Die MicroStrategy-Aktie (MSTR) hat sich seit Anfang Januar erholt und ist etwa 13 Prozent gestiegen, weil die Angst vor einem Ausschluss durch MSCI nachgelassen hat. Zudem hat neues Vertrauen in einen künftigen S&P-Beitritt die Stimmung stabilisiert.
Unter der Erholung zeigt sich aber ein klarer Unterschied. Das Kaufen im Rücksetzer kehrt bei MicroStrategy zurück, allerdings fließt weiterhin größeres Kapital ab. Diese Spannung wirft die entscheidende Frage auf: Ist das sogenannte Dip-Kaufen, vielleicht durch Kleinanleger, jetzt sinnvoll, oder gibt es für MSTR immer noch ein bedeutendes Risiko für weitere Kursverluste?
SponsoredKauflaune nach MSCI-Entwarnung – Vorsicht bleibt groß
MicroStrategys Kurserholung startete Anfang Januar und setzte sich fort, als die Sorgen um den MSCI-Status weniger wurden.
Seit dem 2. Januar ist die Aktie stetig gestiegen. Das zeigt wieder wachsendes Vertrauen nach der Pause beim MSCI-Ausschluss und den weiterhin positiven Aussichten von Michael Saylor wegen einer möglichen Aufnahme in den S&P-Index.
Man sieht dieses Vertrauen auch in den Momentum-Daten. Der Money Flow Index (MFI), der misst, ob Käufer oder Verkäufer den Handel bestimmen, hat seine abwärtsgerichtete Trendlinie durchbrochen. Das deutet darauf hin, dass nach einer Zeit des Zögerns wieder mehr Leute bei Kursrücksetzern kaufen. Anleger steigen also ein, wenn der Kurs fällt, statt Hochs zu jagen.
Allerdings ist dieses Kaufen noch nicht stark. Der MFI hat das Niveau von 56,36 noch nicht erreicht. Erst dann würde es einen klaren Trend zu aggressiverem Aufbauen von Positionen zeigen.
Dieses Zögern hängt wahrscheinlich an einem zentralen Punkt. Die Korrelation mit Bitcoin beträgt nur etwa 0,21. Folglich sorgt selbst eine bullische Struktur beim Bitcoin-Kurs nicht automatisch dafür, dass sich das Schicksal von MicroStrategy ändert.
Wegen dieses Ungleichgewichts kaufen Anleger gezielt ein. Dip-Käufe gibt es zwar, jedoch eher vorsichtig. Das hilft zwar kurzfristig, doch ein klarer Ausbruch nach oben bleibt aus.
Kaptialfluss bleibt schwach: Was der CMF jetzt verrät
Obwohl der MFI zeigt, dass Rücksetzer gekauft werden, sieht es beim Kapitalfluss schlechter aus. Der Chaikin Money Flow (CMF) zeigt, ob viel Geld in einen Wert fließt oder abgezogen wird. Bei MSTR fällt der CMF weiter, während die Aktie seit dem 2. Januar um 13 Prozent gestiegen ist.
Diese Entwicklung ist wichtig. Wenn der CMF fällt und der Kurs steigt, deutet das eher auf Verkäufe als auf Aufbau von Positionen hin. Einfach gesagt: Kleinere Käufer steigen ein, doch große Anleger ziehen weiterhin Geld ab.
Dieses Verhalten passt zum Trend seit Anfang Oktober, als die MSTR-Aktie in einen längeren Abwärtstrend rutschte. Seitdem fließt Kapital vor allem ab (mit wenigen Ausnahmen), was zeigt, dass Institutionen weiterhin vorsichtig bleiben.
Die schwache CMF-Entwicklung zeigt auch das Risiko von weiteren Verlusten an. In den letzten sechs Monaten hat MSTR rund 66 Prozent verloren, während Bitcoin nur 27 Prozent zurückging. Ein weiterer Grund, warum große Anleger weiter aus der MicroStrategy-Aktie aussteigen, dürfte auch mangelndes Vertrauen sein.
Hier wächst also das Risiko. Dip-Käufe gibt es, doch sie sind vorsichtig, nicht kämpferisch. Aufgrund der schwachen Verbindung zu Bitcoin bedeutet ein starker Bitcoin-Kurs nicht automatisch Kursgewinne. Gleichzeitig zeigen CMF-Daten, dass weiter viel Kapital abfließt, vermutlich weil schon kleine Rücksetzer beim Bitcoin große Verluste bei MSTR auslösen können – was oft schon so war.
Sponsored SponsoredDeshalb reicht es wahrscheinlich nicht aus, wenn nur auf Rücksetzer gekauft wird. Kommt kein großes Kapital zurück, drohen Rückschläge oder eine Trendwende nach unten.
MSTR-Kurs: Wie geht es weiter?
Die MSTR-Kursbewegung verbindet diese Signale. Damit sich Stärke aufbaut, muss MSTR zuerst die 184 USD zurückgewinnen und dann die 198 USD erreichen. Ein klarer Sprung über 198 USD würde zeigen, dass Käufer bei Kursrückgängen die Kontrolle übernehmen. Zudem würde das den Weg für höhere Erholungskurse öffnen.
Bis das passiert, bleibt das Risiko für sinkende Kurse bestehen. Die Zone bei 162 USD steht schon unter Druck. Wenn der Verkauf weitergeht, könnte MSTR auf etwa 139 USD sinken. Das wäre ein möglicher Rückgang um etwa 13 Prozent vom aktuellen Kurs.
Deshalb ist das Kaufen bei Rücksetzern aktuell keine sehr sichere Strategie. Zwar gibt es aktive Käufer, doch die Bestätigung durch großes Kapital fehlt. Solange der CMF schwach bleibt, stoßen Anstiege zudem auf Hindernisse.
Langfristig hängt die Story von MicroStrategy weiter am Bitcoin-Kurs und am Einsatz der Bilanz. Kurzfristig steckt die Aktie aber zwischen besseren Käufen bei Rücksetzern und anhaltenden Kapitalabflüssen fest. Bis diese Kräfte zusammenarbeiten, bleibt die MSTR-Aktie anfällig für einen weiteren Rückgang.