P2P.me, eine Plattform für Zahlungen mit Kryptowährungen, sieht sich Fragen zu einer Polymarket-Investition in Höhe von 20.000 USD ausgesetzt. Diese Investition steht im Zusammenhang mit der eigenen Fundraising-Kampagne des Unternehmens, nachdem bekannt wurde, dass es vor dem öffentlichen Start auf das Ergebnis gewettet hat.
Am 27. März gab P2P.me bekannt, eine Position bei Polymarket aufgelöst zu haben, die auf den Erfolg des 6-Millionen-USD-Fundraising-Ziels gesetzt war. Das Unternehmen teilte mit, dass die Einsätze zehn Tage vor der offiziellen Eröffnung der Finanzierungsrunde platziert wurden.
Hoher Polymarket-Gewinn entfacht Debatte um Insiderhandel
P2P.me bestätigte, dass zum Zeitpunkt der Investition bereits eine mündliche Zusage über drei Millionen USD von der Venture-Capital-Gesellschaft Multicoin vorlag.
Einige Rechtsexperten erklärten, dass die mündliche Zusage über drei Millionen USD als wesentliche, nicht öffentliche Information angesehen werden könnte. P2P.me argumentierte allerdings, ohne unterschriebene Dokumente sei das Ergebnis weiterhin ungewiss gewesen.
P2P.me verteidigte den Handel zudem und bezeichnete die Investition als „Vertrauensbeweis“.
„Wir haben das Konto absichtlich ‚P2P Team‘ genannt, um der Community ein Signal zu geben und unsere Transparenz zu zeigen. Doch gute Absichten und tatsächliches Handeln sind nicht dasselbe. Dass wir zu diesem Zeitpunkt keine Angaben gemacht haben, war unser Fehler. Wir haben uns Zeit genommen, um die rechtlichen Fragen zu prüfen, bevor wir Stellung bezogen haben—deshalb haben wir bis jetzt geschwiegen und mit ,Kein Kommentar’ geantwortet. Auch das ist eine berechtigte Kritik“, hieß es von P2P.me.
P2P.me sammelte letztlich 5,2 Millionen USD von externen Investoren und konnte damit die Polymarket-Positionen bei 35.212 USD schließen. Der Handel brachte aus einem Einstieg von 20.500 USD rund 14.700 USD Gewinn ein.
Nach der Kritik erklärten einige Investoren und Brancheninsider, dass der Vorfall übertrieben dargestellt werde. Sie führten die Investition eher auf Unerfahrenheit als auf böse Absicht zurück.
Simon Dedic, Mitgründer von Moonrock Capital und Investor bei P2P.me, verteidigte das Team und dessen Motivation. Seiner Ansicht nach war der Handel eine fehlgeleitete „Guerrilla-Marketing-Aktion“, um Überzeugung zu zeigen.
„Niemand mit gesundem Menschenverstand würde einen Fundraising-Erfolg über sechs Millionen USD für 15.000 USD aufs Spiel setzen. Die Idee war, durch eine Wette auf sich selbst starke Überzeugung zu zeigen. Genau aus diesem Grund wurde das Konto absichtlich ,P2P team’ genannt. Andernfalls müsste man annehmen, sie seien die ungeschicktesten Insider-Trader aller Zeiten“, fügte Dedic hinzu.
Angesichts der zunehmenden Kritik im Vorfeld des geplanten Initial Coin Offerings kündigte P2P.me an, die Gewinne aus dem Handel an die Treasury von MetaDAO weiterzuleiten. Das Unternehmen stellte klar, dass MetaDAO von den Trades nichts wusste.
Der Vorfall erfolgt in einer Zeit, in der Prognosemärkte ein massives Wachstum verzeichnen. Die Blockchain-Plattform TRM Labs erklärte, das Transaktionsvolumen im Sektor habe sich von 1,2 Milliarden USD Anfang 2025 auf mehr als 20 Milliarden USD im Januar 2026 erhöht.
Durch dieses schnelle Wachstum nehmen auch die regulatorischen Bedenken rund um dezentrale Prognosemärkte zu. Plattformen wie Polymarket und Kalshi haben zuletzt strengere Kontrollen eingeführt, um Insiderhandel zu verhindern.