bei Coinbase können je nach Stufe und Zahlungsmethode über 0,5 % liegen.
Robinhood wirbt mit gebührenfreiem Handel, doch die Spreads pro Handel liegen meist zwischen 35 und 95 Basispunkten. Das separate Krypto-Angebot von Fidelity kostet etwa 1 % je Handel.
Der Test umfasst Bitcoin (BTC), Ether (ETH) und Solana (SOL). Morgan Stanley hat zudem Anträge für börsengehandelte Fonds für dieselben drei Vermögenswerte eingereicht.
Die Verwahrung, Liquidität und Abwicklung werden über Zerohash abgewickelt, ein Infrastruktur-Unternehmen aus Chicago, an dem die Bank beteiligt ist. Mastercard hat vor Kurzem angekündigt, dieses Unternehmen zu übernehmen. Der mögliche Kaufpreis soll bei etwa 2 Milliarden USD liegen.
E*Trade ist Teil einer größeren Krypto-Strategie
Der Start des Brokerage-Angebots erfolgt nur wenige Wochen nach MSBT, dem Spot-Bitcoin-ETF von Morgan Stanley. Dieser Fonds startete im April mit einer Kostenquote von 0,14 %, dem niedrigsten Wert im US-Markt. Die Bank hat auch Anträge für Ether- und Solana-ETFs gestellt.
E*Trade verschafft Morgan Stanley einen Vertriebskanal, wie ihn nur wenige Krypto-native Börsen bieten können. Rund 16.000 eigene Berater betreuen etwa 9,3 Billionen USD an Kundenvermögen. Diese Basis bietet verschiedene Wege, um das neue Handelsprodukt voranzutreiben.
Die aggressive Preisgestaltung deutet darauf hin, dass Morgan Stanley bereit ist, die Margen deutlich zu senken, um sich einen Anteil am Retail-Krypto-Markt zu sichern, bevor andere Banken nachziehen.
Wie schnell Coinbase und Robinhood ihre effektiven Gebühren anpassen, dürfte entscheiden, ob dieser Test die Preisstruktur der Branche verändert.





