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Bitcoin fiel unter 66.000 USD, Ölpreis erreichte 111 USD – Iran ernennt neuen obersten Führer

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Phil Haunhorst

09 März 2026 07:30 CET
  • Ölpreis klettert auf 111-USD-Marke – höchster Stand seit 2022, Iran-Krieg dauert bereits neun Tage an
  • Irans Expertenrat ernennt Mojtaba Khamenei zum obersten Führer – IRGC sichert volle Gefolgschaft zu
  • Bitcoin rutschte kurzzeitig unter die 66.000-USD-Marke, erholt sich aber wieder – Zinssenkungs-Hoffnungen schwinden, Anleger setzen weiter auf sichere Häfen
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Der Bitcoin-Kurs fiel am Montag kurzzeitig unter 66.000 USD und erholte sich dann teilweise. Der Ölpreis stieg auf den höchsten Stand seit 2022. Iran benannte zudem einen neuen obersten Führer. Dies verstärkte die geopolitische Unsicherheit, die die Finanzmärkte seit Beginn des Krieges vor neun Tagen beschäftigt.

Die Mischung aus dem Führungswechsel in Teheran, Rekord-Ölpreisen und unkalkulierbarer Eskalation der USA sorgt dafür, dass es an den Kryptomärkten momentan keinen klaren Impuls für eine Erholung gibt.

Neuer Oberster Führer, längerer Krieg

West Texas Intermediate Rohöl stieg zum Handelsstart in Asien auf bis zu 111,24 USD pro Barrel – ein Anstieg um 22 Prozent innerhalb eines Tages. Brent-Öl notierte bei etwa 110 USD, rund 40 USD mehr als am Freitag zuvor. Diese Bewegungen folgen auf den Rekordanstieg von 36 Prozent bei WTI in der vergangenen Woche, was eine der heftigsten Phasen in der Geschichte des Ölmarktes darstellt. Die US-Aktienindex-Futures fielen zu Handelsbeginn, während der Dollar stärker wurde.

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Auslöser dafür waren mehrere Schocknachrichten am Wochenende. Das Führungs-Gremium im Iran ernannte am Sonntag Mojtaba Khamenei, 56, Sohn von Ayatollah Ali Khamenei, zum neuen obersten Führer des Landes. Die Revolutionsgarde (IRGC) sicherte volle Gefolgschaft zu. Ein neuer Weg für Entspannung wurde nicht eröffnet, stattdessen wirkte die Nachfolge verhärtend: Das iranische Militär gab an, mindestens sechs Monate lang schwere Gefechte in der aktuellen Intensität durchhalten zu können. Bald sollen zudem fortschrittliche, bisher selten eingesetzte Langstreckenraketen eingesetzt werden.

Schließung der Straße von Hormus verschärft die Lage

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait haben begonnen, ihre Ölproduktion zu drosseln. Die Straße von Hormuz bleibt faktisch geschlossen. Die Vereinigten Arabischen Emirate, drittgrößter Produzent der OPEC, senkten die Förderung von ihren Offshore-Feldern. Kuwait als fünftgrößter OPEC-Produzent reduzierte seine Öl- und Raffinerieproduktion. Zudem griff Israel Treibstofflager in den Teheraner Bezirken Kuhak und Shahran sowie in der Stadt Karadsch an. Der israelische Energieminister Eli Cohen warnte, dass weiterhin Raffinerien und Kraftwerke als Ziele gelten.

Eine Meerwasser-Entsalzungsanlage in Bahrain wurde durch eine iranische Drohne getroffen — ein bedeutender Eskalationsschritt, denn die Golfstaaten sind auf solche Anlagen für den Großteil ihres Trinkwassers angewiesen. Außerdem fing Kuwait am späten Sonntag drei ballistische Raketen ab und zerstörte zwei Drohnen in der Nähe seines internationalen Flughafens.

Das US-Außenministerium ordnete an, dass amerikanisches Personal Saudi-Arabien verlassen muss, was über die bisher freiwillige Evakuierung hinausgeht. Präsident Trump erklärte, dass die USA über weitere Angriffe nachdenken. Außerdem prüfe man den Einsatz von Spezialtruppen, um Irans nahezu bombenfähige Uran-Vorräte zu sichern.

Die entscheidenden Makro-Faktoren für den Bitcoin-Kurs

Ein Ölpreis von über 100 USD macht Zinssenkungen, die für Krypto ein wichtiger Faktor gewesen wären, praktisch unmöglich. Schon vor dem Krieg galt ein Zinsschritt der US-Notenbank im März als ausgeschlossen und bei einem WTI-Preis von 111 USD sowie keiner sichtbaren Lösung erscheint auch eine Senkung im Juni unwahrscheinlich. Damit bleibt der Dollar stark, reale Renditen steigen, und Bitcoin wird weiter als Risiko-Anlage statt als Wertaufbewahrungsmittel gehandelt. Dies ist eine schwierige Kombination für eine nachhaltige Erholung.

Das Ausmaß dieser Störungen ist kaum mit aktuellen Ereignissen vergleichbar. Die Straße von Hormuz war bislang nie während eines aktiven Konflikts mit Beteiligung der USA komplett geschlossen. Die Golfstaaten reduzieren gleichzeitig die Produktion, da die Lager voll sind. Ölinfrastruktur von Teheran bis Kuwait-Stadt wird zur selben Zeit angegriffen.

Quelle: TruthSocial
Quelle: TruthSocial

Trump selbst zeigte keine Absicht, einen Rückzug einzuleiten. Auf Truth Social schrieb er am Sonntag, dass er den Anstieg der Ölpreise für vorübergehend und hinnehmbar hält. Er sagte zudem voraus, dass die Kurse deutlich fallen würden, sobald die iranische Nuklearbedrohung beseitigt sei. Dieser Beitrag gab den Märkten jedoch kaum Zuversicht für ein baldiges Ende des Konflikts. Auch deutete nichts darauf hin, dass die Straße von Hormuz bald wieder geöffnet wird.

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