Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch, wie erwartet, eine Pause bei den Leitzinsen eingelegt und den Zinssatz für Bundesmittel bei 3,50 % bis 3,75 % belassen. Dennoch wurde die Entscheidung von einer Zunahme an abweichenden Stimmen und einer deutlichen Warnung vor geopolitischen Risiken überschattet.
Vielleicht ist das Wichtigste an der heutigen FOMC-Sitzung, dass die Fed in ihren Stellungnahmen die Inflation monatelang als „etwas erhöht” bezeichnet hat. Heute änderte sich jedoch die Formulierung.
Fed belässt Leitzinsen unverändert: Markt reagiert
Angesichts steigender Energiepreise teilt die Fed nun mit, dass die Inflation „erhöht” ist, was auf wiederkehrende Kostenbelastungen hindeutet.
„Die Inflation ist erhöht, was zum Teil auf den jüngsten Anstieg der globalen Energiepreise zurückzuführen ist”, heißt es in einem Auszug des Berichts.
Trotzdem zeigte sich im FOMC eine seltene Uneinigkeit: Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan stimmten dagegen, eine Lockerungstendenz in das Statement aufzunehmen, unterstützten aber die Entscheidung, die Zinsen beizubehalten.
Ihr Widerstand zeigt, dass es im Ausschuss eine wachsende Ablehnung gibt, zu früh auf Zinssenkungen hinzuweisen.
Dieses Ausmaß an Meinungsverschiedenheit ist die höchste Zahl abweichender Stimmen seit der FOMC-Sitzung im Oktober 1992 und deutet auf zunehmende Differenzen beim künftigen Kurs der Geldpolitik hin.
Zusätzlich zur internen Uneinigkeit äußerte die Fed vorsichtiger globale Einschätzungen. Die Verantwortlichen betonten ausdrücklich, dass „Entwicklungen im Nahen Osten zu einem hohen Maß an Unsicherheit beitragen.” Dies zeigt, wie sich zunehmende geopolitische Spannungen auf den wirtschaftlichen Ausblick auswirken.
Fed-Chef Jerome Powell und die Mehrheit halten jedoch daran fest, dass die Wirtschaft weiterhin solide wächst, während die Inflation erhöht bleibt.
Allerdings zeigt das Fehlen eines eindeutigen Signals für eine Lockerung, dass die Entscheidungsträger noch nicht sicher sind, dass die Inflation dauerhaft zum 2 %-Ziel zurückkehrt.
Die Märkte hatten weitgehend mit unveränderten Zinsen gerechnet, aber die stärkere Uneinigkeit und der Verzicht auf positive Signale könnten dazu führen, dass Erwartungen für Zinssenkungen später in diesem Jahr angepasst werden müssen.
Der Bitcoin-Kurs setzte seine Verluste fort und fiel weiter in Richtung der 75.000 USD-Marke, wie es bei der typischen „Sell the News”-Situation der Fall ist.
Mit gespaltenen Entscheidern und zunehmender globaler Unsicherheit deutet die jüngste Fed-Entscheidung auf einen komplexeren und womöglich längeren Weg in Richtung geldpolitischer Lockerungen hin, sodass Investoren vor den kommenden Daten und Terminen weiter aufmerksam bleiben.





