Elon Musk hat eine geplante Überarbeitung des Creator Revenue Sharing Programms bei X gestoppt, nachdem internationale Creator davor gewarnt hatten, dass die Änderungen seriöse englischsprachige Accounts benachteiligen.
Der Produktchef von X, Nikita Bier, hatte angekündigt, dass das Update am Donnerstag in Kraft treten sollte: Die Eindrücke aus der Heimatregion eines Creators sollten dabei stärker gewichtet werden, um ausländische Accounts davon abzuhalten, gezielt US-amerikanische und japanische Zielgruppen anzusprechen.
Warum Creators Widerstand leisteten
Die Reaktionen waren schnell und kritisch. Creator aus Europa, Afrika und kleineren Ländern betonten unter anderem, dass vor allem englischsprachige globale Inhalte am meisten betroffen wären.
Die in Frankreich ansässige Creatorin Déborah, die sagt, dass 43% ihres Publikums aus den USA stammen, bat X (Twitter) um eine erneute Prüfung des Vorhabens.
„Sie benachteiligen damit auch zahlreiche Accounts, die die internationale Sprache ohne jede böse Absicht nutzen.”, schrieb Déborah.
Ein Nutzer aus Portugal wies darauf hin, dass einige Länder kaum genug lokale Nutzer für nennenswerte Einnahmen hätten. Bier antwortete, dass X lokale Inhalte begrüße, allerdings kein Geld ins Ausland für amerikanische politische Kommentare senden werde.
Was die Pause für Krypto bewahrt
Krypto-Inhalte auf X (Twitter) werden fast ausschließlich in englischer Sprache für eine globale Community veröffentlicht. Analysen zu Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und dezentralen Finanzanwendungen (DeFi) orientieren sich nicht an nationalen Grenzen.
Aktuell zahlt X an Creator auf Basis verifizierter Premium-Eindrücke, unabhängig vom Land, und der Durchschnittspreis liegt bei etwa 8,50 USD je Million Eindrücke. Die Plattform hat den Revenue-Sharing-Pool für 2026 verdoppelt.
Falls die geplanten Änderungen umgesetzt worden wären, hätten Content Creator in Ländern wie Kenia, Nigeria, Portugal oder anderen kleineren Werbemärkten trotz großer US-Zielgruppen künftig weniger Einnahmen erzielt. Musks schnelle Kehrtwende hält die aktuelle Struktur aufrecht.
X will weiterhin Spam und koordinierte Gewinnmaximierung entgegenwirken. Eine gezieltere Version der Regelung könnte später zurückkehren, um schlechte Akteure von seriösen globalen Creatorn zu trennen.
In der Zwischenzeit bleiben Anreize für Krypto-Inhalte auf X unverändert. Durch den Stopp werden weder der Markt noch die Preise beeinflusst.