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Wie wirken sich steigende Ölpreise auf den Bitcoin-Kurs aus?

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Leonard Schellberg

02 März 2026 14:30 CET
  • Spannungen in der Straße von Hormus: Öl-Lieferungen drohen seit vier Wochen zu stocken.
  • Steigende Ölpreise treiben Inflation an und könnten Zinssenkungen verzögern.
  • Steigende Renditen könnten Bitcoin- und Krypto-Markt erschüttern.
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Steigende Ölpreise rücken in den Fokus der Märkte und setzen Bitcoin unter makroökonomischen Druck. Die Spannungen in der Straße von Hormus könnten über Inflation und Renditen direkte Auswirkungen auf die Liquidität im Kryptomarkt haben.

Vor diesem Hintergrund könnte eine Unterbrechung von vier Wochen, wie sie Präsident Trump schätzt, weit über den Energiesektor hinaus Auswirkungen haben.

Ölpreise in der Hormus-Krise: Gerät Bitcoin unter Druck?

Am Sonntag sagte Präsident Trump, dass der Konflikt mit dem Iran vier Wochen dauern könnte. Er erklärte, dass dieser Zeitraum für die Planung gedacht sei und die Stärke des Iran anerkennt. Trump bleibt jedoch offen für Gespräche in der Zukunft.

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Gleichzeitig berichtet Polymarket, dass das große Schifffahrtsunternehmen Maersk alle Fahrten durch die Straße gestoppt hat. Das ist eine der wichtigsten Ölstrecken der Welt.

Rund 20 Prozent des weltweiten Rohölangebots fließen durch die enge Passage zwischen Iran und Oman. Auch ohne eine vollständige Sperrung sind die Versicherungsprämien für Tanker stark gestiegen, und Händler rechnen mit möglichen Engpässen beim Angebot.

Goldman Sachs schätzt, dass der „faire Wert“ von Öl je nach Ausmaß einer einmonatigen Störung zwischen 1 und 15 USD pro Barrel schwanken könnte.

Eine vollständige Sperrung ohne Ausgleich könnte 15 USD aufschlagen, während eine teilweise Störung schwächere Auswirkungen hätte. In extremen Fällen sehen manche Analysten Preise von 120 bis 150 USD pro Barrel.

Dennoch sind die Märkte uneins. Laut der Kobeissi Letter hat Öl fast 70 Prozent seines anfänglichen Preisanstiegs schnell wieder verloren und fiel unter 70 USD pro Barrel zurück. Diese starke Schwankung zeigt, wie nervös die Stimmung ist.

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„Das ist NICHT der Dritte Weltkrieg. Ignoriere den Lärm“, schrieben Analysten bei der Kobeissi Letter.

Für Krypto geht es weniger um das Öl selbst, sondern mehr um Liquidität.

Ölpreissprung und Liquiditäts-Schock: Darum steht der Bitcoin-Kurs vor einem vierwöchigen Makro-Stresstest

Wie Reuters meldete, stieg der Ölpreis, während Aktien fielen. Investoren wechselten zu US-Dollar, Gold und Anleihen, weil sich der Konflikt im Nahen Osten über Wochen ziehen könnte.

Entwicklung der Preise von Öl, Aktien, DXY, Gold und Anleihen
Preisentwicklung von Öl, Aktien, DXY, Gold und Anleihen. Quelle: TradingView

Bleibt der Ölpreis im nächsten Monat hoch, könnten die Erwartungen an eine niedrigere Inflation wieder steigen – gerade als die Märkte eigentlich mit Zinssenkungen rechneten.

Das ist der Punkt, an dem Krypto verwundbar wird.

Höhere Ölpreise führen direkt zu höheren Kosten beim Transport und in der Industrie. Damit steigen die Preise im Verbraucherpreisindex (CPI), und die Zentralbanken könnten geplante Zinssenkungen verschieben.

Steigende Inflationserwartungen führen oft zu höheren Renditen bei Anleihen. Steigen die realen Renditen, wird die Liquidität knapper.

Bitcoin wird oft als liquider Vermögenswert mit hohem Risiko gehandelt. In früheren Phasen mit steigenden Zinsen floss mehr Kapital in Anleihen und weniger in spekulative Märkte.

Ein anhaltender Öl-Schock könnte somit Billionen USD an zinssensiblem Kapital neu bewerten. Das setzt sowohl Aktien als auch digitale Vermögenswerte unter Druck.

„Da die Krypto-Märkte rund um die Uhr handeln und die Spannungen zwischen den USA und Iran schon am Wochenende verarbeitet wurden, sind Krypto-Händler jetzt vorsichtig. Sie prüfen, ob die steigenden Ölpreise am Montag auf die US-Märkte übergreifen“, stellten Bloomberg-Analysten fest.

Das heißt, Entschuldung kann sofort passieren. Wenn die Anleiherenditen zusammen mit dem Ölpreis rasch steigen, könnten gehebelte Positionen bei Bitcoin und anderen Coins schnell aufgelöst werden.

BeInCrypto hat schon früher gewarnt, dass ein Öl-Schock eine Liquiditätswelle auslösen kann, ohne dass es eine große geopolitische Krise benötigt.

Die Kette funktioniert mechanisch: hoher Ölpreis → höhere Inflation → weniger Zinssenkungen → steigende Renditen → weniger Liquidität.

Es gibt noch eine weitere geopolitische Ebene. BeInCrypto weist auf Ängste vor einem Dominoeffekt hin, zum Beispiel mit Auswirkungen in Richtung Taiwanstraße. Das könnte die Risiken für den Welthandel erhöhen und den Druck auf die Weltwirtschaft weiter verstärken.

In den nächsten vier Wochen könnte Öl ein wichtiger Frühindikator für Krypto werden. Eine Entspannung der Lage, die die Ölpreise beruhigt, könnte schnell die Risikobereitschaft im Markt zurückbringen.

Eine anhaltende Störung in Hormus könnte jedoch die Situation verschärfen: Die Diskussion würde dann nicht nur um politische Spannungen gehen, sondern um einen echten Liquiditätsengpass. Digitale Assets sind dabei oft die Ersten, die das zu spüren bekommen.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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