Nvidia (NVDA) veröffentlicht die Geschäftszahlen für das erste Quartal (Q1) nach Börsenschluss am Mittwoch. An der Wall Street rechnet man mit rund 79 Milliarden USD Umsatz, während Einkäufer eher mit etwa 81 Milliarden USD rechnen.
Der Chiphersteller ist aktuell sehr hoch bewertet. Die Aktie schloss am Dienstag mit 220,61 USD, nachdem sie seit Ende März von 165 USD gestiegen war. Daher ist kaum Platz für Enttäuschungen bei der Prognose oder bei den Margen.
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Einkäufer rechnen bei Nvidia mit höheren Zahlen als die Wall Street
Eine von JPMorgan verbreitete Übersicht zeigt die Unterschiede: Nvidias eigene Prognose liegt bei 78 Milliarden USD, der Konsens an der Wall Street beläuft sich auf 78,6 Milliarden USD. Der Durchschnitt der Einkäufer-Umfrage beträgt 80,97 Milliarden USD.
Die Erwartungen für die Zukunft gehen noch weiter auseinander. Einkäufer rechnen für das Juli-Quartal mit 89,71 Milliarden USD und für das Gesamtjahr 2027 mit einem Ergebnis von 9,42 USD je Aktie. Das durchschnittliche Schätzungen der Analysten liegen für die nächste Prognose näher bei 85 bis 87 Milliarden USD.
Diese Ausgangslage ist entscheidend, weil Nvidia-Aktien bereits stark gestiegen sind. NVDA hatte in der Vorwoche ein Hoch nahe 235 USD, bevor die Kurse auf das aktuelle Niveau zurückgingen. Der Optionsmarkt kalkuliert eine Bewegung von 8 bis 10% nach den Zahlen ein.
Cramer warnt vor dem bekannten „Sell-the-News”-Muster
Laut Jim Cramer ist der Kursverlauf nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen bei NVDA vorhersehbar geworden. Er warnt vor einem kurzen Kurssprung und anschließendem, starkem Rückgang.
„Das Nvidia-Muster, das wir jetzt alle kennen: Zuerst ein schneller Anstieg für zehn bis zwölf Minuten, dann ein konsequenter Absturz, der die Aktie soweit drückt, dass der Chart bricht. Lassen Sie sich nicht vom ersten Kursanstieg täuschen.”, schrieb der „Mad Money”-Moderator in einem Beitrag.
Seine Warnung passt zu den letzten Quartalsergebnissen. Selbst wenn NVDA die Erwartungen übertrifft, gab die Aktie vielfach nach, als Investoren ihre Positionen abgebaut haben.
Bloomberg sieht die Veröffentlichung zwar als möglichen Impulsgeber für eine Rallye, hebt allerdings auch die Risiken hervor. In ähnlichem Ton sagte Coin Bureau-Analyst Nic Pucrin, dass der Tag ebenso stark von den Fed-Protokollen aus dem April am Nachmittag geprägt werde.
„Die Quartalszahlen von Nvidia, dem größten Unternehmen der Welt, könnten genau der Katalysator sein, den Investoren benötigen, um der Tech-Rallye neuen Schwung zu geben. Doch es bestehen zahlreiche Risiken”, schrieb Bloomberg.
Die Prognose ist entscheidend, nicht das Übertreffen der Erwartungen
Marktteilnehmer halten ein gutes erstes Quartal inzwischen fast für sicher. Der eigentliche Impuls liegt in der Prognose für Juli und in den Aussagen von CFO Colette Kress zu Blackwell, China und den Bruttomargen.
Der aktuelle Ausblick von Nvidia geht davon aus, dass keine Umsätze aus Rechenzentren in China generiert werden, weil Exportkontrollen bestehen. Jede Änderung bei dieser Annahme könnte den Aktienkurs stärker beeinflussen als ein reines Übertreffen der Erwartungen.
Eine Juli-Prognose unter etwa 87 Milliarden USD würde die perfekte Bewertungsthese für NVDA untermauern. In diesem Fall könnte die von Cramer beschriebene Korrektur nach den Zahlen einsetzen.
Zusätzlich erhöht das makroökonomische Umfeld die Risiken. Die Fed-Protokolle aus dem April, die am selben Nachmittag erscheinen, werden voraussichtlich die meisten Gegenstimmen zu einem Zinsentscheid seit 1992 zeigen.
Steigende Anleiherenditen und eine anhaltend hohe Inflation haben zudem neue Spekulationen über Zinserhöhungen ausgelöst. Kommt dazu noch eine schwache Prognose von Nvidia, könnte der Druck auf KI-Aktien weiter steigen.









