Morgan Stanley hat die zweite Änderung seines S-1-Antrags bei der US-Börsenaufsicht (SEC) für den Morgan Stanley Bitcoin (BTC) Trust eingereicht. Es handelt sich um einen Spot-Bitcoin-ETF, der unter dem Kürzel MSBT an der NYSE Arca gehandelt werden soll.
Falls die Genehmigung erfolgt, wäre MSBT der erste Spot-Bitcoin-ETF, der von einer großen US-Bank aufgelegt wird. Die Bank würde damit nicht mehr nur Produkte Dritter wie BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) vertreiben, sondern direkt Verwaltungsgebühren einnehmen.
Morgan Stanley wird vom Vertriebspartner zum Emittenten
Morgan Stanley ermöglichte ab August im Jahr 2024 seinen Finanzberatern, Bitcoin-ETFs ihren Kunden zu empfehlen. Zunächst empfahlen sie bestehende Produkte von BlackRock und Fidelity.
Anfang 2026 waren die mehr als 15.000 Berater der Bank autorisiert, Bitcoin-ETFs aktiv anzubieten, ohne auf Anfragen der Kunden zu warten.
Die wirtschaftlichen Gründe erklären diesen Schritt. Durch die Auflage eines eigenen ETFs erhält Morgan Stanley voraussichtlich Verwaltungsgebühren zwischen 0,20 % und 0,30 % statt wie bisher Vertriebsprovisionen für Konkurrenzprodukte.
Die Bank verwaltet rund 1,8 Billionen USD im Bereich Vermögensverwaltung. Selbst eine kleine Umschichtung könnte daher erheblich sein.
Die aktualisierte Einreichung bestätigt wichtige operative Details, die frühere Versionen offengelassen hatten.
- Die Anteilspreise werden täglich auf Basis des CoinDesk Bitcoin Benchmark zum 16:00 Uhr New Yorker Abrechnungskurs berechnet.
- Der Trust startet mit 50.000 Erstanteilen und generiert dadurch einen Starterlös von etwa 1 Million USD.
Verwahrung zwischen Coinbase und BNY Mellon aufgeteilt
Morgan Stanley hat die Verwahrungspflichten auf zwei Institute aufgeteilt.
- Coinbase Custody Trust Company übernimmt die physische Bitcoin-Verwahrung in Offline-Cold-Wallets.
- Bank of New York Mellon (BNY Mellon) agiert als Barverwahrer, Administrator und Transferstelle.
Der Fonds ermöglicht sowohl bar- als auch börsliche Ein- und Auslieferungen. Diese Struktur richtet sich an institutionelle autorisierte Teilnehmer, die Flexibilität beim Einstieg und Ausstieg benötigen.
Morgan Stanley bleibt nicht bei Bitcoin stehen. Die Bank reichte am 7. Januar im Jahr 2026 einen Antrag für einen Spot-Ethereum (ETH)-ETF ein, der Staking-Klauseln enthält. Ein Solana (SOL) Trust, der einen Tag zuvor angemeldet wurde, plant, einen Teil der Bestände zu staken und die Erträge quartalsweise an die Anteilseigner zu verteilen.
Stau bei Genehmigungen, 126 Anträge warten
Die SEC prüft aktuell mehr als 126 ausstehende Anträge für Krypto-ETFs, Stand März 2026. Morgan Stanley steigt daher in ein Feld mit schnell wachsender Konkurrenz ein.
- Goldman Sachs übernahm im Jahr 2025 den Bitcoin-ETF-Anbieter Innovator für 2 Mrd. USD und hält nun Krypto-ETPs im Wert von 2,4 Mrd. USD.
- Merrill Lynch erlaubte seinen Vermögensberatern ab Januar im Jahr 2026, Spot-Bitcoin-ETFs zu empfehlen.
- Fidelity passte im März seinen Ethereum-ETF-Antrag an, um Staking aufzunehmen.
- Acht XRP-ETF-Anträge sind noch offen. Analysten schätzen, dass eine Zulassung sofortige Zuflüsse von 5 Milliarden bis 7 Milliarden USD auslösen könnte.
Analysten von JPMorgan erwarten, dass Pensionsfonds und Stiftungen im Jahr 2026 bis zu 130 Milliarden USD an jährlichen Zuflüssen in regulierte Krypto-Produkte lenken könnten.
Wie wettbewerbsfähig MSBT ist, hängt von der im Antrag nicht angegebenen Verwaltungsgebühr ab. Zum Vergleich: BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC verlangen jeweils 0,25 %.
Ob Morgan Stanley den Preis darunter, auf gleicher Höhe oder darüber ansetzt, wird zeigen, wie offensiv die Bank versucht, Vermögenswerte einzusammeln, bei denen sie aktuell nur ihren Wettbewerbern hilft.