Der Spot Bitcoin ETF von Morgan Stanley mit dem Kürzel MSBT startet am 8. April auf NYSE Arca. Die Verwaltungsgebühr liegt bei 0,14 %, das ist die niedrigste Gebühr eines US-Spot-Bitcoin-Fonds.
Mit diesem Produkt ist Morgan Stanley die erste große US-Bank, die einen eigenen Spot Bitcoin ETF herausgibt, anstatt einen Fonds eines Dritten zu vertreiben. Rund 16.000 Finanzberater verwalten Kundengelder in Höhe von 6,2 Billionen USD. Daher geht es bei diesem Start um weit mehr als nur ein einzelnes Wertpapier.
Darauf achtet Smart Money am ersten Tag
Folgende Punkte werden von erfahrenen Anlegern und institutionellen Investoren von Beginn an genau beobachtet:
1. Das Eröffnungsvolumen zeigt, ob Billionen aus dem traditionellen Vermögen umgeschichtet werden
Das gesamte Handelsvolumen aller Spot Bitcoin ETFs am ersten Tag im Januar 2024 betrug ungefähr 4,6 Milliarden USD. Für einen einzelnen, neuen ETF wären bereits 500 Millionen bis 1 Milliarde USD bemerkenswert.
Ein hoher Umsatz wäre ein Beleg dafür, dass das Vertriebsnetz von Morgan Stanley das Interesse der Kunden in tatsächliche Aufträge umwandeln kann.
Geringes Volumen würde hingegen Zweifel aufkommen lassen, ob Investoren bereits Konkurrenzprodukte bevorzugen.
2. Die Differenz zwischen Marktpreis und Nettoinventarwert enthüllt echte Nachfrage oder nur Hype
Neue ETFs können manchmal mit einem Aufschlag starten, wenn die Begeisterung vor dem Arbitrage-Handel liegt.
Eine geringe Differenz zwischen dem Marktpreis von MSBT und seinem Nettoinventarwert (NAV) würde auf effizientes Market-Making und ernsthafte Teilnahme institutioneller Anleger schließen lassen.
Ein anhaltender Abschlag hingegen würde auf eine schwache Nachfrage zu Beginn hindeuten.
3. Die 0,14-%-Gebühr ist ein Vorteil, und Wettbewerber müssen reagieren
Die Gebühr von MSBT liegt einen Basispunkt unter der von Grayscales Bitcoin Mini Trust mit 0,15 % und 11 Basispunkte unter BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) mit 0,25 %.
Da Spot Bitcoin ETFs nahezu identische Investments ermöglichen, können selbst kleine Kostenunterschiede über längere Zeit Milliarden anziehen oder abziehen.
4. Die ersten Allokationen der Berater sind wichtiger als die Entwicklung des Bitcoin-Kurses
Berater von Morgan Stanley haben bereits Portfolio-Anteile von zwei bis vier Prozent in Krypto für geeignete Kunden empfohlen. Das Unternehmen hat kürzlich Amy Oldenburg zur Leiterin der Digital Asset Strategie ernannt.
Durch diesen Schritt ist Krypto nun ein zentrales Umsetzungsziel und nicht mehr nur ein Forschungsthema.
Bereits eine vorsichtige Umschichtung bestehender Allokationen in den MSBT könnte neue Nachfrage im Umfang von mehreren zehn Milliarden USD erzeugen.
Phong Le, CEO von MicroStrategy, schätzt, dass eine Allokation von zwei Prozent auf der Plattform einem Kaufdruck von rund 160 Milliarden USD entspräche. Das würde die meisten bestehenden Fonds deutlich übertreffen.
„Morgan Stanley Wealth Management verwaltet etwa 8 Billionen USD an AUM und empfiehlt eine Bitcoin-Allokation von 0 bis 4 %. Eine Zuteilung von 2 % entspräche 160 Milliarden USD, also rund dem Dreifachen der Größe von IBIT. $MSBT: Monster Bitcoin”, schrieb er .
5. Die ersten Mittelzuflüsse zeigen, ob MSBT zum Einstiegstor wird oder ins Stocken gerät
Der MSBT startet mit einem kleinen Anfangskapital von rund 1 Million USD. Die Nettoaktivität der Anteilsschöpfungen am ersten Tag gibt einen Hinweis darauf, ob Berater aktiv Kundenaufträge platzieren.
Diese Zahl ist deshalb bedeutend, weil MSBT kein Einzelfonds ist. Morgan Stanley startet gleichzeitig den direkten Handel mit Krypto auf E*Trade für Bitcoin, Ether und Solana und hat einen Antrag für einen Solana Trust eingereicht.
Jed Finn, Leiter des Wealth Managements, bezeichnete den direkten Krypto-Handel als „die Spitze des Eisbergs” und deutete Pläne für Verwahrung, Wallets und tokenisierte Vermögenswerte an.
Der größere Kontext
Der gesamte Markt der US-Spot-Bitcoin-ETFs umfasst aktuell ungefähr 90 Milliarden USD. Falls MSBT auch nur einen kleinen Teil des Vermögens aus dem Beraternetzwerk von Morgan Stanley anzieht, könnte das die Wettbewerbsdynamik im Markt verändern und die Gebühren weiter verringern.
Manche Analysten weisen jedoch darauf hin, dass viele Investoren sich bereits für bestimmte Fonds entschieden haben. IBIT allein hält über 54 Milliarden USD.
Auch wenn der morgige Handelsstart diese Frage nicht abschließend klärt, bringt er erstmals konkrete Daten: Kann ein bankenbasierter, extrem günstiger Bitcoin ETF Kapital von etablierten Anbietern abziehen, oder ist der Markt bereits auf die bisherigen Gewinner verteilt?